Fußball

So läuft der 31. Spieltag BVB sorgt sich um mysteriöse Schalker

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Was ist denn da auf Schalke los, fragt sich womöglich auch BVB-Stürmer Paco Alcácer.

(Foto: imago images / DeFodi)

Huub Stevens referiert über Probleme des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 und gibt sich vor dem Revierderby in Dortmund äußerst geheimnisvoll. Der BVB hat Mitleid mit dem Erzrivalen und teilt seinerseits gegen die Bayern aus. Deren Trainer will glatt den Fußball abschaffen.

Was bringt das Revierderby?

Wenn der Liga-Zweite gegen den 15. spielt ... neinneinnein, die Nummer ist nicht so klar. Es geht schließlich um den Kampf im Revier. "Ich will nicht, dass Schalke absteigt", sagt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Bild". "Die Bundesliga braucht Schalke und Derbys." Auch Manager Michael Zorc sagt: "Grundsätzlich finden wir es gut, wenn diese Rivalität weiter in der Bundesliga gelebt werden kann." Vor dem Revierderby (Samstag, 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) ist die Sorge um den Erzrivalen aus Gelsenkirchen groß. Wir urteilen: Das ist fast noch bitterer als die miese Situation an sich. Mitleid ist doch das Letzte, was Schalker von Dortmundern haben wollen. Aber es ist nun einmal Fakt: Der FC Schalke 04 steht auf Platz 15 der Bundesliga-Tabelle und könnte noch auf einen der Abstiegsränge rutschen. Da ist es nicht gerade förderlich, dass weiterhin so einiges schief läuft im Klub. Nabil Bentaleb und Amine Harit fliegen ausgerechnet vor dem Derby aus dem Kader, entscheidet Trainer Huub Stevens. "Glauben Sie mir eines: Wir haben nicht grundlos zu dieser Maßnahme gegriffen. Ich finde es schade, dass ich das tun musste. Aber es ging nicht anders", sagt Stevens zur Personalie Bentaleb. Der Algerier und der Marokkaner sollen Medienberichten zufolge einen Deutschkurs vor dem Training geschwänzt haben. Außerdem macht Stevens äußerst dubiose Andeutungen über die Probleme des FC Schalke: "Ich kann und darf nicht alles sagen", so der Niederländer auf die Frage, warum es auch in den sechs Liga-Spielen unter seiner Regie nicht wirklich läuft: "Vielleicht wird das noch kommen. Vielleicht intern. Vielleicht aber auch in der Öffentlichkeit. Ich weiß es noch nicht." Die Probleme gingen jedenfalls "in mehrere Richtungen".

Warten wir gespannt auf Erklärungen, wir verstehen diese mysteriösen Aussagen nämlich nicht. Tipps und Hinweise von Ihnen nehmen wir gern entgegen (Mails an sporttag@nama.de) - und wenden uns solange dem Vielleicht-Bald-Meister aus Dortmund zu. Der hat weiterhin einen Punkt Rückstand auf den FC Bayern München, der erst am Sonntagabend in Nürnberg spielt. So könnte der BVB also mit einem Sieg im heimischen Stadion zumindest für knapp 27 Stunden die Tabellenführung übernehmen. Verzichten müssen sie auf dem Weg an die Spitze auf Außenverteidiger Marius Wolf, der an seiner Sprunggelenkverletzung laboriert, auf Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou (Knie) und voraussichtlich auch weiterhin auf Rechtsverteidiger Lukasz Piszczek (Fuß). Das sei aber keine Ausrede, macht Trainer Lucien Favre klar: "Wir wollen dieses Derby natürlich gewinnen. Es ist ein wichtiges Spiel für uns." Doch Achtung, der FC Schalke hat noch eine alte Rechnung offen - eine von 2007. Da vermasselte der BVB am 33. Spieltag dem Rivalen durch einen 2:0-Sieg im Derby den Meistertitel. Nun könnte es andersrum laufen. Aber Zorc sagt: "Die Vorzeichen sind komplett anders, weil wir in Dortmund spielen." Und übrigens: Das Mitleid hat seine Grenzen: "Die Schalker müssen nicht die Saison in einem Derby retten, sondern den Klassenerhalt sichern. Aber wenn es nach mir geht, möglichst nicht bei uns", so Watzke. Tipp: 2:0

Wie läuft's beim FC Bayern?

