Unterhaltung

Dschungelcamp, Tag 7 "Vielleicht wollen die mich brechen sehen"

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"Ich möchte diese Dschungel-Prüfung ablehnen": Sarah Knappik.

Wir sagen mal: Every good things are seven. Und so trieb die Sarah-Show am siebten Camp-Tag einem neuen Höhepunkt entgegen. Wir freuen uns, stellen aber auch mal was klar.

Mist! Waren wir etwa zu voreilig, als wir uns vor zwei Tagen ein "Chakalaka Kakalaka"-Tattoo stechen, einen Eva-Jacob-Pudel kommen und eine Rainer-Langhans-Gedächtnisfrisur flechten ließen? Eigentlich hatten wir uns ja fest vorgenommen, uns unsere Dschungelcamp-Begeisterung von nichts und niemandem nehmen zu lassen. Und jetzt das.

Nein, wir reden hier doch nicht von der Kritik des Bundesverteidigungsministers an der Sendung. Dass er auf der Hardthöhe das Sagen hat, heißt schließlich noch lange nicht, dass er immer hart auf der Höhe der Zeit ist. Und so ist selbst sein bei Dirk Bach und Sonja Zietlow geklauter Spruch, Rainer Langhans sei eine "fleischgewordene Pusteblume", auch schon wieder überholt. Oder haben Sie schon einmal eine Pusteblume mit rosa Unterhose gesehen? Nein? Eben.

Worüber wir vielmehr noch einmal reden müssen, ist die Dschungel-Prüfung "Unter Strom" von Katy Karrenbauer und Sarah Knappik. Der ganz große Aufschrei darauf ist ausgeblieben. Gleichwohl nahmen sich vor allem die Kolumnisten diverser Fachmedien und viele TV-Zuschauer im Internet des Themas an. Mit dem überwiegenden Tenor: Das ging zu weit.

Überflüssig und ungeeignet

Mit dem Tabubruch, einer Kandidatin Stromstöße zu verabreichen, sollte womöglich die Aufmerksamkeitswelle, auf der die Sendung reitet, noch ein wenig nach oben geschraubt werden. Doch wer zu heftig auf einer Welle reitet, läuft bekanntlich Gefahr, dass sie bricht.

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Die Dschungel-Prüfung "Unter Strom" ging vielen zu weit - uns auch.

Die Stromschläge, die Katy Karrenbauer erleiden musste, mögen vielleicht nicht schmerzhafter gewesen sein als die Bisse von grünen Ameisen oder die Straußenhiebe, denen bereits die Camp-Bewohner vergangener Staffeln von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" ausgesetzt waren. Doch im Gegensatz zu den anderen Prüfungen, bei denen es in erster Linie um die Überwindung von Ekelgrenzen und Ängsten geht, weckten sie Folter-Assoziationen. Und das hat in einer Unterhaltungssendung wie auch sonst überall nichts zu suchen - ganz egal, dass sich die Teilnehmer des Dschungelcamps dem freiwillig stellen. Das mag bigott klingen, ist es in einer Welt, auf der Menschen nach wie vor auf dem elektrischen Stuhl sterben, aber nur selten von Straußen zu Tode gepickt werden, aber nicht.

Auch um die allseits geliebte Sarah ein weiteres Mal vorzuführen, war diese Prüfung dementsprechend ebenso überflüssig wie ungeeignet. Der 24-Jährigen, die sich ganz nebenbei gar nicht so schlecht auf dem schwierigen Parcours schlug, war ja von Anfang an die Rolle der "Täterin" im Kakerlaken-Kostüm zugewiesen. Aber Umerziehungsmaßnahmen sollte man derzeit doch lieber ihren Mitbewohnern im Camp und später einmal vielleicht Frauen mit Schlapphüten in der Wüste statt im Dschungel überlassen. Um es klipp und klar zu sagen: Bei der Prüfung "Unter Strom" hatte der Spaß an der Sendung ein Loch.

Kein Schiff wird kommen

Nachdem wir das von der Emu-Leber haben, wenden wir uns doch lieber wieder einem richtigen Spaß mit Löchern zu. Mit anderen Worten: Der Dschungel-Prüfung "Raus aus den Mulden". Bei ihr sollte - klar, wer sonst - Sarah in die Löcher in einem alten Bootswrack greifen, in denen sich nicht nur die für die Essensration der Camp-Bewohner wichtigen Sterne, sondern natürlich auch so einige putzige Tierchen befanden. Darunter, glaubte man Sonja Zietlow, auch "ein paar Skorpione".

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Da half auch Dr. Bob nichts - Sarah trat zu "Raus aus den Mulden" nicht an.

