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So läuft der 26. Spieltag BVB redet vom Meister, FC Bayern trotzig

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Hier geht's lang zum Double: Niko Kovac gibt den Bayern-Weg vor.

(Foto: imago images / Laci Perenyi)

Der FC Bayern hat nach dem Champions-League-Aus ein neues Ziel: das Double. Doch den Meisterschaftskampf will Borussia Dortmund nicht einfach so aufgeben und bläst zum Angriff nach dem Tief. Derweil sollen zwei Eurofighter das Chaos auf Schalke zurechtrücken.

Wie geht's dem Tabellenführer?

Gar nicht gut. Das erste Champions-League-Aus schon im Viertelfinale seit der Saison 2010/11 liegt dem FC Bayern schwer im Magen. Denn ja, wir sprechen hier vom FC Bayern. Nicht nur nach der Uli-Hoeneß-Tabelle - in der die Tordifferenz irrelevant ist -, sondern auch nach der ganz offiziellen der DFL führt der deutsche Rekordmeister seit dem vergangenen Wochenende wieder die Liga an. Eigentlich ein Grund zur Freude - der vom internationalen Nicht-mehr-länger-Geschäft allerdings arg getrübt wird. Trainer Niko Kovac ist mal wieder angezählt, wenn auch "nur" von Ehrenpräsident Franz Beckenbauer. Der sagte beim Liverpool-Spiel, er wünsche sich Jürgen Klopp als Trainer beim FC Bayern. "Das wäre der Höhepunkt", so des "Kaisers" Worte.

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Franz Beckenbauer träumt schon von einem anderen Trainer.

(Foto: www.imago-images.de)

Kovac versucht es mit der Flucht nach vorn - was bleibt ihm auch anderes übrig? Er hat Trotz entwickelt. Neues Bayern-Ziel für den Saison-Endspurt? Das Double, also Meisterschaft und DFB-Pokal. "Unser Ziel ist es, die zwei Wettbewerbe zu gewinnen", sagte Kovac. "In der Bundesliga haben wir eine sehr gute Serie hinter uns und ich hoffe, dass noch eine vor uns ist. Wir dürfen nicht negativ sein. Wir müssen das schnell abschütteln." Einen ersten Eindruck davon, wie schnell die Münchner sich schütteln können, wird der FSV Mainz 05 bekommen. Der Tabellen-13. ist am Sonntag (18 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) zu Gast in der Allianz-Arena. Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen könnten die Mainzer Punkte gebrauchen - doch das Unterfangen wird schwer. Die Bayern haben nämlich Torlaune: Die letzten sechs Heimspiele gewannen sie mit 18:2 Toren. Tipp: 3:0

Was macht Borussia Dortmund?

Der BVB konnte nach seiner Champions-League-Pleite bereits eine Woche länger durchatmen. Und zwischendurch gewinnen, wenn auch nur nach einer gehörigen Kraftanstrengung mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart. Sportdirektor Michael Zorc sieht es positiv: "Wir hatten eine Phase mit nicht so guten Ergebnissen und glauben, dass wir sie hinter uns gelassen haben." Und dann nennt er die zwei Worte, die beinahe so geheimnisvoll erscheinen wie "Voldemort" im Harry-Potter-Universum: "Wir werden alles versuchen, Deutscher Meister zu werden." Er hat es gesagt: Deutscher Meister.

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Tiefenentspannt im Meisterschaftskampf: Lucien Favre.

(Foto: imago images / DeFodi)

Und vielleicht ist Borussia Dortmund in gar keiner schlechten Position? Schließlich hatte Bayern-Stürmer Robert Lewandowski vor dem 14. Spieltag gesagt: "Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn du aus der zweiten Reihe attackierst. Wir sind jetzt gerne auch einmal der Jäger." Und weiter: "Es ist als Jäger einfacher, von hinten zu attackieren, als wenn du als Erster auf die Attacken von hinten schauen musst." Damals lag der FC Bayern nur auf Platz drei und hatte neun Zähler Rückstand. Erfolgreich war Lewandowskis Strategie also allemal und die könnte sich sein Ex-Klub doch nun auch zu Herzen nehmen.

