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Weg mit "Good Omens", Netflix! Radikale Christen blamieren sich

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In "Good Omens" verbünden sich ein Engel und ein Dämon. Radikalen Christen passt das nicht in den Kram.

(Foto: Amazon)

Erst denken, dann reden - das sollte auch für Petitionen gelten. Mehr als 20.000 Christen wenden sich an Netflix, damit der Streamingdienst die Serie "Good Omens" aus dem Programm nimmt. Dabei ist den Eifrigen allerdings ein gravierender Fehler unterlaufen.

Über Himmel und Hölle macht man keine Witze - jedenfalls nicht, wenn es nach Tausenden Christen geht. Die haben sich online für die Abschaffung der Serie "Good Omens" starkgemacht. Die Adaption des Fantasy-Romans von Terry Pratchett und Neil Gaiman aus dem Jahr 1990 ist vor wenigen Wochen erschienen. In der Geschichte tun sich mit Aziraphale und Crowley, gespielt von Michael Sheen und David Tennant, ein Engel und ein Dämon zusammen, um das Ende der Welt abzuwenden. Tausende Christen wollen so etwas offenbar nicht über Bildschirme flimmern sehen. Mehr als 20.000 Personen unterzeichneten eine Petition, die "Good Omens" als weiteren Schritt dahin beschreibt, Satanismus normal und akzeptabel erscheinen zu lassen.

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"Es wird sich über die Weisheit Gottes lustig gemacht", heißt es in der Petition. Dass Gott bei "Good Omens" die Stimme einer Frau (Oscar-Preisträgerin Francis McDormand) hat, stößt ihnen außerdem sauer auf. "Diese Art von Video verharmlost Wahrheit, Irrtum, Gut und Böse", ist online zu lesen. "Sie zerstört die Grenzen der Angst, die die Gesellschaft noch vor dem Teufel hat." Netflix solle die Serie nicht länger zugänglich machen. Blöd nur, dass es sich bei "Good Omens" keinesfalls um eine Netflix-Serie handelt. "Good Omens" ist von Amazon produziert.

Einfach abschalten

Autor Gaiman meldete sich auf Twitter in der Sache zu Wort. "Ich liebe es, dass sie sich an Netflix wenden, um zu versuchen, 'Good Omens' abzusetzen. Das sagt echt alles. Das ist so schön ... Versprecht mir, ihr werdet es ihnen nicht verraten?" Irgendwie scheinen die eifrigen Christen dennoch Wind von der Sache bekommen zu haben. Mittlerweile wurde die Petition angepasst. Dennoch ist stark zu bezweifeln, dass Amazon der Bitte Folge leisten wird.

Gaiman jedenfalls war bereits vor Veröffentlichung der Serie auf Gegenwind vorbereitet. "Als ich die erste Seite der Geschichte geschrieben habe, habe ich bereits eine Entscheidung getroffen: Da sind Adam und Eva im Garten Eden und sie sind nicht weiß", sagte Gaiman im Gespräch mit n-tv.de. "Dann ist da die Stimme Gottes und das ist eine Frau. Das alles passiert in den ersten fünf Minuten." Wem das nicht gefalle, der solle eben abschalten, so der 58-Jährige. "Wenn Sie das, was Sie sehen, wütend macht oder Sie sich angegriffen fühlen, ist das eine großartige Entschuldigung dafür, die Serie nicht weiter zu gucken."

Quelle: n-tv.de, ame

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