Fundsache

Fundsache, Nr. 1395 Skelett in früherem Maya-Dorf in El Salvador

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Blick in ein Wohnhaus in Joya de Cerén.

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Im Jahr 535 nach Christus begräbt die Asche eines Vulkans das Maya-Dorf Joya de Cerén in El Salvador unter sich. Erst 1976 entdeckt ein Anthropologe die Stätte, die seither freigelegt wird. Nun stoßen die Archäologen dort auf menschliche Überreste.

Nach gut 40-jährigen Ausgrabungsarbeiten sind am Standort des früheren Maya-Dorfes Joya de Cerén in El Salvador erstmals die Überreste eines Menschen gefunden worden. Das Anfang des Monats entdeckte Skelett sei in einem schlechten Zustand, teilte das salvadorianische Kulturministerium mit. Bei ihm sei ein aus dem Gestein Obsidian gefertigtes Messer gefunden worden.

Joya de Cerén war vor mehr als 1400 Jahren bei einem Ausbruch des Vulkans Loma Caldera verschüttet worden. Unter der Vulkanasche wurde die Maya-Siedlung außergewöhnlich gut konserviert und ermöglicht daher Rückschlüsse auf die Lebensweise der Maya. So konnten bislang die Überreste von 70 Lehmbauten und Holzhütten entdeckt werden, bei denen es sich um Schlafhäuser, Küchen oder Schwitzhäuser handelte. Zudem wurden etwa Tongefäße mit Speiseresten, Messer und Maniokfelder gefunden.

Der Mensch, von dem die nun entdeckten Knochen stammen, habe sehr wahrscheinlich am Standort des früheren Dorfes Joya de Cerén gelebt, erklärte die Archäologin Michelle Toledo. Er sei aber nicht durch den Vulkanausbruch im Jahr 535 nach Christus ums Leben gekommen, sondern erst einige Zeit danach.

Der Ausbruch des Loma Caldera war so heftig gewesen, dass mehrere Maya-Siedlungen zerstört wurden. Außerdem bildete sich durch die Erschütterungen der rund 45 Quadratkilometer große Ilopango-See.

Die archäologische Stätte liegt rund 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt San Salvador und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Sie war erst 1976 durch einen Anthropologen der Universität Colorado entdeckt worden. Weil der Maya-Ort ein ähnliches Schicksal wie die antike Stadt Pompeji im heutigen Italien erlitt, wird Joya de Cerén mitunter auch "Maya-Pompeji" oder "amerikanisches Pompeji" genannt.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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