Frage & Antwort

Frage und Antwort, Nr. 401 Wieso haben Katzen vertikale Pupillen?

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Wenn ich in den Spiegel blicke, sehe ich runde Pupillen. Bei meiner Katze aber ist das ganz anders - sie hat dünne, senkrechte Schlitze. Warum? (fragt Alois G. aus Winterberg)

Haben Sie schon mal einer Katze tief in die Augen geschaut? Vielleicht haben Sie dann bemerkt, dass dort etwas nicht stimmt. Denn anders als beim Menschen sind die Pupillen der Katze - meistens - nicht rund. Es sind vielmehr vertikale Schlitze. Und das hat gute Gründe.

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Deutlich horizontal: Ziegen und Schafe haben ganz anders geformte Pupillen als zum Beispiel Katzen.

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Wissenschaftler haben diese Frage untersucht. Schon lange gibt es die Beobachtung, dass viele Raubtiere eher vertikale und viele Beutetiere eher horizontal geformte Pupillen haben. Gezählt wurde das nie - bis jetzt. Denn erst vor Kurzem ist eine Studie im Journal "Science Advances" publiziert worden, die einen genaueren Blick gewagt hat. 214 Landtiere haben die Forscher untersucht und die Pupillenform in Zusammenhang mit Tag- oder Nachtaktivität und deren Fressverhalten gesetzt. Sie fanden heraus: Bei nachtaktiven Raubtieren, die ihrer Beute auflauern, tauchen die vertikalen Schlitze am häufigsten auf.

Jäger = vertikal, Beute = horizontal

Aber warum? Mit völliger Sicherheit können die Wissenschaftler diese Frage nicht beantworten. Doch sie haben eine starke Vermutung: Eine so geformte Pupille ist vor allem dann von Vorteil, wenn es gilt, die Entfernung zu einem Beutetier möglichst genau abzuschätzen. Ein wichtiger Faktor, wenn der fleischfressende Jäger plötzlich aus seiner Deckung springt.

Doch in der Tierwelt gibt es nicht nur vertikale Pupillen. Schafe beispielsweise haben eher rechteckig-horizontal geformte. Auch das führen die Wissenschaftler auf die besonderen Vorteile dieser Form zurück: Eine solche Pupille habe den Effekt, dass das Beutetier eine Art Panoramablick bekomme und so herannahende Gefahren besser sehen könne, schreiben die Wissenschaftler. Dazu kommt: Viele dieser Tiere haben ihre Augen auch auf den Seiten des Schädels, was den Effekt noch verstärkt.

Übrigens: Bei der Frage nach runden Pupillen - wie bei uns Menschen - tappen die Wissenschaftler noch etwas im Dunkeln. Die Tendenz gehe dahin, dass Tiere mit runden Pupillen aktive Jäger sind, die sowohl tags als auch nachts wach sind, heißt es in der Studie. Aber die Korrelation sei bei diesen Befunden deutlich weniger signifikant als bei horizontalen und vertikalen Pupillen.

Quelle: n-tv.de