Fundsache

Fundsache, Nr. 1400 Unbekannter Dinosaurier mit großen Rückenstacheln

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Der argentinische Paläontologe Pablo Gallina präsentiert die neue Dinosaurierart in Buenos Aires.

(Foto: REUTERS)

Der Fund ist eine Sensation: In Patagonien graben Forscher einen alten Schädel und ein Stück von einem Hals aus dem Gestein. Beides gehörte einem Dinosaurier, der vor 140 Millionen Jahren gelebt hatte und von dessen Existenz die Wissenschaft bisher nichts ahnte.

Forscher haben in Patagonien die Überreste einer bislang nicht bekannten Dinosaurierart entdeckt, die große Rückenstacheln trug. Das Tier, das den Namen Bajadasaurus pronuspinax bekam, war ein Pflanzenfresser und wird den Dicraeosauridae zugeordnet. Das ist eine Gruppe von sogenannten Echsenbeckendinosauriern, die vor allem durch ausgeprägte Dornfortsätze entlang der Wirbelsäule geprägt ist. Einer der bekannten Vertreter ist Amargasaurus cazaui, von dem ein nahezu vollständiges Skelett ebenfalls in Argentinien bereits 1984 entdeckt wurde.

Bisher waren sich Forscher nicht einig darüber, welche Funktionen solche Dornfortsätze gehabt haben könnten. Die Hypothesen reichen von Wärmeregulierung über sexuelle Attraktivität bis hin zur Abwehrfunktion. Bei der neuen Art sind diese paarweise angeordneten Verlängerungen am Hals nicht nur Dornen, sondern lange, relative dünne Stacheln, die nach vorn zeigen.

"Wir glauben, dass die Funktion der langen, scharfen Stacheln an Hals und Rücken zur Abschreckung und Abwehr von Raubtieren diente", schreiben die Forscher vom Nationalen Rat für wissenschaftliche und technische Forschung (CONICET) in Argentinien. Sie vermuten zudem, dass die Stacheln von einer schützenden Keratinhülle umschlossen waren, ähnlich wie die Hörner vieler heute lebender Säugetiere. "Wären die Stacheln nackte Knochenstrukturen oder nur von Haut bedeckt, dann wären sie durch einen einzigen Schlag gebrochen", sagt Pablo Gallina, Erstautor der Studie.

Fressen und wachsam sein

Den Schädel und ein Stück vom Hals von Bajadasaurus pronuspinax fanden die Paläontologen in der Provinz Neuquén in der Region Bajada Colorada im Gestein, das sie auf ein Alter von 140 Millionen Jahren datieren. Sie sind der Überzeugung, dass das Tier viel Zeit damit verbrachte, Pflanzen vom Boden zu fressen. Die Stellung der Augenhöhlen an dem gut erhaltenen Schädel weist darauf hin, dass die Saurier währenddessen ihre Umgebung mit den Augen kontrollieren konnten.

Die Forscher, die in der Region um Nordpatagonien seit 2010 Ausgrabungen vornehmen, rekonstruierten ihren Fund und stellten die Nachbildungen im Cultural Science Center in Buenos Aires aus. Ihre Erkenntnisse wurden im Fachjournal "Nature" veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de, jaz

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