Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 543 Ist ein Sonnenstich auch ein Hitzschlag?

imago74700740h.jpg

Zu viel Sonne ist gefährlich.

imago/blickwinkel

Sommer, Sonne, Strand: Temperaturen über 30 Grad lassen echte Urlaubsstimmung aufkommen. Doch die Hitze hat auch ihre Schattenseiten und kann sogar gefährlich werden.

Stundenlang am Strand zu laufen oder in praller Sonne zu arbeiten ist nicht nur für die Haut gefährlich, sondern auch fürs Gehirn. Die direkte Sonneneinstrahlung kann zu einem unangenehmen Sonnenstich führen. Ging man eine Zeit lang davon aus, dass die UV-Strahlen der Sonne dafür verantwortlich sind, weiß man heute, dass es zu hohe Temperaturen sind, die dem Gehirn zu schaffen machen.

Die Wärmestrahlung der Sonne, die mit hohen Temperaturen zu lange auf den ungeschützten Kopf und den Nacken trifft, reizt die Hirnhaut. Die Überhitzung kann bis zu Entzündungsreaktionen im Gehirn führen. Ein roter und heißer Kopf, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Übelkeit gehören zu den typischen Symptomen eines Sonnenstichs. Aber auch über Benommenheit, Ohrgeräusche und Nackenschmerzen klagen Patienten mit einem Sonnenstich. In Extremfällen können sogar Bewusstseinsstörungen oder -verlust und Kreislaufversagen auftreten, die in seltenen Fällen sogar bis zum Hitzetod führen.

Klare Trennung zwischen Sonnenstich und Hitzschlag

imago74720891h.jpg

Strohhut oder Basecap: Eine helle Kopfbedeckung schützt vor einem Sonnenstich, jedoch nicht vor einem Hitzschlag.

(Foto: imago/blickwinkel)

Umgangssprachlich geht es zwischen Sonnenstich und Hitzschlag oftmals durcheinander, obwohl es genaue Unterscheidungsmerkmale gibt. Man kann allerdings einen Sonnenstich auch als Hitzschlag des Kopfes bezeichnen. Beide gehören wie der Hitzekollaps, der Hitzekrampf, die Hitzeerschöpfung und der Hitzetod zu den Gesundheitsstörungen, die durch zu hohe Umgebungstemperaturen ausgelöst werden, also thermische Ursachen haben. Beim Sonnenstich nimmt die Körpertemperatur im Gegensatz zum Hitzschlag allerdings nicht zu. Die Symptome treten meistens erst mehrere Stunden nach dem Aufenthalt im Freien auf und werden deshalb häufig nicht dem Aufenthalt in der Sonne zugeschrieben.

Einem Sonnenstich kann vorgebeugt werden. Am einfachsten ist es, zu vermeiden, Kopf und Nacken ungeschützt der direkten Sonne auszusetzen. Vor allem Babys, Kleinkinder, immungeschwächte Menschen und Personen mit Glatze, kurzem oder schütterem Haar müssen vor zu viel Hitze durch direkte Sonneneinstrahlung geschützt werden. Helle Kopf- und Nackenbedeckungen sind wirksame Maßnahmen. Auch das Meiden der Mittagssonne und regelmäßige Sonnenpausen vor allem am Strand, beim Wandern oder Arbeiten unter freiem Himmel beugen einem Sonnenstich vor.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Ist es doch passiert, dann sofort raus aus der Hitze. Der Kopf sollte mit feuchten, kühlen Tüchern langsam abgekühlt werden. Betroffene, die bei vollem Bewusstsein sind, können Wasser, kühlen Tee oder Apfelschorle trinken und sollten zu einem Arzt gebracht werden, damit dieser einen Hitzschlag ausschließen kann. Personen dagegen, die apathisch sind oder stark erbrechen, sollten schnell in ein Krankenhaus gebracht oder von einem Notarzt untersucht werden, denn bei ihnen könnte es sich um einen wesentlich gefährlicheren Hitzschlag handeln.

Bei diesem steigt, im Gegensatz zum Sonnenstich, die Körpertemperatur rasch auf über 40 Grad Celsius an. Durch eine starke körperliche Belastung bei hoher Umgebungstemperatur kann es im gesamten Körper zu einem Wärmestau kommen. Das Temperatur-Regulationssystem des Körpers versagt, die Schweißproduktion wird eingestellt. Das ist ein lebensgefährlicher Zustand. Krämpfe, Halluzinationen und Bewusstseinstrübungen sind typische Symptome.

Es ist jedoch auch möglich, dass sich Betroffene mit einem Hitzschlag lediglich sehr matt und müde fühlen, bei gleichzeitig hohem Puls und niedrigem Blutdruck. Die Haut ist heiß und trocken und manchen fröstelt es sogar. Auch in diesem Fall ist schnelles Handeln überaus wichtig, damit es nicht zu einem Kreislaufversagen oder sogar einem Hitzetod kommt. Der gesamte Körper muss vorsichtig abgekühlt und ein Notarzt oder Rettungswagen verständigt werden. Wenn möglich, sollten Betroffene kühles Wasser oder Apfelschorle trinken, nicht allein gelassen und möglichst bei Bewusstsein gehalten werden, bis der Notarzt eintrifft und die Behandlung übernimmt.

Übrigens: Auch wenn tägliche Bewegung gesundheitsfördernd ist, sollten Menschen Sport bei brütender Hitze vermeiden, denn auch der Lauf bei Hitze kann unter Umständen einen lebensgefährlichen Hitzschlag auslösen.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema