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Gestörte Luftströme Wetter-Extreme sind menschengemacht

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Durch Starkregen kommt es auch in Europa immer öfter zu Überschwemmungen.

(Foto: picture alliance / Bernd März/dp)

Dürren, Dauerregen oder Hitzewellen: Extreme Wetterlagen nehmen zu, vor allem im Sommer. Wie der Mensch die Effekte des globalen Klimawandels verstärkt und welche Rolle die Luftströme spielen, untersuchen Forscher.

Die Erde erwärmt sich und mit ihr die Luft. Über die Ursachen wird viel gestritten. Die Auswirkungen allerdings können Meteorologen in Form von Extrem-Wetterlagen in den letzten Jahren in verschiedenen Regionen beobachten. Forscher aus den USA haben in Zusammenarbeit mit Forschern des Instituts für Klimafolgenforschung Potsdam mit Computer-Simulationen, Satelliten- und Wetterdaten festgestellt, dass die Lebensweise der Menschheit Einfluss auf die Entstehung von Extrem-Wetter hat.

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Das Nasa-Bild zeigt die beiden großen Luftströme, die das Wetter maßgeblich beeinflussen.

(Foto: Nasa)

"Solche Ereignisse treten öfter auf, als durch die direkte Wirkung der globalen Erwärmung zu erwarten wäre. Also muss es hier einen zusätzlichen Effekt des Klimawandels geben", erklärt Michael Mann von der Pennsylvania State University, der die Studie leitete. Als Grund dafür werden Veränderungen der Luftströme, die auch als Jetstreams bezeichnet werden, auf der Erde angegeben.

Jet-Streams stecken fest

Die Luftströme, die sich über die gesamte Erde ziehen, werden größtenteils durch die Temperaturunterschiede zwischen dem Äquator und den Polen angetrieben. Da sich die Arktis im Vergleich zu anderen Regionen schneller erwärmt, nehmen dort die Temperaturunterschiede am meisten ab. Zudem erwärmen sich die Landmassen schneller als die Ozeane. Beides führt dazu, dass sich die weltumspannenden Winde verändern. Die von West nach Ost gerichteten wellenförmigen Luftbewegungen des Jetstreams kommen ins Stocken, weil die Nord-Süd-Windungen sehr stark werden. Je länger dieser Zustand anhält, umso mehr schaukelt sich der Zustand auf und umso öfter kommt es zu Extrem-Wetter.

"Wenn dasselbe Wetter wochenlang anhält, dann kann in einer Region aus sonnigen Tagen eine heftige Hitzewelle werden oder Dauerregen führt zu Fluten", erklärt Stefan Rahmstorf vom Institut für Klimafolgenforschung. Die Forscher sahen in ihren Daten, dass feststeckende Jetstreams zu einer charakteristischen Temperaturverteilung führten.

"Die Menschheit stand schon lange im Verdacht, zu diesen Mustern beizutragen. Aber jetzt entdecken wir einen deutlichen Fingerabdruck der menschlichen Aktivität", so Mann. Der größte Teil der beobachteten Effekte ist in den letzten vier Jahrzehnten zu sehen. Die Forscher nehmen an, dass die Veränderungen der Jetstreams mit steigenden Treibhausgasen im Zusammenhang stehen – und diese sind menschengemacht.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin "Nature - Scientific Reports".  

Quelle: n-tv.de, jaz

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