Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 382 Warum ist die Banane krumm?

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Zweifellos krumme Dinger, die Bananen.

Warum ist die Banane krumm? (fragt Wolfram N. aus Berlin)

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Der Blütenstand einer Bananenstaude. Unten im Bild: junge, grüne Bananen, die noch ganz gerade nach oben wachsen.

Kinder können ihren Eltern bekanntlich ganze Krater in den Bauch fragen. In einem bestimmten Alter wird jede noch so ausgefeilte Antwort mit einem weiteren "Warum?" quittiert – ein Spiel, an dem die Kleinen stundenlang Vergnügen hätten, wären die Erwachsenen nicht schon viel früher mit ihrem Latein am Ende. An diesem Punkt muss dann oft die Gegenfrage herhalten: "Warum, warum ist die Banane krumm?" Die Kleinen quieken, die Großen sind froh, der Quizrunde endlich entkommen zu sein, und im Raum steht die Frage, wie das nach dem Apfel zweitliebste Obst der Deutschen zu seiner Biegung gekommen ist. Ja, wie denn?

Die Antwort ist gar nicht so kompliziert: Bananen wachsen aus den Blüten der Bananenstaude. Jede einzelne Blüte wird zu einer Banane, einem "Finger". 10 bis 20 Finger zusammen bilden eine "Hand". Und ein ganzes Blütenbüschel schließlich bringt 10 bis 12 Hände hervor. Der Blütenstand wächst so, wie man sich das vorstellt: gen Himmel. Die Bananen, die daraus hervorgehen, wachsen ebenfalls in diese Richtung. Noch sind sie ganz gerade.

Der Sonne entgegen

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Hier hat sich der Fruchtstand schon gesenkt, ...

Doch je größer sie werden, umso schwerer wird der Fruchtstand. Nach und nach senkt er sich unter der Last der vielen Bananen. Irgendwann ist er so schwer - bis zu 50 Kilogramm -, dass er schließlich mit dem Kopf nach unten hängt. Die einzelnen Bananen jedoch streben weiter dem Licht entgegen. Hingen sie eben noch kopfüber, müssen sie sich nun biegen, um an ihrem freien Ende ein bisschen Sonne abzubekommen. Und da ist sie dann: die Krümmung.

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... hier hängt er kopfüber. Die einzelnen Bananen aber wachsen weiter Richtung Licht. Mit Biegung.

(Foto: imago/Westend61)

Bis aus der Blüte eine erntereife Banane gewachsen ist, vergeht ein Jahr. Die Früchte werden gepflückt, solange sie noch grün sind. Blieben sie länger an der Staude hängen, würden sie aufplatzen – und wären auch nicht süß. Der Zucker entwickelt sich erst dann in der Banane, wenn die gespeicherte Stärke entsprechend umgewandelt wird. Das geschieht, wenn die Banane keine Nährstoffe mehr von der Pflanze erhält.

Jede Bananenstaude trägt nur einmal Früchte, dann stirbt sie ab. Bis dahin hat sie sich aber über Schösslinge, die dann zu großen Stauden heranwachsen, vermehrt.

Übrigens: Für Botaniker gehören Bananen zu den Beeren, denn aus einem Fruchtknoten geht hier eine geschlossene Frucht hervor, die auch reif noch wunderbar fleischig ist. Das hat die Banane mit Zitronen und Orangen, Melonen, Kiwis oder auch Tomaten gemeinsam – allesamt Beeren, im botanischen Sinne.

Quelle: n-tv.de