Prächtig läuft's! Der Klub ist Tabellenführer der Fußball-Bundesliga, spielt die zweitbeste Rückrunde der Vereinsgeschichte und steht im Finale des DFB-Pokals. Alles super, oder? Naja, ein paar Misstöne gibt es schon. Der umstrittene Elfmeter, der das Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen entschied, erhitzt die Gemüter noch immer. So sehr, dass Thomas Müller noch einmal Stellung bezieht - und seine Aussage revidiert. Löblich, immerhin. Sein Trainer Niko Kovac sagt - den Zynismus in der Stimme denken Sie sich bitte dazu: "Ich würde vorschlagen wir stampfen Fußball ein. Wir spielen einfach gar keinen Fußball mehr." Denn: "Wir werden keine Lösung finden." Doch die Situation zeigt einmal mehr: Entweder man liebt den FC Bayern - oder man hasst ihn. Und das nutzt BVB-Boss Watzke zu einer Stichelei im Titelendspurt: "70 Prozent der Deutschen drücken gefühlt Dortmund die Daumen", sagt er laut "Bild" bei einem "Kneipengespräch" in Barsinghausen. "Wenn die Meisterfeier auf dem Marienplatz stattfindet, kommen 3000 Leute plus 1500 Touristen, die gucken: Was ist denn da los, okay, da gehen wir auch mal vorbei. Bei uns wäre der Titel eine ganz andere Nummer."

Nun ist äußerst fraglich, ob die Bayern im Spiel beim 1. FC Nürnberg (Sonntag, 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) stolpern werden - und den Titelkampf noch einmal verschärfen. Schließlich sind die Franken seit Ewigkeiten Abstiegskandidaten und hängen im Tabellenkeller fest. Sechs Punkte holten sie in den vergangenen zehn Partien - das ist wenig. Auch wenn sie unter dem neuen Trainer Boris Schommers zu Hause bislang nur gegen RB Leipzig (0:2) verloren haben. Vielleicht hat Kovac diese Statistik im Kopf, denn er stapelt vorsichtshalber tief: "Nürnberg spielt sehr kompakt und sehr massiv und lässt nicht viel zu. Wir werden uns schwer tun." Sorry, aber die Sport-Redaktion hält das für eine ausgemachte Albernheit - bei nur zwei ausgelassenen Punkten in den vergangenen zehn Ligaspielen (1:1 in Freiburg).

Kommen wir noch zu einem, der zwischen Elend und Hoffnung schwankt: Arjen Robben. Der Niederländer fürchtete ja, niemals mehr für den Klub spielen zu können, bevor der 35-Jährige München am Saisonende verlässt. Nun ja, spielen kann er immer noch nicht - aber trainieren. Und das mit der Mannschaft. "Es ist ein erster Schritt", so Robben. Er sei aber "erst glücklich, wenn ich noch ein, zwei Wochen bei der Mannschaft bleibe und auch wieder die ersten Minuten im Spiel machen kann. Das wäre etwas Wunderschönes." Und weiter: "So viele Leute haben mich angesprochen, dass sie mich noch einmal auf dem Platz sehen wollen. Das will ich natürlich auch am allerliebsten." Nun, in Nürnberg schießen andere die Tore. Tipp: 1:4

Was ist sonst noch so los?

FC Augsburg – Bayer Leverkusen (Freitag 20.30 Uhr): Hätte man auch nicht gedacht, sowas mal sagen zu müssen/können/dürfen: Augsburg gegen Leverkusen, das könnte ein hübsches Spektakel werden. In der Martin-Schmidt-Tabelle rangiert Martin Schmidts FC Augsburg nach zwei Spieltagen auf Rang eins, mit sechs Punkten und 9:1 Toren, Bayer Leverkusen schaffte es zuletzt, seine Peterboszhaftigkeit abzulegen und gewann zweimal zu Null – allerdings gegen Nürnberg und Stuttgart. Wenn jetzt der Schmidtsche Schnell-und-weit-Rödelfußball auf Peter Bosz' Superhoch-Pressing mit defensiver Halleluja-Haltung trifft, könnte es wild werden. Tipp: 5:5, wegen siehe oben.

Eintracht Frankfurt – Hertha BSC: Die Fragen des Spiels: "Kann Frankfurt noch?" und "Kann Hertha immer noch nicht?". Die Hessen dürfen nächste Woche gegen den FC Chelsea im Europa-League-Halbfinale ran, gleichzeitig winkt für die kommende Saison sogar die Champions League. Dilemma oder Energiespritze vor der Pflichtaufgabe gegen in völliger Auflösung befindliche Hauptstädter? Tipp: Frankfurt hat 99 Problems, aber the –ICs ain´t one. Jovic, Rebic, Kostic, vielleicht sogar Gacinovic: Auch gegen Hertha BSC wird sich einer finden, der das Spiel entscheidet, auch wenn es zäh wird, 2:0.