Aus Sicht des BVB am besten gleich bei Hertha BSC (Samstag, 18.30 Uhr). In Berlin muss Trainer Lucien Favre dabei allerdings auf Regisseur Axel Witsel verzichten, der wegen eines Faserrisses im Adduktorenbereich ausfällt. Auch Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek und Offensivmann Maximilian Philipp fallen aus. Für Favre wird das Spiel ohnehin ein Besonderes: Von 2007 bis 2009 hatte der Schweizer die Alte Dame trainiert - mit jubilierenden Hochs und krassen Tiefs. Statistisch könnte es mit dem Versuch, die Bayern nicht enteilen zu lassen, durchaus schwer werden - für die Punktgleichheit müsste ja ein Sieg her. Hertha BSC verlor allerdings keines seiner letzten vier Heimspiele gegen den BVB - und gewann zwei davon. Im Hinspiel glich Hertha-Stürmer Salomon Kalou in der Nachspielzeit per Elfmeter zum 2:2 aus - und stahl dem BVB in der Hinrunde die einzigen Heimpunkte. Tipp: Diesmal reicht's knapp: 1:2

Wie schlägt sich der Chaos-Klub FC Schalke 04?

Eines ist sicher: Ruhig wird es in den kommenden Wochen nicht in Gelsenkirchen. Nachdem Trainer Domenico Tedesco am Donnerstagvormittag das Training leitet, wird er am Abend doch noch gefeuert. "Es ist für mich eine sehr schwere emotionale Entscheidung, die der Vorstand getroffen hat, aber wir mitgetragen haben. Mir tut es einfach Leid", bedauerte Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies den geschassten Tedesco. Aber es ist Fakt: Es gibt kein allerletztes Bewährungsspiel mehr für den 33-Jährigen - wobei die Partie gegen RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr) ihn vermutlich ohnehin nicht hätte retten können.

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Sie sollen die Schalker Ehre retten: Mike Büskens und Huub Stevens.

(Foto: imago images / RHR-Foto)

Jetzt soll es übergangsweise Huub Stevens richten, seines Zeichens Aufsichtsratsmitglied bei den Blau-Weißen. Sein Co-Trainer ist Mike Büskens. Als Teammanager fungiert Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah. Eurofighter, Eurofighter-Trainer und Fanliebling sollen alte, erfolgreiche Zeiten aufleben lassen. Beide werden ihre undankbare Aufgabe bis zum Saisonende ausüben. "Grundsätzlich verbinden wir mit dem FC Schalke 04 Freunde", sagte Büskens auf der Antritts-Pressekonferenz. "Dennoch sind wir uns bewusst, dass es nicht leicht wird." Und Stevens fügte an: "Es geht nur gemeinsam." Denn Schalke taumelt nicht nur, Schalke ist tief gestürzt. So tief, dass sie auf Platz 14 der Tabelle stehen und sie nur noch vier Punkte vom Relegationsplatz trennen. Einzig die mangelnde Durchsetzungskraft eben dieses auf Platz 16 stehenden VfB Stuttgart gegen die TSG Hoffenheim (siehe unten) dürfte Schalke an diesem Wochenende davor bewahren, noch tiefer zu sinken. Denn gegen den Tabellendritten RB Leipzig ist kein Wunder zu erwarten. In diesem Jahr kassierten die Leipziger überhaupt erst drei Gegentore und gewannen ihre vier Auswärtspartien seit der Winterpause mit 11:1 Toren. Tipp: Die Schalker sollten sich auf weiteres Leid einstellen, 0:3

Was wird sonst so wichtig?

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Hat Ladehemmung: Thorgan Hazard.

(Foto: imago/MIS)

Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg (Freitag, 20.30 Uhr): Die Gladbacher sorgen sich um Thorgan Hazard. Der Belgier - zu Beginn der Saison noch so treffsicher - hat seit dem 16. Spieltag kein Tor mehr erzielt. "Der Trainer hat sich erkundigt, ob bei mir zu Hause mit den Kindern alles gut ist. Ich habe ihm gesagt, dass es mir gut geht, auch körperlich", erklärte Hazard. Auch er weiß: "Ich muss so langsam wieder treffen." In der Torjägerliste ist er mittlerweile auf Platz 14 abgerutscht. Und weil auch sein Kollege Allasanne Plea nicht mehr zuverlässig das Tor erzielt, muss die Borussia um die Qualifikation für die Champions League schon etwas bangen. Die Frankfurter drängen nach oben. Tipp: Sie kommen aber nicht ran, weil Gladbach gegen den SC Freiburg drei Punkte einheimst, 2:0

