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Öko-Test cremt Kinder ein Ein Sonnenschutzmittel ist "ungenügend"

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14 von 21 Sonnenschutzmitteln für Kinder sind zu empfehlen.

(Foto: imago/Jochen Tack)

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Die Kinder mit Sonnenschutzmitteln einzucremen, ist für Eltern in etwa so freudvoll wie das Thema Zähneputzen. Alles Jammern hilft aber nicht - beides muss sein. Damit die Quälerei dann auch den nötigen Schutz bietet, ist bei der Wahl der Mittel unbedingt auf ein geeignetes Produkt zu achten.

Sonnenlicht ist für Mensch und Natur lebenswichtig, kann aber auch eine Menge Schaden anrichten. Doch nicht der Sonnenbrand ist die schlimmste Folge von zu wenig Sonnenschutz, sondern die Gefahr von Hautkrebs. Vor allem Kinder sollten darum ausreichend geschützt werden.

Öko-Test hat 21 entsprechende Produkte für Kinder aus Drogerie, Apotheke, (Bio-)Supermarkt oder Reformhaus geprüft, darunter drei mit Naturkosmetik-Siegel. Zu Preisen zwischen 3,95 Euro und 57,80 Euro pro 200 Milliliter. Alle getesteten Sonnenschutzmittel enthielten den Lichtschutzfaktor (LSF) 30, 50 oder 50+.

Ergebnis: 14 von 21 Mitteln wurden mit "gut" oder "sehr gut" bewertet. Und, weniger schön, vier sind "mangelhaft" und eines sogar "ungenügend".

Günstige Testsieger

Im Labor wurden die Produkte auf Problemstoffe untersucht, wie etwa bedenkliche UV-Filter, halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd-/abspalter, die als Konservierungsmittel eingesetzt werden. Bei mineralischen UV-Filtern wurde geprüft, ob die eingesetzten– oft kritisch gesehenen – Nanopartikel auch entsprechend auf der Verpackung ausgewiesen werden.

Neun Sonnenschutzmittel wurden mit "sehr gut" bewertet. Unter anderem erhielten nachfolgende Produkte die Bestnote: "Sundance Kids Sensitiv Sonnenmilch 50+" von DM (4,95 Euro), "Hipp Babysanft Sonnenmilch Ultra Sensitiv 50+", "Paediprotect Sonnenspray 50+" von Paedi Protect (14,60 Euro) und "Babydream Extra Sensitives Sonnenspray 50+" von Rossmann (6,99 Euro).

Wer Naturkosmetik bevorzugt, sollte laut den Testern zur "Alverde Kids Sensitiv Sonnenbalsam 50" von DM greifen (9,27 Euro).

Ein Mittel ist "ungenügend"

Im Test nicht überzeugen konnte vor allem nicht die "Sunozon Kids Sonnenmilch 50+" von Rossmann. Bei ihr kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie Kinderhaut grau verfärbt. Denn sie enthält ein umstrittenes Konservierungsmittel, das aus Silberchlorid auf Titandioxid besteht. Da es sich laut Öko-Test nicht ausschließen lässt, dass Silber sich im Körper anreichert und es dadurch zu grauen Verfärbungen auf der Haut kommen kann, darf die Substanz Produkten für Kinder unter drei Jahren eigentlich gar nicht beigefügt werden. So steht es in der Kosmetikverordnung. Konsequenz: "ungenügend".

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Mit "mangelhaft" wurden das "Eucerin Sensitive Protect Kids Sun Spray LSF 50+", das "Ream Sun Care Sonnenspray Kinder 50 von Pharmamedico", die "La Roche-PosayAnthelios Dermo-Pediatrics 50+ Lotion" und das "Lancaster SunSensitive Milky SprayKids 50+" bewertet. Ihnen wurde mitunter in den Mitteln enthaltene Problemstoffe wie PEG/PEG-Derivate, Silikone, Benzophenon und Homosalat zum Verhängnis.

Ungeachtet dessen: Vollen Sonnen­schutz bieten die Produkte nur, wenn sie reichlich und regel­mäßig aufgetragen werden. Zudem sollte beachtet werden, dass ein Teil des Schutzes beim Baden verloren gehen kann.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 19. Mai 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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