Unterhaltung

Ben Dolic ist nicht gesetzt 2021 werden die ESC-Karten neu gemischt

imago0097537511h.jpg

Sein ESC-Traum kann noch wahr werden - aber nicht mit "Violent Thing": Ben Dolic.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

Es sei "der beste deutsche ESC-Song aller Zeiten", jubelten die Verantwortlichen, nachdem sie Ben Dolic und sein "Violent Thing" zum deutschen Teilnehmer beim Eurovision Song Contest in Rotterdam gekürt hatten. Doch der Wettbewerb fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. So wie nun auch "Violent Thing".

Inzwischen wäre der Sieger des diesjährigen Eurovision Song Contests (ESC) in Rotterdam längst gekrönt. Schließlich wäre das Finale bereits am 16. Mai über die Bühne gegangen. Aber wie so vieles musste auch der altehrwürdige Gesangswettbewerb in diesem Jahr vor der Corona-Krise kapitulieren. Seither wird die Ausgabe im kommenden Jahr geplant. Auch in Deutschland.

Hier gibt es nun eine kleine Überraschung. Denn anders als in vielen anderen teilnehmenden Ländern wurde der für den ESC 2020 auserkorene Vertreter, Ben Dolic mit seinem Song "Violent Thing", nicht automatisch für die Veranstaltung im kommenden Jahr bestätigt. Warum das so ist, obwohl er sich im Auswahlprozess bei zwei unabhängigen Jurys durchgesetzt hatte, erklären die hiesigen ESC-Verantwortlichen in einem Interview.

"Viel positives Feedback"

"Wir haben viel positives Feedback bekommen. Viele Radiosender haben 'Violent Thing' gespielt, das Video wurde bei Youtube auf den beiden offiziellen Kanälen 3,5 Millionen Mal aufgerufen. Das hat uns mega gefreut. Und eine Top-10-Platzierung wäre, sagen wir mal, nicht unmöglich gewesen", sagt die Chefin der deutschen ESC-Delegation Alexandra Wolfslast zum Erfolg von Dolic trotz ESC-Ausfall.

Das große Aber kommt dann von Christian Blenker, ARD-Teamchef für den ESC: "Die EBU (Europäische Rundfunkunion, Anm. d. Red.) hat für den kommenden ESC die Regeln bestätigt: Auch im nächsten Jahr dürfen nur neue, noch nicht veröffentlichte Songs antreten. 'Violent Thing' war also raus und wir müssen wieder von vorne anfangen."

"Natürlich war er enttäuscht"

Daraufhin habe man die Situation mit Dolic und dem verantwortlichen Musikproduzenten Boris Milanov besprochen. Das Ergebnis: "Beide wollen es zum Glück noch einmal wissen und für 2021 einen neuen Song einreichen. Ben ist aber nicht gesetzt, sondern im Wettbewerb mit anderen. Wir wollen auch neuen Künstlerinnen und Künstlern eine Chance geben, für Deutschland beim ESC 2021 anzutreten", erklärt Blenker.

Und wie ging es Ben Dolic mit der Entscheidung? "Natürlich war er enttäuscht", gibt Wolfslast zu. "Aber wir freuen uns alle sehr, dass er es nun mit einem neuen Song noch einmal wissen will."

Das Verfahren bleibt gleich

Immerhin weiß Dolic nun bereits, wie das Auswahlverfahren für den deutschen Vertreter beim ESC 2021 ablaufen wird, denn: "Wir bleiben beim Verfahren. Zwei Experten-Jurys wählen aus", sagt Wolfslast. "In beiden Jurys sitzen Menschen mit einem nachgewiesenen ESC-Instinkt. Musik-Profis und internationale Mitglieder aus den Länder-Jurys des ESC", konkretisiert Blenker.

Die Wahl von Ben Dolic und "Violent Thing" habe gezeigt, dass sie ihre Sache ziemlich gut machten, sagt Blenker. "Deshalb vertrauen wir ihnen auch die Auswahl für den deutschen Act für den ESC 2021 an."

Einen anderen Aspekt des bis dato neuen Auswahlverfahrens lobt er in diesem Zusammenhang ausdrücklich: den Ausschluss der Öffentlichkeit. "Der Schutz der Künstlerinnen und Künstler durch ein internes Verfahren zahlt sich aus. Jetzt können wir diejenigen ermuntern, die es im vergangenen Jahr nicht geschafft haben, aber sehr gute Bewertungen eingefahren haben, es erneut zu versuchen."

Bewerbungen und Talentsuche

Mehr zum Thema

Neben Ben Dolic haben nun also auch andere Künstler und Songschreiber die Chance. Können sich Interessierte offen bewerben? "Im vergangenen Jahr haben uns direkte Bewerbungen erreicht und wir haben mit einem professionellem Scouting gezielt nach Nachwuchstalenten gesucht. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht", bejaht Blenker die Frage.

Das ESC-Finale 2021 wird am 22. Mai in Rotterdam ausgetragen, die Halbfinalshows finden am 18. und 20. Mai statt. Derzeit laufen allerdings noch die Gespräche bezüglich der Terminkollision mit dem geplanten DFB-Pokalfinale der Männer am 22. Mai 2021 in Berlin, wie Wolfslast bestätigt.

Quelle: ntv.de, vpr/spot