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Abseits von Grünheide Alternativen zu Teslas Model 3 und Y

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Längst gibt es neben den Modellen von Tesla stromernde Alternativen unterschiedlichster Hersteller.

(Foto: Collage)

Wenn heute die Produktion in Teslas Gigafactory in Grünheide startet, sollen lange Lieferzeiten für ein Model 3 oder Y Geschichte sein. Aber Tesla steht mit seinen Modellen schon lange nicht mehr allein auf weiter Flur. Unterdessen gibt es einige Alternativen von anderen Herstellern, die recht attraktiv sind.

Tesla wird heute mit großem Tamtam die Gigafactory im brandenburgischen Grünheide eröffnen. An der Seite von Firmenchef Elon Musk wird es sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz nicht nehmen lassen, an diesem denkwürdigen Ereignis teilzunehmen. Und das ist verständlich. Sollen doch in Grünheide 150.000 Autos im Jahr gebaut werden. Später soll die Kapazität sogar auf eine halbe Million Fahrzeuge steigen, die innerhalb eines Jahres das Werk verlassen. Am Anfang will Tesla aber ausschließlich das Mittelklassemodell Model 3 und das SUV Model Y in Grünheide bauen. Das soll wochenlange teure Transporte aus an anderen Werken überflüssig machen und die Wartezeiten auf Neuwagen drastisch verkürzen.

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Im Moment ist Teslas Model 3 noch das meistverkaufte E-Auto in Europa.

(Foto: Tesla)

Aber was ist das Model 3 genau für ein Auto und welche Alternativen gibt es für die, die keinen Tesla möchten? Man kann es drehen und wenden wie man will, aber die kalifornische Mittelklasse-Limousine konnte im vergangenen Jahr erstmals die Spitze der monatlichen europäischen Pkw-Bestsellerliste erklimmen - und das sogar zweimal, im September und im Dezember. In der Gesamtjahresbilanz landete das Model 3 zwar unter "ferner liefen", die Rolle als Europa-Primus unter den E-Automodellen dürfte ihm aber in der nächsten Zeit nur schwer zu nehmen sein. Zu seinen Stärken zählen eine große Reichweite, ein geringer Verbrauch und ein ansprechendes Bediensystem.

Die wohl meistverkaufte Variante des Model 3 ist die RWD-Version. Hier werden allein die Räder der Hinterachse mit allerdings üppigen 325 PS angetrieben, was einen Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in 6,1 Sekunden sowie für kurze Zeit maximal 225 km/h erlaubt. Wer es geruhsam angeht, wird laut WLTP-Messung mit 14,0 kWh auf 100 Kilometern auskommen. Zugleich bietet das mit einem Preis von rund 43.000 Euro günstige Modell eine großzügig dimensionierte 60-kWh-Batterie, die 491 Kilometer Reichweite ermöglichen soll.

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Das Tesla Model Y ist momentan noch nicht prägend im Straßenbild. Das soll sich mit der Produktion in Grünheide aber ändern.

(Foto: Tesla)

Teslas Model Y soll als waschechter Crossover so etwas wie der Shootingstar aus Grünheide werden. Im direkten Vergleich mit dem Dreier ist das Model Y 6 Zentimeter länger, 7 Zentimeter breiter und vor allem 18 Zentimeter höher. Die Technik ist mit der des Model 3 identisch. In der Standardausführung verfügt auch das Model Y über einen Motor und eine Reichweite, die nach WLTP-Messung bei knapp 400 Kilometern liegt. Der Einstiegspreis dürfte bei etwa 45.000 Euro liegen.

Doch tatsächlich sind Teslas Model 3 und auch das zu erwartende Model Y nicht mehr allein auf weiter Flur. Die etablierte Konkurrenz hat nachgezogen und bietet ähnlich attraktive Fahrzeuge an.

VW ID. 3 Pro Performance

Als Erstes muss hier wohl der ID.3 Pro Performance genannt werden. Auch der Wolfsburger wird über die Hinterräder angetrieben und verspricht bei besten Witterungsbedingungen und in der Stadt eine Reichweite von bis zu 515 Kilometern, bei einer Batteriekapazität von nutzbaren 58 kWh. Die Schnellladeleistung beträgt 100 kW DC, was bedeutet, dass der Akku in 33 Minuten wieder die Kraft für 280 Kilometer aufbringt. So flott wie im Tesla Model 3 ist man im ID.3 dann aber nicht unterwegs. Der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h dauert 7,3 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt. Dafür ist der Stromer aus Wolfsburg mit knapp 36.500 Euro deutlich preiswerter als der US-Amerikaner.

Polestar 2 Standardversion mit einem Motor

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Der Polestar 2 ist eine recht sportliche Alternative zu den Tesla-Modellen.

(Foto: Polestar)

Das Polostar-Basismodell mit Frontantrieb verfügt über einen 69 kWh-Akku und eine Reichweite von bis zu 470 Kilometern. Der E-Motor des Polestar 2 leistet 231 PS und die Ladeleistung an einer Schnellladestation liegt bei 130 kW. Hier braucht es 35 Minuten, bis der Akku zu 80 Prozent gefüllt ist. An der Wallbox sind es sieben Stunden. Den Standardsprint gibt Polestar mit 7,4 Sekunden an und die Höchstgeschwindigkeit liegt wie beim VW ID.3 bei limitierten 160 km/h. Die Basisvariante ist ab 41.930 Euro erhältlich.

Kia EV6

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Auch Kia setzt mit dem EV6 auf eine ziemlich sportliche Crossover-Variante.

(Foto: Kia)

Der Kia EV6 paart schnittiges Design und großes Platzangebot mit einem Hightech-Antrieb. Der 4,69 Meter lange Crossover, der auf der neuen modularen, rein elektrischen Plattform E-GMP des Hyundai-Kia-Konzerns aufsetzt, fährt in der Basisversion mit einem 169 PS starken E-Motor und Heckantrieb vor. Die 58-kWh-Batterie soll für eine Reichweite von bis zu 400 Kilometer gut sein. Den Sprint auf Landstraßentempo erledigt die Standardversion in 6,2 Sekunden. Über die Höchstgeschwindigkeit des Basismodells gibt es keine Angaben. Schneller als 160 km/h dürfte der EV6 hier aber nicht werden. Motor und Batterie nutzen ein 800-Volt-System, das für hohe Leistungsabgabe und extra schnelles Aufladen sorgt - an der DC-Säule nimmt der Crossover bis zu 225 kW auf. Dazu kommt je nach Modellvariante eine Reichweite zwischen 394 und 528 Kilometern. Start ist bei 45.000 Euro.

Hyundai Ioniq 5

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Der Ioniq 5 nutzt die gleiche Basis wie der Kia EV6.

(Foto: Hyundai)

Ioniq 5 heißt das erste Modell einer neuen Elektroauto-Generation von Hyundai. Die schwächste Version wird von einem 170 PS und 350 Newtonmeter starken Heckmotor von 0 auf 100 km/h in 8,5 Sekunden angetrieben. Kombiniert wird die Basisversion mit einer 58 kWh großen und vermutlich für rund 400 Kilometer Reichweite ausgelegten Batterie. Wie beim Kia EV6 fährt auch der Ioniq 5 mit 800-Volt-Batterietechnik, die eine Ladeleistung von bis zu 220 kWh aufnehmen kann, was bei entsprechender Ladesäulentechnik ein Befüllen der Batterie von 10 auf 80 Prozent in 18 Minuten erlaubt. Strom für 100 Kilometer wäre so in weniger als 5 Minuten nachladbar. Die Basisversion startet bei 42.000 Euro.

Renault Mégane E-Tech

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Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h ist der Renault Mégan E-Tech der langsamste der Tesla-Konkurrenten.

(Foto: Renault)

Auch Renault bietet mit dem Mégane E-Tech eine Alternative zum Tesla Model 3. Der Franzose wirkt mit seinen hohen Schultern und den schmalen Fenstern zwar auf den ersten Blick wie ein Crossover, ist bei Dimensionen und Platzangebot aber eher der Golf-Klasse verhaftet. Weil der Antrieb stark auf Effizienz getrimmt ist, soll der Fünftürer trotz vergleichsweise kleiner Batterie bis zu 470 Kilometer weit fahren können. Dabei hat Renault sicher auch die Erfahrung mit der E-Auto-Besteller Zoe geholfen, von dem der größere Bruder sich aber sowohl technisch als auch in Sachen Ambiente emanzipiert hat - zu erkennen beispielsweise an der großen Bildschirmlandschaft im Cockpit und der dahinter liegenden Konnektivitäts-Software. Die Preise für den 130 PS starken Elektro-Mégane startet bei 42.700 Euro. Den Sprint auf Tempo 100 absolviert der Mégane E-Tech in 10,5 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h begrenzt. Die Ladezeiten liegen an einer 2,3-kW-Haushaltssteckdose bei fast 18 Stunden. An der Wallbox sind es 6 Stunden und 30 Minuten und am DC-Schnelllader mit 130 kW ist die Batterie nach gut einer Stunde wieder geladen.

Škoda Enyaq

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Im direkten Vergleich mit den Tesla-Modellen ist wohl der Škoda Enyaq in der Variante iV 80 am empfehlenswertesten.

(Foto: Skoda)

Skoda hat inzwischen mit dem Enyaq einen Crossover im Programm, der den beiden Tesla-Modellen Konkurrenz macht. Die Basisversion Enyaq 50 iV fährt mit einem 150 PS starken E-Motor, Heckantrieb und einem 55-Kilowattstunden-Akku vor, der genug Strom für 340 Kilometer speichern soll. Im zweiten Schritt (Enyaq 60 iV) steigt die Kapazität auf 62 Kilowattstunden. Die Reichweite steigt auf 390 Kilometer, dazu gibt es einen 180 PS-Motor, der den iV 80 in 8,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Stärkstes 2WD-Modell ist der Enyaq 80 iV mit 204 PS und einer 82-Kilowattstunden-Batterie, die für bis zu 510 Kilometer gut sein soll. Die letztgenannte Variante dürfte im Vergleich mit den US-Amerikanern dann auch die interessanteste Alternative sein. Die 77 kWh leistende Batterie kann auch am Schnelllader an der Autobahn befüllt werden. Allerdings muss man ihn mittels des richtigen Häkchens in der Zubehörliste dazu ertüchtigen und 500 Euro extra ausgegeben. Dann lädt er mit bis zu 125 kWh, andernfalls sind es lediglich 50 kWh. Der Anschaffungspreis für den maximal 160 km/h schnellen iV 80 liegt bei 43.950 Euro.

VW ID. 4 und ID. 5

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Der VW ID. 4 und auch der ID. 5 sind enge Verwandte des Škoda Enyaq.

(Foto: VW)

Baugleich mit dem Škoda Enyaq bietet VW den ID. 5 an, der ein etwas veredelter Coupé-Ableger des Kompakt-SUVs ID. 4 ist. Ab dem Frühsommer soll er für 46.515 Euro ein knackiges Design und schnellere Ladetechnik bieten. Die VW-ID-Modelle mit großer Batterie laden nach harscher Kritik auch schneller. Die an der Gleichstrom-Säule aufgenommene Leistung steigt von 125 auf 135 kW, was bei einer Ladung von 5 auf 80 Prozent einer Zeitersparnis von neun Minuten entspricht.

Die Änderungen betreffen alle Modelle mit 77-kWh-Akku, mit Ausnahme des ID. 5 GTX, der bereits auf 150 kW kommt. Zu haben ist das vorläufige Top-Modell der ID-Familie zunächst in den Heckantriebs-Versionen Pro und Pro Performance mit 174 PS beziehungsweise 204 PS sowie in der vorläufigen Top-Variante GTX mit 299 PS, der über elektrischen Allradantrieb verfügt. Der GTX beginnt bei Preisen ab 53.515 Euro. Zum Vergleich: Für das parallel auch mit 52-kWh-Batterie angebotene Schwestermodell ID.4 starten die Preise bei etwa 39.000 Euro.

Quelle: ntv.de, hpr

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