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Hatten sie Angst vor Haien? Wieder 200 Wale in Neuseeland gestrandet

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Tierschützer wollen versuchen, einige der gestrandeten Wale wieder zurück ins offene Meer zu geleiten.

picture alliance / Tim Cuff/NZ H

Trotz Hai-Alarm stehen die Helfer im Wasser, um die Meeressäuger mit einer Menschenkette im tieferen Wasser zu halten. Letztlich vergeblich. Warum die Tiere gestrandet sind, ist ungeklärt. Doch Bisswunden könnten einen Hinweis geben.

An der Küste Neuseelands sind abermals 200 Wale gestrandet. Hunderte Helfer versuchten vergeblich, die Tiere bei Farewell Spit, einer Landzunge im äußersten Norden der neuseeländischen Südinsel, im Wasser zu halten. Bei Einbruch der Dunkelheit entschied die Naturschutzbehörde aus Sicherheitsgründen, die Tiere an dem Strand an der Golden Bay vorerst sich selbst zu überlassen.

Bei Farewell Spit waren bereits am Freitag mehr als 400 Grindwale gestrandet. Die meisten von ihnen verendeten. Am Samstag gelang es den Helfern zunächst, die hundert überlebenden Tiere nach Einsetzen der Flut wieder ins Wasser zu bugsieren. Die Wale schlossen sich jedoch einer zweiten Gruppe von rund 200 Grindwalen an, die sich ebenfalls vor der Küste versammelt hatte. Trotz einer Hai-Warnung wateten die Helfer bis zum Hals ins Wasser, um mit einer Menschenkette eine erneute Strandung zu verhindern.

Tiere verlieren die Orientierung

Trotz "größter Bemühungen" aller Helfer seien die 200 Grindwale bei Ebbe aber schließlich auch gestrandet, sagte der Behördensprecher Herb Christophers. "Vielleicht können wir einige der gestrandeten Wale retten", fügte er hinzu. Vermutlich könnten aber nicht alle Tiere zurück ins offene Meer geleitet werden. Auch eine erneute Strandung könne nicht ausgeschlossen werden. Rund 20 Wale, die im Laufe des Tages an Land kamen, wurden bereits eingeschläfert.

An den Küsten Neuseelands stranden immer wieder Wale. Warum die Meeressäuger die Orientierung verlieren, ist unklar. Vermutlich folgen sie einem verirrten oder kranken Tier in seichtes Gewässer. Die große Grindwal-Gruppe reagierte möglicherweise auf Rufe ihrer am Freitag gestrandeten Artgenossen, sagte Daren Grover von der an der Rettung beteiligten Tierschutzgruppe Project Jonah.

Bisswunde von einem Hai

Die Naturschutzbehörde vermutet, dass die Wale aus Angst vor Haien ins seichte Wasser geschwommen sein könnten. Vor Farewell Spit gebe es Weiße Haie, und an einem der verendeten Wale seien Bisswunden gefunden worden, sagte der Behördenvertreter Mike Ogle im Rundfunksender Radio New Zealand.

Grindwale werden bis zu sechs Meter lang. Sie sind die häufigste Walart in neuseeländischen Gewässern. Die größte Massenstrandung von Grindwalen in Neuseeland gab es 1918, als auf der abgelegenen Insel Chatham tausend Säuger landeten. 1985 strandeten 450 Grindwale in Auckland. An der Landzunge Farewell Spit, die rund 150 Kilometer westlich der Touristenstadt Nelson liegt, hat es in den vergangenen zehn Jahren mindestens neun Massenstrandungen gegeben.

Quelle: n-tv.de, asc/AFP

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