Fußball

So läuft der 29. Spieltag 50 für Kovac, schon wieder 05 für Dortmund

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Niko Kovac könnte einen Jubiläumssieg feiern.

(Foto: REUTERS)

Der FC Bayern stolpert in der Hinrunde über Fortunas Dodi Lukebakio. Nun geht's in der Fußball-Bundesliga nach Düsseldorf, doch der Angreifer fehlt wohl. Die Münchner könnten den BVB auf Abstand halten. Und Schalkes Huub Stevens zieht einen Abstiegskampf dem Malle-Urlaub vor.

Wie läuft's beim FC Bayern?

Ob Niko Kovac dem Düsseldorfer Angreifer Dodi Lukebakio eine Dankeskarte geschickt hat? Seinetwegen steht der FC Bayern wieder an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Das 3:3 am zwölften Spieltag war der Wachmacher. Drei Tore machten den 21-jährigen Belgier an nur einem Nachmittag berühmt, seine drei Tore bereiteten aber auch die Bayern-Wende vor. Seitdem gewannen sie 14 ihrer 16 Ligaspiele. Da ist doch mindestens ein Dankeschön angebracht. Doch nun könnte es sein, dass Lukebakio nur auf der Bank sitzt. Sagte jedenfalls Fortunas Trainer Friedhelm Funkel der "Bild"-Zeitung: "Die drei Tore aus dem Hinspiel sind Vergangenheit. Und um das zu wiederholen, müsste er ja Sonntag grundsätzlich erst mal spielen. Das wird nicht so leicht für ihn, denn wir haben eine gute Mannschaft. Kownacki kommt nach seiner Baby-Pause zurück und auch Hennings war beim letzten Spiel in Berlin richtig stark." Gleichzeitig warnte er: "Dodi muss sich wieder zusammenreißen." Der antwortete: "Ich gebe meine Antwort auf dem Platz." Nun, dafür müsste er (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) ja erst einmal spielen.

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Am zwölften Spieltag trumpfte Dodi Lukebakio groß auf.

(Foto: imago/DeFodi)

Spielen würde auch Arjen Robben noch einmal so gerne. Der 35-Jährige, der den FC Bayern nach der Saison verlässt, sagte dem Bezahlsender Sky: "Ich habe schon meine Bedenken und bin nicht sicher, ob ich in dieser Saison noch einmal für die Bayern auflaufen kann." Seine Verletzungen geben ihm und den Medizinern Rätsel auf. Wann spielte er das bisher letzte Mal in der Liga? Gegen die Fortuna. Während Lukebakio also voraussichtlich auf der Bank sitzt, reist Robben gar nicht mit nach Düsseldorf. Und kann so nicht mitfeiern, sollte sein Trainer das 50. Bundesliga-Spiel seiner Karriere gewinnen. Das ist gewiss recht wahrscheinlich, schließlich schossen seine Torjäger in fünf der jüngsten sieben Spiele jeweils mindestens fünf Tore - und ließen ermattete Gegner (darunter den BVB, die Wolfsburger und die Gladbacher) zurück. Dass die Fortunen ihrerseits zu Hause drei der letzten vier Spiele gewonnen haben, wird ihnen gegen den Kovac-Angriffstrupp nicht helfen. Selbst wenn dieser sich selbst zerfleischt. Tipp: 1:4

Was macht Borussia Dortmund?

Voran: Wenn eine Mannschaft, die am Spieltag zuvor mit 5:0 gewonnen hat, auf eine Mannschaft trifft, die ihre jüngste Begegnung mit 0:5 verloren hat und ulkigerweise Mainz 05 heißt, drängen sich manche Dinge auf. Aber wir sind sicher: Wenn Sie für jeden "05"-"Witz" rund um die Berichterstattung zu diesem Spiel einen Schnaps trinken, wird es ein lustiges Wochenende. Wir verschonen Sie also  - und freuen uns auf Ihre Erfahrungsberichte. Deshalb beginnt die Vorschau auf Dortmund gegen Mainz einfach erst jetzt:

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So leer können Gesichter nach einer 0:5-Klatsche sein.

