Wissen
Hundewelpen sind nicht nur süß, sie vermitteln mit ihrem Kindchenschema auch "Hilf mir!".
Hundewelpen sind nicht nur süß, sie vermitteln mit ihrem Kindchenschema auch "Hilf mir!".(Foto: imago stock&people)
Dienstag, 05. Juni 2018

Frage & Antwort, Nr. 535: Wann sind Hundewelpen am süßesten?

Von Jana Zeh

Wer mit einem Welpen spazieren geht, ist nicht lange allein. Die knuddeligen, tapsigen Dinger lassen jeden dahinschmelzen. In welchem Alter Hundekinder am stärksten auf Menschen wirken, testen Forscher und liefern gleich noch den Grund dafür.

Knopfaugen, flauschiges Fell und tapsige Pfoten: Hundewelpen sind einfach zum Anbeißen. Doch die Hundebabys mit ihren runden Schnauzen haben nicht in jedem Alter die gleiche starke Wirkung auf Menschen. Forscher um Nadine Chersini von der Arizona State University wollten wissen, wann die süßen Flauschis am meisten entzücken.

Die Fotos zeigen die drei Hunderassen in drei verschiedenen Altern. In der Mitte sind die abgebildet, die als am niedlichsten bewertet worden waren.
Die Fotos zeigen die drei Hunderassen in drei verschiedenen Altern. In der Mitte sind die abgebildet, die als am niedlichsten bewertet worden waren.(Foto: Arizona State University)

Sie zeigten deshalb 28 männlichen und 23 weiblichen Studienteilnehmern im Alter zwischen 18 und 35 Jahren insgesamt 39 Schwarz-Weiß-Fotos von Hunden, auf denen diese in unterschiedlichen Altern abgebildet waren. Die Probanden sahen Porträts von Hunden der Rassen Jack Russel, Cane Corso und Weißer Schäferhund. Die Tiere waren seit ihrer Geburt bis hin zum jungen Erwachsenenalter von sieben Monaten mehrfach fotografiert worden. Die Probanden sollten nun auf einer Skala bewerten, in welchem Alter sie die Hunde am niedlichsten finden.

Die Forscher sahen bei der Auswertung der aktuellen Studie ein klares Bewertungsbild: Am wenigsten konnten bei allen Rassen die ganz jungen Hundebabys punkten. Die Attraktivität der Welpen stieg allerdings mit den Lebenswochen bis zu einem bestimmten Alter an. Einen Cane Corso beispielsweise fanden die Befragten im Alter von 6,3 Wochen am anziehendsten. Beim Jack Russel lag der Höhepunkt der Attraktivität im Schnitt bei 7,7 Wochen, und der Weiße Schäferhund überzeugte am meisten als Welpe im Alter von 8,3 Wochen. Die Hunde wurden mit steigendem Alter dann als immer weniger anziehend bewertet.

Hundewelpen sind süß und abhängig

Bilderserie

Die Forscher gehen davon aus, dass sich die Lebensweisen von Hund und Mensch und deren enge Beziehung über die Jahrhunderte hinweg angeglichen haben. In Freiheit lebende Wolfskinder werden von beiden Eltern bis zu ihrem zweiten Lebensjahr behütet und erzogen. Eine Haushundmutter hingegen wendet sich von ihren Welpen zwischen der siebten und achten Woche immer mehr ab. Das sogenannte Absetzalter der Welpen stimmt also mit dem Zeitpunkt überein, in der der Mensch die Welpen am anziehendsten findet. Da der Nachwuchs in diesem Alter aber noch jede Menge Fürsorge benötigt, um zu überleben, springt der Mensch ein und kümmert sich, hoch motiviert durch die Verzückung über den Kleinen, hingebungsvoll und oftmals bis zu dessen Tod.

"Unsere Ergebnisse sind ein weiteres Puzzlestück, um die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu verstehen", erklärt der Psychologe Clive Wynn, der an der Studie beteiligt war. Um weitere Ursachen für die tiefe Bindung zwischen Mensch und Hund zu erkennen, bedarf es weiterer Forschungen. Fakt ist jedoch, dass die Zuneigung beim Hundehalter mit den Wochen nicht verschwindet, sondern zu einer tiefen Zuneigung wird. "Haben sie jemanden erst einmal in ihren Bann gezogen, dann ist er ihnen ein Leben lang verfallen", resümiert Wynn.

Übrigens: Erst kürzlich soll eine Familie in China einen Hundwelpen mit einem jungen Bären verwechselt haben. Su Yun gab an, im Urlaub einen kleinen Welpen am Straßenrand gesehen und sich sofort in ihn verliebt zu haben. Sie kaufte "Little Black" als tibetischen Mastiff-Welpen, meldete National Geographic. Das süße Ding fraß und fraß und wuchs und wuchs. Als es stolze 110 Kilogramm wog und auf den Hinterbeinen stehen konnte, wusste die Familie sich nicht weiter zu helfen und rief die Polizei. Als die Beamten den jungen Bären sahen, betäubten sie ihn aus Sicherheitsgründen sofort. Die Familie gab sich unterdessen überrascht, als sie erfuhr, was ihr vermeintlicher Hund tatsächlich war.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de