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Tests im Süßwasser Wie Mikroplastik auf Wasserflöhe wirkt

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Ein Wasserfloh mit im Darm angesammelten Mikroplastikteilchen (weißlich).

(Foto: Saskia Rehse, IGB)

Kunststoff in Fischen, Walen und Robben: Die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll ist schon lange ein Thema. Doch wie sieht es mit dem Süßwasser aus? Ein typischer Vertreter wird dafür mit Mikroplastik "bombardiert" und kann sich kaum noch bewegen.

Bisher wurden die schädigenden Effekte von sogenannten Mikroplastikteilchen vor allem in Meeren untersucht. Forscher der Universität Tübingen und des Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei haben nun die Auswirkungen auf Wasserflöhe, die im Süßwasser heimisch sind, nachempfunden.

In ihren Versuchen mit dem Großen Wasserfloh hatten die Forscher Plastikteilchen einheitlichen Materials, einheitlicher Größe und Form verwendet, um solide Ergebnisse zu den physikalischen Effekten zu erhalten. "Wir haben auch hohe Konzentrationen an Plastikteilchen getestet, um kritische Grenzen für Schäden bei den Wasserflöhen zu bestimmen", erklärt Professorin Christiane Zarfl vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen.

Bei den Untersuchungen zeigte sich, dass die typischen Süßwasserbewohner winzige Teilchen von einem Mikrometer – einem Tausendstel Millimeter – aufnahmen, was ihre Bewegungen deutlich verminderte und dadurch die Nahrungsaufnahme verhindern würde. Größere Teilchen hatten dagegen keinen messbaren Effekt. Die Forscherinnen und Forscher sehen dies als Beginn vieler weiterer notwendiger Untersuchungen zur Auswirkung von Mikroplastikverschmutzung im Süßwasser. Zum einen gehen sie davon aus, dass der Kunststoff mit verschiedenen Chemikalien Wechselwirkungen eingeht, zum anderen müssten die Tests auf ganze Ökosysteme ausgeweitet werden.

"Messungen zufolge lassen sich in Europa, Süd- und Nordamerika, Afrika und Asien pro Quadratkilometer Wasseroberfläche bis zu mehreren Hunderttausend Mikroplastikteilchen finden", erklärt Zarfl. Besonders hoch seien die Werte bei hoher Besiedlungsdichte, intensiver Landnutzung und in der Nähe von Industriegebieten. "Je nach Art der Kunststoffe schwimmen die Teilchen im Wasser oder setzen sich als Sedimente am Boden ab", erklärt die Wissenschaftlerin. Bisher gebe es wenig geeignete Analysemethoden, um die ganze Vielfalt zu erfassen. "Wir wollten mit unserer systematischen Untersuchung einen Grundstein legen, um Auswirkungen von Mikroplastik auf Süßwasserorganismen besser zu verstehen."

Quelle: ntv.de, jaz