(Foto: imago images / DeFodi)

"Abhaken", "Reaktion zeigen", "Hausaufgaben machen" - das Spiel des On-Off-Tabellenführers Borussia Dortmund gegen den 1. FSV Mainz 05 am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) steht noch unter dem Einfluss der 0:5-Klatsche gegen den FC Bayern. Diese Ohrfeige schallt immer noch durchs Westfalenstadion, wenn die Rheinhessen zum Spätspiel antreten. Und die sind gern gesehene Gäste: Die jüngsten fünf Auswärtsspiele der Mannschaft von Sandro Schwarz gingen komplett in die Hose - null Punkte, 2:17 Tore. In Dortmund allerdings werden sie sich noch an den bisher letzten 05-Besuch erinnern: Am 33. Spieltag der Vorsaison gewannen die Gäste mit 2:1, machten den Klassenerhalt klar und vermiesten dem BVB beinahe noch den direkten Einzug in die Champions League.

Sind die BVB-Profis Verdrängungskünstler, könnten sie aber wieder für einige Stunden ganz oben in der Tabelle stehen. Zwölf der jüngsten 15 Duelle gewannen sie, neun Mal mit zwei Toren Unterschied. Doch die Zitate, die aus Dortmund eintrudelten, lassen vermuten, wie sehr die Pleite am Selbstverständnis gekratzt hat: "Wir haben alles vermissen lassen, was eine Spitzenmannschaft auszeichnet" (Sportdirektor Michael Zorc), "Solche Leistungen können wir nicht mehr zeigen, sonst war es das mit der Meisterschaft." (Trainer Lucien Favre). "Wenn wir auftreten wie gestern, kann er aufstellen, wie er will" (Geschäftsführer Joachim Watzke). "Wir müssen knallhart zu uns selbst sein und einfach mehr Charakter zeigen." (Marco Reus). "Wer dieses Spiel an der Aufstellung oder der Formation festmacht, der hat keine Ahnung vom Fußball." (Zorc). Mainz gewann  gegen den SC Freiburg trotz nur 30 Prozent Ballbesitz, wahrscheinlich wird die Begegnung in Dortmund ähnliche Werte produzieren. Dann geht es für den BVB nur mit Geduld, Entschlossenheit, Einsatz und Präzision. In dieser Konstellation hatten sie schon öfter Probleme. Tipp: Dortmund bringt die Geduld nicht auf, trifft nur einmal. Das dürfte zu wenig sein für drei Punkte, 1:1.

Wie steht's im Abstiegskampf?

Mallorca-Urlaub oder Abstiegskampf? Für Fans des FC Schalke 04 dürfte die Entscheidung einfach sein. Denn "Malle ist nur einmal im Jahr" - und eben nicht jetzt. Hat sich auch ihr Trainer gedacht. Huub Stevens sagte dem "Sportbuzzer": "Die Koffer waren gepackt, meine Frau und ich waren schon so gut wie auf Mallorca. Aber wenn Schalke ruft, hast du letztlich keine Chance. Mein blau-weißes Herz schlägt noch immer. Also habe ich meine Frau angerufen und gesagt: Ich kann nicht mit, ich muss Schalke helfen!" Da muss ganz schön viel königsblaues Blut durch seine Adern fließen. Statt nach Malle geht Stevens Reise an diesem Freitag nach Franken. Beim 1. FC Nürnberg (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) kommt es zum direkten Abstiegsduell.

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Eindeutig keine Strandliege ...

(Foto: imago images / Team 2)

Während die Schalker noch fünf Punkte über dem Relegationsplatz stehen, müssen die Nürnberger vier Punkte auf eben jenen aufholen. Für Alessandro Schöpf, Cedric Teuchert und Guido Burgstaller wird es ein Wiedersehen, sie waren alle von Nürnberg nach Schalke gewechselt. "Wir müssen gewinnen, so leid es mir tut", sagte bedröppelt der Österreicher Burgstaller der "Bild"-Zeitung. Kleines Schmankerl: Weil die Klubs eine Fanfreundschaft verbindet, laufen die Spieler in Sondertrikots auf, die jeweils an das Design des Konkurrenten angelehnt sind. Für die Franken gibt's Hammer und Schlägel, für die Schalker rot-weiße Rechen. Die Aktion kommt bei den Fans nur so semi-gut an: "Was für ein totaler Mist", ist nur ein Kommentar. Und spätestens bei einer Schiedsrichter-Entscheidung wird die Freundschaft aufhören. Stevens steht nach seinem Ausraster im Spiel gegen Eintracht Frankfurt jedenfalls unter besonderer Beobachtung. Tipp: 1:2, denn selbst die beste Fanfreundschaft kann drei Punkte nicht gerecht aufteilen.

