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"Age of Ultron" in den Kinos So ist der neue "Avengers"-Film

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Sechs Freunde sollt ihr sein: Die Avengers greifen an.

(Foto: Marvel 2015)

Eine künstliche Intelligenz will die Menschheit auslöschen - und fordert die Avengers um Iron Man und Hulk heraus. Wer dachte, das erste Abenteuer der Superhelden wäre nicht zu toppen, irrt sich gewaltig. "Age of Ultron" ist großartiges Blockbuster-Kino.

Man könnte denken, den Filmen aus dem Avengers-Universum müsste bald mal die Puste ausgehen. Weit gefehlt: "Avengers: Age of Ultron" legt nochmal ordentlich nach und übertrifft sogar seinen Vorgänger von 2012. Nicht weil es noch mehr Action und Krawall gibt, sondern weil der Film ganz im Gegenteil den Charakteren mehr Platz einräumt. Weil er durch Humor punktet. Und weil er wunderbare Momente hervorzaubert.

Die Helden und Bösewichter in der Einzelkritik

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Iron Man gibt's auch in der großen Ausführung.

(Foto: Marvel 2015)

Iron Man: Einen coolen Spruch hat Tony Stark ja immer auf den Lippen, deshalb sorgt er für einige Lacher im Film. Der Milliardär, der hinter der Iron-Man-Maske steckt, ist sozusagen der Mittelpunkt der Gruppe: In seinem Wolkenkratzer ist das Hauptquartier untergebracht und sein Computer Jarvis weiß einfach alles. Allerdings ist Tony Stark auch ein bisschen zu sehr von sich überzeugt, weshalb er den Konflikt auslöst, der fast die gesamte Menschheit auslöscht. Es kommt zum Streit und zum Kampf gegen Hulk - einer der Höhepunkte des Films. Darsteller Robert Downey Jr. wirkt diesmal allerdings etwas uninspiriert. Vielleicht liegt's daran, dass es bereits sein fünfter Einsatz im Metallanzug ist - und vermutlich auch sein letzter.

Thor: Darsteller Chris Hemsworth ist wieder der Muskelprotz, den man erwartet: sprachfaul, stark und immer im richtigen Moment zur Stelle. Seine Figur steht diesmal etwas mehr im Hintergrund, ein wichtiger Teil der Gruppe bleibt er trotzdem.

Captain America: Auch das Relikt aus den 40er Jahren spielt diesmal nicht in der ersten Reihe mit, hat aber ein paar eindrückliche Auftritte. Was er mittlerweile mit seinem Schild anstellt, ist toll anzusehen. Darsteller Chris Evans gibt sich Mühe, aber seine Figur ist im Vergleich zu den anderen etwas blass.

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Rot flirtet mit Grün: Hulk und Black Widow.

(Foto: Marvel 2015)

Hulk: Das Gegenteil von blass ist der grüne Riese. Er ist der beeindruckendste Held des Films, weil er nicht nur als Hulk für jede Menge Action sorgt (etwa im Zweikampf mit Iron Man), sondern als Bruce Banner auch für ruhige, nachdenkliche Momente zuständig ist, die diesmal ungewöhnlich viel Raum einnehmen. Mark Ruffalo ist ein Glücksgriff für die "Avengers"-Filme, seine Figur ein Gewinner dieses Films.

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Scarlett Johansson spielt Black Widow - eine der stärksten Figuren des Films.

(Foto: Marvel 2015)

Black Widow: Das gilt erst recht für die Killerin Natascha Romanoff, die zum Glück eine größere Rolle spielt als in vergangenen Filmen. Die Figur, gespielt von Scarlett Johansson, erhält mehr Tiefe und die Zuschauer einen Einblick in ihre Vergangenheit. Außerdem knistert es zwischen ihr und Bruce Banner. Schade, dass Black Widow in absehbarer Zeit keinen eigenen Film bekommt - spätestens nach diesem Auftritt will man unbedingt mehr von ihr sehen!

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Hawkeye hat noch einige Überraschungen auf Lager.

