Frage & Antwort

Frage & Antwort Müssen Kinder Sonnenbrillen tragen?

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Cool sein ist alles, auch schon bei den Kleinen.

(Foto: imago/blickwinkel)

Muss ich im Sommer meinem Kind (7 Jahre) eine Sonnenbrille aufsetzen? (fragt Lisa S. aus Berlin)

Kinder sollten sich viel und regelmäßig im Freien aufhalten. Das ist gut für ihre körperliche und geistige Entwicklung und schützt nachweislich vor Kurzsichtigkeit. "Doch ein Zuviel an Sonnenlicht kann diesen Effekt umkehren", erklärt Augenarzt Georg Eckert vom Berufsverband für Augenärzte Deutschland. "Das passiert allerdings nur, wenn es eine extreme Sonnenexposition gibt, wie etwa im Gebirge oder am Meer", führt der Experte weiter aus.

In unseren Breiten benötigen Kinder allerdings nicht unbedingt eine Sonnenbrille. Eine auch für die Augen schattenspendende Kopfbedeckung reicht meistens aus. Wenn man allerdings einen Strand-, Gebirgs- oder einen Urlaub im Schnee plant und den ganzen Tag bei Sonnenschein ohne jeglichen Schatten im Freien verbringen will, dann müssen auch die Augen der Kleinen zusätzlich ausreichend geschützt werden. Eine genaue Altersvorgabe, ab wann eine Sonnenbrille getragen werden sollte, gibt es nicht. Die Bereitschaft dazu ist ja bekanntlich von Kind zu Kind verschieden und eine Sonnenbrille, die nicht gemocht wird, landet schnell in der Ecke oder verschwindet einfach.

Sonnenbrillen sind meistens cooler

Wenn ein Siebenjähriger aber die schützende Kopfbedeckung ablehnt und gleichzeitig ein mehrstündiger Aufenthalt im Freien ansteht, dann müssen die Eltern dafür sorgen, dass sowohl die Haut als auch die Augen des Kindes ausreichend vor den Sonnenstrahlen geschützt sind. Denn die sind besonders empfindlich. "Da die Augen von Kindern größere Pupillen und hellere Augenlinsen als Erwachsene haben, können insgesamt auch mehr energiereiches Licht aus dem sogenannten Blauspektrum tief ins Augeninnere eindringen und dort in allen Augenabschnitten Schäden anrichten", erklärt Eckert. Solche Sonnenschäden kann der Körper nur sehr selten regenerieren. Sie bleiben im schlimmsten Fall ein Leben lang.

"Wer schon einmal eine zu starke Sonnenexposition, beispielsweise bei der sogenannten Schneeblindheit, erlebt hat, weiß, dass das eine sehr schmerzhafte Erfahrung ist und wird in Zukunft sorgfältig auf einen angemessenen Sonnenschutz achten", erläutert Eckert weiter. Eltern müssen auch deshalb alles daran setzen, ihren Kindern so eine Erfahrung zu ersparen.

Die richtige Sonnenbrille finden

Auch wenn die Urlaubszeit schon Extrakosten verursacht, sollten Eltern nicht an der Sonnenbrille für ihren Nachwuchs sparen. Das bunte Plastik-Teil vom Ständer beim Souvenirladen ist als guter Augenschutz meistens nicht ausreichend. Kindersonnenbrillen sollten nicht nur einen guten UV-Schutz, mindestens Schutzklasse 1 gemäß EU-Norm, aufweisen, sondern zudem bruchsicher und ohne scharfkantige Elemente sein. Sie müssen gut im Gesicht sitzen und dürfen auch bei schnellen Bewegungen nicht herunterfallen.

Außerdem ist es wichtig, dass die Brille groß genug ist, um das gesamte Auge vor Sonnenstrahlen zu schützen. Das Gestell sollte robust sein und - ganz wichtig - dem Kind gefallen. Am besten ist es deshalb, gemeinsam mit Sohn oder Tochter zu einem Optiker zu gehen und dort auch den Zweck des Brillenkaufes zu erklären. An der See oder im Gebirge benötigt man einen höheren Blendschutz in den Gläsern als anderswo.

Für Kinder, die schon eine Brille tragen müssen, ist es für gesetzlich Versicherte möglich, ein Rezept vom Augenarzt zu bekommen. Dann übernimmt die Krankenkasse einen Teil der Kosten. Für privatversicherte Kinder sollten sich die Eltern vorab um die Konditionen für eine Kostenübernahme kümmern.

Übrigens: Auch wenn bunt getönte Brillengläser cool sind, sollten Eltern bedenken und ihre Kinder darüber aufklären, dass sie nur mit braunen, grünen oder grauen Gläsern erkennen, welche Farbe an der Ampel gerade aufleuchtet.  

Quelle: n-tv.de

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