Eben jene drei Punkte würden den Schalkern dazu verhelfen, dass die Stuttgarter nicht näher heranrücken. Auch wenn die den Negativlauf von Bayer 04 Leverkusen fortführen könnten, wenn die beiden Klubs am Samstag um 15.30 Uhr aufeinandertreffen. Der einstige Europaliga-Kandidat hat seit dem 25. Spieltag nicht mehr gewonnen, kassierte in den drei vergangenen Spielen satte elf Gegentore. VfB-Coach Markus Weinzierl setzt darauf, dass sein Team ob der Favoritenrolle der Leverkusener "weniger das Spiel machen" muss, "das kommt uns entgegen". Angesichts von nur drei Toren in den vergangenen vier Spielen sagte er aber auch: "Wir müssen effektiver sein und mehr Torgefahr ausstrahlen. Das ist unsere größte Problematik." Ähnliches verlangte auch sein Gegenüber, Peter Bosz: "Wenn man Fußballer ist, hasst man Niederlagen. Drei Niederlagen in Folge dürfen uns eigentlich nicht passieren. Aber es ist passiert. Ich hoffe, dass meine Spieler die Wut, die sie im Bauch haben, in Energie, in positive Aggressivität umsetzen können." Tipp: 1:2

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Die Eintracht siegt und siegt. Naja, nur am Donnerstag in der Europaliga nicht.

(Foto: dpa)

Eintracht Frankfurt könnte der größte Sieger des Abstiegskampf-Wochenendes werden. Bitte was, der Europa-League-Viertelfinalist im Abstiegskampf? Natürlich nicht! Aber die Frankfurter können mit einem Sieg über den Tabellen-15. FC Augsburg (Sonntag, 18 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) ihre Champions-League-Ambitionen untermauern. Die Augsburger müssen aufpassen, nicht noch tiefer in den Schlamassel zu geraten. Nur vier Punkte liegen sie vor dem VfB. Auch die Statistik verspricht wenig Gutes: Der bisher letzte Auswärtssieg des FCA war das 2:1 in Hannover am 27. Oktober. Darüber hinaus verloren sie die jüngsten zwei Ligapartien mit 0:7 Toren. Das kostete wohl auch dem Trainergespann Manuel Baum/Jens Lehmann den Job. Die Rettung soll mit Martin Schmidt gelingen, der seine ganz persönliche Liga-Ehe feiert - siehe Phrasenschwein. Gegen Frankfurter, die alle sechs jüngsten Ligaspiele gewinnen konnten, wird das für jeden noch so verliebten eine Mammutaufgabe. Tipp: eine unlösbare Mammutaufgabe, 3:0

Was ist sonst noch so los?

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Grund zu lachen hat Thomas Doll derzeit wenig.

(Foto: imago images / Joachim Sielski)

Hannover 96 - Borussia Mönchengladbach: Liebe Hannoveraner, Sie müssen jetzt ganz stark sein. Mit dem Abstiegskampf hat Ihr Klub nichts mehr zu tun. Der harten Realität müssen Sie sich stellen. Sieben Punkte bis zum Relegationsplatz aufzuholen, ist bei der Situation Ihres Herzensvereins (oder Schmerzensvereins?) nicht mehr zu bewältigen. Jetzt kommt die Borussia aus Mönchengladbach, deren Trainer Dieter Hecking hat seine letzten drei Gastspiele in Hannover gewonnen. Und die 96er verloren ihrerseits acht der vergangenen neun Heimspiele. Selbst, wenn Ihr Team in Führung geht, sollten Sie sich nicht zu früh freuen, denn das war auch in den letzten zwei von drei Partien so - und die jeweiligen 1:0-Führungen endeten schließlich 1:3 (gegen Wolfsburg und Augsburg). Tipp: 1:3

