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Höheres Renteneintrittsalter Rente mit 68? Diese Jahrgänge wären betroffen

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Noch ein Jahr länger?

(Foto: picture alliance / SULUPRESS.DE)

Dass die gesetzliche Rente über kurz oder lang nicht mehr funktionieren kann, ist bekannt. Denn die Menschen werden immer älter - dem gegenüber stehen immer weniger Beitragszahler. Ein Gutachten fordert deshalb, das Renteneintrittsalter anzuheben. Ab diesem Alter.

Der Wissenschaftliche Beirat beim Bundeswirtschaftsministerium fordert anlässlich seines neuen Gutachtens zur Zukunft der Rente, diese in Zukunft erst ab einem Renteneintrittsalter von 68 Jahren zu ermöglichen. Derzeit wird die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf noch 67 Jahre angehoben.

Das Gutachtergremium, das sich aus ehrenamtlichen Sachverständigen zusammensetzt und den Bundesminister in wirtschaftspolitischen Fachfragen unabhängig berät, fordert eine "dynamische Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung". Betroffen wären davon alle Arbeitnehmer, die heute 47 Jahre oder jünger sind, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Ähnliche Vorschläge hatte bereits die Bundesbank gemacht - nur dass die sogar für zukünftige Jahrgänge die Rente mit 70 fordert, um des Problems Herr zu werden.

Der Vorschlag, das Rentenalter erneut hochzusetzen, sorgt schon jetzt für jede Menge politischen Sprengstoff und ist wenig originell. Würden doch auch diesmal schlichtweg die Renten für all jene beschnitten werden, die nicht bis zum Alter von 68 arbeiten wollen oder können. Aber der Wissenschaftliche Beirat von Wirtschaftsminister Peter Altmaier meint gute Argumente zu haben, drohten doch ansonsten "schockartig steigende Finanzierungsprobleme ab 2025". Zudem wird das Finanzloch in der Rentenkasse immer größer. Bereits in diesem Jahr muss der Bund 106 Milliarden Euro zuschießen, um das umlagefinanzierte Modell am Leben zu erhalten. Im Jahr 2024 sollen es sogar rund 120 Milliarden Euro sein.

Bisherige Lösungsansätze bestenfalls Stückwerk

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Der Schuldige für die umlagefinanzierte Rentenmisere ist schnell ausgemacht: die Demografie. Es wird in Zukunft hierzulande immer mehr alte und im Gegenzug viel zu wenige junge Menschen geben. Anders ausgedrückt, es fehlt an Beitragszahlern. Im Schnitt beziehen Senioren hierzulande 20 Jahre Rente. Das sind 5 Jahre mehr als noch 1990.

Andere machen auch die Politik für die absehbare Misere verantwortlich. Seit Jahrzehnten informiert sie zwar ihre Wähler über die ungute Entwicklung, Lösungsansätze waren aber bestenfalls Stückwerk. Auch, um keine Wählerstimmen zu verlieren. Stattdessen wurde die private Altersvorsorge gestärkt und de facto Rentenkürzungen vorgenommen. Doch das staatlich geförderte Zusatzangebot wird nur unzureichend angenommen und kostet den Steuerzahler dennoch viel Geld. Es ist insofern auch entbehrlich.

Quelle: ntv.de, awi

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