Fortuna Düsseldorf – SV Werder Bremen: Bitte werfen Sie am Samstag in Düsseldorf einen kurzen Blick zur Außenlinie: Da steht nicht Robert Kampka! Warum ist das eine Nachricht? Kampka war der Videoschiedsrichter, der in einer offenbar schiefgelaufenen Kommunikation mit Daniel Siebert nicht dessen verhängnisvollen Elfmeterpfiff im Pokal-Halbfinale zwischen Werder und dem FC Bayern verhinderte. In Bremen fanden sie den Vorgang eher mittel, dem DFB ging es da ähnlich – und so zogen sie den als Vierter Offizieller vorgesehenen Kampka kurzerhand vom Spiel ab. Und auf dem Feld? Da will Werder-Trainer Florian Kohfeldt "in Düsseldorf einen großen Schritt Richtung Europa gehen, damit hier die Lichter häufiger abends angehen." Das dürfte klappen: Tipp: Bei Anruf Tor, Bremen gewinnt nach Videobeweis 2:1.

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Hannover 96 wird am Saisonende nach irdischen Maßstäben den Gang in die zweite Liga antreten müssen. Das weiß auch Martin Kind.

(Foto: imago images / Joachim Sielski)

Hannover 96 – 1. FSV Mainz 05: Die gute Nachricht für Hannover 96: Egal, wie das Spiel gegen Mainz 05 ausgeht, an diesem (vermutlich) sonnigen Samstagnachmittag werden die Niedersachsen definitiv noch nicht absteigen. Allerdings müsste schon ein Sieg her, um eine begründete Resthoffnung auf den Klassenerhalt zu bewahren. Wie das gegen zuletzt stabile, offensiv effektive Mainzer gelingen soll? Hoch und weit auf Ex-Kreisligastürmer Hendrik Weydandt ist in der Bundesliga zu wenig. Wenn 96-Trainer Thomas Doll ("ein emotionaler und positiver Typ, engagiert und viel Optimismus verbreitend", wie Martin Kind sagt) nicht schnell eine neue Idee entwickelt, ist der Abstieg morgen um 17.20 Uhr besiegelt. Wenn auch noch nicht rechnerisch. Tipp: Optimismus gewinnt keine Bundesligaspiele, 0:2.

RB Leipzig – SC Freiburg (alle Samstag 15.30 Uhr): Fußball-Traditionalisten winden sich unter Schmerzen, aber man muss anerkennen: RB Leipzig bahnt sich derzeit seinen Weg durch die Institutionen des Sports äußerst erfolgreich: Am Dienstag machten die Sachsen das erste DFB-Pokalfinale ihrer VereinsKonstruktgeschichte klar, gegen den SC Freiburg kann die zweite Qualifikation zur Champions League in Folge unter Dach und Fach gebracht werden. Die geliehenen Flügel können abgeschnallt werden, Poulsen, Werner und Co. fliegen aus eigener Kraft die letzten Meter nach Europa. Tipp: 3:0.

VfB Stuttgart – Borussia Mönchengladbach (Samstag 18.30 Uhr): 142 Punkte holte der VfB Stuttgart in seiner Bundesligahistorie gegen Borussia Mönchengladbach, mehr als gegen jeden anderen Klub. Die Zähler 143-145 wären jetzt so wichtig: Um den direkten Abstieg zu vermeiden und vielleicht doch noch auf ein Klassenerhaltsendspiel am letzten Spieltag in Gelsenkirchen hoffen zu dürfen. Gladbach wiederum muss gewinnen, um doch noch auf die Champions-League-Saison 2019/20 hoffen zu dürfen. Ob der zweite Trainerwechsel der Saison die Schwaben beflügeln kann? Tipp: Viel Hoffen, mehr Bangen, wenige Tore: 0:1.

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Der talentierte Hochspringer Julian Nagelsmann will sich in Hoffenheim mit einem Champions-League-Platz verabschieden.

(Foto: imago images / Michael Weber)

TSG Hoffenheim – VfL Wolfsburg (Sonntag 15.30 Uhr): Kein Duell für Romantiker, auch die Statistikgläubigen werden sich kaum begeistern lassen. Hoffenheim ist für die Wölfe ein Angstgegner, bei ihren letzten drei Gastspielen gelang kein einziger Treffer. Die jüngste Auswärtshistorie macht VfL-Trainer Bruno Labbadia auch keine Hoffnung: Null Punkte, 0:10 Tore gab's aus den letzten drei Partien in der Fremde. Und wer aus wenig Geld ein bisschen weniger wenig Geld machen möchte, setzt auf eine Hoffenheimer Führung. Sechsmal in Folge geriet der VfL Wolfsburg zuletzt 0:1 in Rückstand, die die TSG wiederum traf in den letzten vier Spielen 14-mal. Kleine Hoffnung: Bruno Labbadia ist ein Hoffenheim-Spezialist, gewann fünf seiner letzten Auftritte im Kraichgau. Tipp: Fußball ist ein Mannschaftssport, Hoffenheim rollt weiter mit den Besten und gewinnt 3:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich habe mit hohen Messlatten kein großes Problem, ich war im Hochsprung schon immer recht talentiert." Trainer Julian Nagelsmann von der TSG Hoffenheim, der in der kommenden Saison zum DFB-Pokalfinalisten RB Leipzig wechselt.

Quelle: n-tv.de

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