Doch bevor Sie nun mit diesem Boot vor Augen beginnen, ein paar alte Seemannslieder zu schmettern, lassen Sie sich gesagt sein: Kein Schiff wird kommen. Auch Sarahs Mitstreitern war wohl eher nach "Wir lagen in Australien und hatten die Pest an Bord" als nach "Mädchen, komm bald wieder" zumute. Der Grund: Sarah weigerte sich, auch in nur eine Mulde zu greifen. "Nein, ich möchte diese Dschungel-Prüfung ablehnen", erwiderte sie auf Zietlows notorische Frage, ob sie denn zu ihrer mittlerweile fünften Strafarbeit antreten wolle. Eine Premiere - das gab es in der Geschichte von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" noch nie.

Zum Gehen aufgefordert

Dabei hatte alles doch so hoffnungsfroh angefangen. Zwar hatte Sarah "keine Ahnung, warum die mich wählen - vielleicht wollen die mich brechen sehen" (und sie meinte definitiv nicht das sich Übergeben). Dennoch erklärte sie noch, als Dr. Bob ihr seine Ratschläge für die Prüfung mit auf den Weg gab: "Every good things are five."

Doch ehe man auch nur bis drei zählen konnte, muss eine außergewöhnliche Gehirnaktivität bei Sarah Knappik sie dann doch dazu gebracht haben, eine "100 Prozent egoistische Entscheidung" zu fällen - umnebelt von der Annahme, dass die anderen Camp-Bewohner dafür mit Sicherheit Verständnis hätten. Dieses reichte dann wie zu erwarten auch genau so weit, dass Mathieu Carrière ihr am Ende gar nahe legte, die Dschungel-Kommune doch bitte freiwillig zu verlassen. Auch das ein Novum in der Historie der Sendung.

Der Laufsteg wartet

Was Sarahs Mitstreiter besonders empörte, war die Erklärung der 24-Jährigen, sie habe die Prüfung aus Sorge um ihre Hände verweigert, "weil ich wirklich noch als Model arbeiten will". Tja, hätte Frau Knappik etwas mehr Lebenserfahrung als sie selbst denkt, dann wüsste sie wohl, dass man - "Sie baden gerade ihre Hände darin" - seine Finger sogar gefahrlos in Spülmittel tunken kann. Und tatsächlich scheint ihr noch nicht aufgegangen zu sein, dass sich ihre Model-Tätigkeit nach der Rückkehr aus dem Camp vermutlich erst einmal auf Werbung für Insektenspray, Zickenkäse und Abführmittel beschränken dürfte.

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Das Verständnis für Sarahs Entscheidung in der Gruppe hielt sich in engen Grenzen.

Daran ändert mit Sicherheit auch die Tatsache nichts, dass sie nun die "Chance" bekommt, eine "Reife-Prüfung" der anderen Art abzulegen. Nein, dem nicht unbedingt schlechtesten Rat von Carrière, ihre Model-Tätigkeit im Dschungel vorzeitig zu beenden, ist Sarah nicht nachgekommen. Und so schickten sie die Zuschauer erwartungsgemäß zu ihrer sechsten Prüfung auf den Laufsteg, bei der laut RTL verschiedene Stationen auf dem Programm stehen: "Schwimmstunde und Pausensnack sind noch lange nicht alles." Neu dabei ist, dass ihre Camp-Mitbewohner ihr dabei zusehen werden. Zudem beginnt mit der nächsten Ausgabe von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" die Zeit, in der das Publikum einen "Promi" nach dem anderen aus der Sendung wählt.

"Ja, jetzt spritzt es"

Angesichts der ganzen Sarah-Show läuft man fast Gefahr, all die anderen Dschungel-Schönheiten zu vergessen. Etwa Indiras Brüste, die - ob echt oder nicht - nicht nur Mathieu Carrière "super" findet. Und auch die nachdenklichen Geschichten, wie die verspätete Familienplanung von Gitta Saxx, werden zur Randnotiz. "Du brauchst dringend 'nen Mann", brachte Peer Kusmagk das Problem der 48-Jährigen auf den Punkt. Na, mal sehen, wer im Camp sich da so anbietet: Also, Kusmagk, Carrière und Rupprath sind vergeben, Jay entdeckt gerade seine Liebe zu Indira, und Froonck kommt wohl auch nicht in Frage. Oops, dann bliebe da ja tatsächlich nur noch Rainer Langhans. Ach, weißt du, Gitta, Single sein ist auch prima.

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Froonck melkt "Sarah".

Schließlich gab es auch wieder eine Schatzsuche, nachdem die letzte ins Regenwasser gefallen war. Froonck Matthée und Eva Jacob ergatterten dabei erfolgreich ein paar Fläschchen Rotwein für die Gruppe. Um den Schlüssel für die Kiste zu bekommen, mussten sie einer Ziege, die sie natürlich "Sarah" tauften, ausreichend Milch abzapfen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten vermeldete Froonck freudig erregt: "Oh, es kommt" und "Ja, jetzt spritzt es". Allein für diese Ausrufe am Ziegeneuter lassen wir jetzt sofort dem Wedding Planer zu Ehren eine Himmelslaterne in die Luft steigen.

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Quelle: ntv.de