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Diagnose muss kein Todesurteil sein Zahl der Krebsneuerkrankungen stagniert

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Je früher Krebs erkannt wird, umso besser kann er behandelt werden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Insgesamt machen die Zahlen, die das Robert-Koch-Institut veröffentlicht, Mut. Doch für jeden Einzelnen, der an Krebs erkrankt, ist es ein persönliches Drama, selbst wenn manche Krebsarten heute bereits gut behandelbar sind.

Das Robert-Koch-Institut hat in seinem Bericht "Krebs in Deutschland" die neuesten Daten veröffentlicht. Bereits zum zehnten Mal zieht das Institut statistische Bilanz und kann in Bezug auf die gefürchtete Erkrankung viel Positives mitteilen. Die aktuellen Daten, die sich auf die epidemiologischen Krebsregister bis zum Jahr 2012 stützen, lassen im Zeitraum von 2007 bis 2012 eine Stagnation der Erkrankungszahlen erkennen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Anzahl älterer Menschen in der Bevölkerung stetig zunimmt, ist das "eine erfreuliche Entwicklung", betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Diese positive Entwicklung wird maßgeblich beeinflusst durch die rückläufigen Zahlen bei einigen Krebsarten, wie zum Beispiel beim Darmkrebs.

Dennoch haben die Krebserkrankungen nach wie vor einen sehr hohen Anteil an der Krankheitslast in Deutschland. Für einige Tumorarten, wie Bauchspeicheldrüsen oder Leberkrebs muss in Zukunft sogar mit steigenden Zahlen ausgegangen werden. 2012 haben nach Schätzungen des Instituts 225.890 Frauen und 252.060 Männer eine Krebs-Diagnose bekommen. Auf der Grundlage dieser Daten rechneten die Experten mit rund 500.000 Krebsneuerkrankungen im Jahr 2016.

Brust- und Prostatakrebs ganz vorn

Die Liste der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen wird noch immer von Tumoren der Brust mit 69.550 Fällen 2012 angeführt, dahinter Darmkrebs (28.490) und bösartige Veränderungen der Lunge (18.030). Bei Männern wurden im Untersuchungsjahr 63.710 Fälle von Prostatakrebs registriert, am zweithäufigsten, nämlich 34.490 Mal, Lungenkrebs und 33.740 Mal Darmkrebs.

Die einzelnen Krebsarten unterscheiden sich erheblich in ihren Konsequenzen für die Betroffenen: Während beispielsweise die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sehr schlecht ist, sind einige Krebserkrankungen, wie Hodenkrebs, so gut behandelbar, dass sie für die Betroffenen in der Regel nicht mit Einschränkungen ihrer Lebenserwartung verbunden sind.

Quelle: ntv.de, jaz