RB Leipzig - VfL Wolfsburg: Auch wenn viele Fans bei der Begegnung der Konzernteams RB Leipzig und VfL Wolfsburg entweder Kopfschmerzen bekommen oder schlicht völlig desinteressiert sind, so darf sich der Rest doch auf das Spiel der beiden freuen. Leipzig ist das Team der Stunde und kann die Champions League für 2019/2020 klar machen, der VfL will den europäischen Startplatz verteidigen. "Es ist eine heiße Phase mit extrem guten Mannschaften. Es ist eine schöne Geschichte, dass wir voll dabei sind", sagte Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia, der in Leipzig die dritte Auswärtsniederlage in Serie verhindern will: "Es ist ein extrem positiver Druck, den wir momentan haben - und dementsprechend wollen wir am Samstag auch in die Partie gehen." Tipp: Spektakel, Flügel schlagen Diesel, 3:2.

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Elfmeter Kruse, Tor - so läuft es immer. Auch diesmal? Oder wird am Samstag Geschichte geschrieben?

(Foto: imago/Sven Simon)

SV Werder Bremen - SC Freiburg (alle Samstag, 15.30 Uhr): Dieses Spiel zwischen dem Europa-League-Aspiranten und der im Mittelfeld Gesicherten ist ein Leckerbissen für Statistiker, gerade wenn sie es mit dem SC Freiburg halten: In keinem anderen (fremden) Stadion trafen die Breisgauer öfter, als an der Weser (26 Tore), gegen keinen anderen Klub kassierte man mehr Platzverweise (acht, der letzte ist allerdings schon etwas her: Seyi Olajengbesi musste 2005 vorzeitig runter). Besonders spannend - oder eben nicht - wird es aber, wenn ein Elfmeter für Werder gepfiffen wird, dann könnte Spektakuläres, noch nie da gewesenes passieren: Max Kruse könnte verschießen. Für Werder gegen Freiburg. Beides wäre eine Premiere in der Geschichte der Bundesliga. Der Ex-Freiburger Kruse traf alle seine 13 Versuche vom Punkt, dazu verschoss noch nie ein Werder-Spieler gegen den SC Freiburg (sieben Treffer bei sieben Strafstößen). Tipp: Elfmeter Werder, Tor, 1:0.

TSG Hoffenheim - Hertha BSC (Sonntag, 13.30 Uhr): "Ein sogenannter geplanter Mord", sei die Erwartungshaltung, die die Presse schüre, schimpfte Pal Dardai, Trainer der Hertha. "Ihr schraubt die Erwartungen hoch, damit ihr danach Scheiße schreiben könnt." Da fragt man sich aber: Welche Erwartungen überhaupt? Und sind sie wirklich so hoch? Statt bis zum Schluss um den Einzug in einen europäischen Wettbewerb zu kämpfen, hat man bereits Anfang April Planungssicherheit für die nächste Runde. Und so geht es für Dardai und die Seinen auch gegen Hoffenheim nur noch darum, Platz elf gegen heraneilende Mainzer zu verteidigen oder doch noch den großen Angriff auf zehntplatzierte Düsseldorfer zu starten. Wenn das die Erwartungshaltung von Hertha BSC ist: Herzlichen Glückwunsch! Ein Ziel könnte aber auch sein, die fünfte Niederlage in Serie zu verhindern. Wenn es nicht zu viel verlangt ist. Tipp: Hoffenheim gewinnt 3:0. Sorry, nicht unsere Schuld.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Es ist so ein bisschen wie in der Liebe oder in der Ehe. Mal ist ein bisschen Distanz gut, aber man freut sich, wenn man einander wiedersieht. Wenn man zu lange weg ist, ist es auch nicht gut, dann kann es abebben." Augsburgs neuer Trainer Martin Schmidt zu seiner Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne.

Quelle: n-tv.de

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