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Es wäre viel mehr drin Was uns Lebensjahre raubt

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Das kann nicht gutgehen: "Der Völler", gemalt 1804 von Georg Emanuel Opitz.

Man weiß es ja: Wer gesund lebt, hat bessere Chancen, ein hohes Alter zu erreichen. Neu ist die Erkenntnis, wie viel Zeit wir durch eine gesunden Lebensstil konkret gewinnen können – und wie viel wir womit mutwillig aufs Spiel setzen.

17 Jahre sind es. 17 Jahre Lebenszeit büßt ein Mensch ein, der im Übermaß isst, viel raucht und viel trinkt. Oder anders ausgedrückt: Wer auf Alkohol und Zigaretten verzichtet, dazu nur wenig rotes Fleisch und Wurst isst und auf ein normales Gewicht achtet, lebt bis zu 17 Jahre länger. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), als sie eine Studie mit mehr als 25.000 Teilnehmern auswerteten.

Die DKFZ-Epidemiologen um Rudolf Kaaks errechneten, wie viele Jahre jedes einzelne Risikoverhalten von der durchschnittlichen Lebenserwartung eines heute Vierzigjährigen raubt. Außerdem ermittelten sie die Auswirkungen der kombinierten Risiken. Das günstigste Risikoprofil und damit die größte Lebenserwartung hatten demnach Nichtraucher mit einem Body Mass Index (BMI) zwischen 22,5 und 24,9, die wenig Alkohol tranken, körperlich aktiv waren und wenig rotes Fleisch, dafür aber viel Obst und Gemüse aßen: Diese Menschen dürfen sich, wenn sie gerade 40 Jahre alt sind, als Mann auf 47,5 weitere Lebensjahre freuen, als Frau gar auf 48,7 weitere Jahre.

Rauchen kostet die meiste Lebenszeit

Betrachteten die Wissenschaftler die verschiedenen riskanten Lebensstilfaktoren einzeln, so schlägt das Rauchen am stärksten zu Buche: Raucht ein Mann mehr als zehn Zigaretten am Tag, verliert er ganze 9,4 Jahre an Lebenserwartung, eine Frau 7,3 Jahre. Auch ein moderater Konsum von weniger als zehn Zigaretten pro Tag reduziert die Lebenserwartung bei beiden Geschlechtern immer noch um etwa fünf Jahre.

Weitere Lebensstilfaktoren, die zu einem deutlichen Verlust an zu erwartenden Lebensjahren führen, sind Übergewicht (bei einem BMI von über 30 kostet es 3,1 bis 3,2 Jahre), ein Alkoholkonsum von mehr als vier Drinks am Tag (3,1 Jahre) und ein hoher Verzehr von rotem Fleisch (2,4 Jahre bei Frauen, 1,4 Jahre bei Männern). Aber auch ein Body Mass Index unter 22,5 verkürzt die Lebenszeit (um 3,5 Jahre bei Männern und 2,1 Jahre bei Frauen). Ein Mangel an körperlicher Aktivität aber macht sich nicht durch einen Verlust an Lebenserwartung bemerkbar.

Ein Laster kommt selten allein

Bei vielen Menschen bleibt es nicht bei einer einzigen ungesunden Angewohnheit. Um das zu berücksichtigen, errechneten die Forscher, welche Effekte eine Kombination der riskanten Lebensstilfaktoren mit sich bringt: Demzufolge büßt ein übergewichtiger starker Raucher, der viel trinkt und viel rotes Fleisch verzehrt, gegenüber dem Mitmenschen mit günstigstem Risikoprofil bis zu 17 Jahre an Lebenserwartung ein. Bei einer Frau wären es 13,9 Jahre.

Für ihre Untersuchung stand den Wissenschaftlern ein wahrer Datenschatz zur Verfügung: Das DKFZ ist beteiligt an EPIC, der gesamteuropäischen Studie zum Zusammenhang von Ernährung, Lebensstilfaktoren und Krebs. Seit nun 20 Jahren werden die Lebensstilfaktoren von mehr als einer halben Million Europäer sorgfältig dokumentiert. Allein das EPIC-Zentrum im DKFZ betreut 25.540 Studienteilnehmer aus dem Raum Heidelberg. Deren Daten flossen in die neue Erhebung ein. Die EPIC-Daten sind von hoher Qualität, da die Teilnehmer im Verlaufe der Studie mehrfach zu ihrem Lebensstil befragt worden sind.

Quelle: n-tv.de, asc

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