(Foto: Marvel 2015)

Hawkeye: Für die größte Überraschung im Film sorgt der Mann mit der hundertprozentigen Zielgenauigkeit. Anders als bei seinen bisherigen Filmauftritten bekommt die Figur, gespielt von Jeremy Renner, eine nicht ganz plausible, aber beeindruckende Vorgeschichte verpasst, die der Charakterzeichnung sichtbar guttut. Ein großer Pluspunkt für den Film.

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Ultron will die Menschheit vernichten - um für Frieden zu sorgen.

(Foto: Marvel 2015)

Ultron: Der Bösewicht. Zum Glück geht's nicht schon wieder um außerirdische Bedrohungen wie im ersten Teil, sondern um menschgemachte Probleme. Ultron ist eine künstliche Intelligenz, die eigentlich die Erde vor Gefahren beschützen und für Frieden sorgen soll. Doch etwas läuft aus dem Ruder und die Menschheit ist in den Augen des Roboters plötzlich die größte Gefahr. Ultron ist nicht so charismatisch und böse wie Loki im ersten "Avengers"-Teil, aber trotzdem ein schwieriger Gegner für die Superhelden. Sein Design hätte allerdings ausgefeilter sein können, das wirkt zu glatt.

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Neue Helden braucht das Land: Scarlet Witch (r.) und Quicksilver.

(Foto: Marvel 2015)

Scarlet Witch und Quicksilver: Zwei Neuzugänge, die eigentlich aus dem X-Men-Universum stammen. Die Zwillinge kämpfen zusammen mit Hydra und Ultron gegen die Avengers und erweisen sich als sehr gefährliche Gegner. Scarlet Witch ist eine Zauberin, die die Gedanken beeinflussen kann und so die Superhelden gegeneinander aufhetzt. Quicksilver ist superschnell - Kinogänger kennen ihn bereits aus "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit". Hier wird er aber von Aaron Taylor-Johnson gespielt, der nicht wirklich überzeugt. Im Gedächtnis bleibt dafür sein Film-Zwilling Elizabeth Olsen (richtig, die ist in der Realität eine Schwester von Mary-Kate und Ashley).

Das kann der Film

Was passt? "Avengers: Age of Ultron" lässt mehr Zwischentöne zu, gibt den Charakteren mehr Tiefe und beleuchtet ihre Vergangenheit oder ihre Ängste. Auch die Beziehungen zwischen den Superhelden werden noch stärker beleuchtet, was die Handlung immer wieder vorantreibt. Die neuen Figuren frischen die Geschichte ebenfalls merkbar auf - und reihen sich prima ein. Wer Action mag, wird trotzdem bestens bedient - hier wird geklotzt, noch mehr als im ersten Teil und wieder in 3D. Der Film beginnt bereits mit einer großen, aber nicht ganz überzeugenden Schlacht. Große Klasse ist der Zweikampf zwischen Iron Man und Hulk. Das Ende ist ein einziger Krawall.

Was stört? Das ist auch das Problem des Films: Am Ende trägt er zu dick auf, etwas weniger wäre hier mehr gewesen. Mit 140 Minuten ist der Film außerdem etwas zu lang. Die Zeit vergeht zwar wie im Fluge, aber das Finale zieht sich doch merklich hin. Ansonsten nervt vor allem die penetrante Musik.

Fazit Wer die bisherigen Marvel-Filme gesehen hat wird sich auch "Avengers: Age of Ultron" anschauen - und sehr viel Spaß haben. Wer den ersten "Avengers"-Film nicht mochte, könnte diesmal entschädigt werden, weil die Figuren menschlicher und emotionaler gestaltet sind und ganz neue Seiten der Helden ans Tageslicht kommen. Der Bösewicht Ultron hätte zwar charismatischer sein können, aber vor allem Scarlet Witch bringt ordentlich frischen Wind ins Geschehen. Hinzu kommen die lustigen Kabbeleien zwischen den "alten" Avengers. Der Film ist ein Highlight der Serie, bietet glänzende Unterhaltung und setzt die Latte für die kommenden Filme sehr hoch.

Quelle: n-tv.de

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