FC Augsburg - Hannover 96: Platz 15 gegen Platz 18 - kein Spiel mit Sensations-Garantie. Die beiden Klubs trennen trotz der Tabellennähe neun Punkte. Hannover 96 verlor seine letzten vier Partien mit 14 Gegentoren. Der FC Augsburg gewann im gleichen Zeitraum gegen Borussia Dortmund und ertrotzte bei RB Leipzig am vergangenen Spieltag ein 0:0. Tipp: 2:0

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VfB Stuttgart - TSG 1899 Hoffenheim: Auf Rang acht liegend, hat die TSG Hoffenheim die Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen verloren. Fünf Punkte trennen sie vom Sechsten aus Leverkusen. Allerdings punktet die Mannschaft von Julian Nagelsmann gegen die kleineren Klubs regelmäßig, wie zuletzt gegen Nürnberg und Hannover. Mit diesen beiden in bester Gesellschaft befindet sich schließlich der kommende Gegner, VfB Stuttgart. Tipp: Drei Punkte sind gebucht, 1:2

VfL Wolfsburg - Fortuna Düsseldorf (alle Samstag, 15.30 Uhr): Die Partie gegen Fortuna Düsseldorf ist Spiel eins nach dem verkündeten Abschied von Trainer Bruno Labbadia. Der hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er den Klub nach Saisonende verlassen wird. Der VfL Wolfsburg spielt also ab sofort vor - um den möglichst besten Trainer zu angeln. Der kolportierte VfL-Favorit Marco Rose - derzeit bei Red Bull Salzburg angestellt - hat schließlich offenbar die Qual der Wahl, an ihm baggert Berichten zufolge auch die TSG Hoffenheim. Manko: "Es war keine normale Woche", bekennt Labbadia. Nicht die beste Voraussetzung gegen das Team von Friedhelm Funkel, das zwei der vergangenen drei Spiele gewinnen konnte. Zudem traut Labbadia seinen Kollegen offenbar alles zu - siehe Phrasenschwein. Tipp: 2:2

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Bayer Leverkusen - SV Werder Bremen (Sonntag, 13.30 Uhr): Bremen-Trainer Florian Kohfeldt hatte zu Saisonbeginn mutig das internationale Geschäft als Ziel ausgegeben. Und tatsächlich, noch ist Werder nicht so weit von Platz sechs entfernt, dass dies ein Ding der Unmöglichkeit wäre. Und gegen eben jenen sechsten geht es nun im direkten Duell - gegen Bayer 04 Leverkusen. Kohfeldt muss dabei auf Stürmer-Oldie Claudio Pizarro verzichten. Mit dabei ist dagegen ein Youngster, der ganz viel Euphorie auf den Platz bringen dürfte: Maximilian Eggestein wurde am Freitag erstmals von Bundestrainer Joachim Löw für die Nationalmannschaft nominiert. Gegen Leverkusen kann er sich schon einmal mit seinen DFB-Mitspielern Jonathan Tah und Julian Brandt bekanntmachen. Tipp: 1:2

Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg (Sonntag, 15.30 Uhr): Es klingt ulkig, aber den letzten Punkte holte der 1. FC Nürnberg am 22. Spieltag und das ausgerechnet gegen den BVB. Gegen Europa-League-euphorisierte Frankfurter wird mutmaßlich kein Zähler dazukommen, zu stark ist das Team von Trainer Adi Hütter derzeit. Hier folgen wir dem Sprichwort "Traue keiner Statistik", denn tatsächlich gewannen die Hessen nur eines der letzten sechs Heimspiele gegen Nürnberg. Tipp: 3:0

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Von Friedhelm kann man einiges lernen. Er ist ein Schlitzohr ohne Ende. So, wie er früher gespielt hat, ist er auch als Trainer. Einfach ein brutales Schlitzohr." (Wolfsburg-Trainer Bruno Labbadia vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf über seinen Kollegen Friedhelm Funkel)

Quelle: n-tv.de

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