Fußball

So läuft der siebte Spieltag Hoeneß reizt Kovac, der BVB schwimmt

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Zusammen so alt wie Horst Seehofer: Arjen Robben und Franck Ribéry.

(Foto: imago/Team 2)

Was verbindet Arjen Robben und Franck Ribéry mit Horst Seehofer? Wieso sagt Uli Hoeneß, Niko Kovac müsse den Kopf hinhalten? Wann gewinnt der FC Bayern wieder ein Fußballspiel? Und bleibt der BVB an der Spitze der Bundesliga?

Was macht der FC Bayern?

Ob er mittlerweile etwas schlauer ist? Nach dem 1:1 in der Champions League gegen Ajax Amsterdam hatte Trainer Niko Kovac am Dienstag gesagt: "Ich muss das erst verarbeiten und meine Gedanken sortieren." An sich ist ein Unentschieden kein Drama. Aber hier geht es um den FC Bayern. Und da sind drei Fußballspiele ohne Sieg schon bemerkenswert. "Wir sind das nicht gewohnt. Das ist nicht unser Anspruch", sagte Arjen Robben. Der ist, kleiner Exkurs, 34 Jahre alt und bildet mit dem 35 Jahre alten Franck Ribéry die wohl älteste Flügelzange im europäischen Spitzenfußball. Was aber noch viel interessanter ist: Der Niederländer und der Franzose sind zusammen so alt wie Bundesinnenminister Horst Seehofer von der CSU.

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Und nun zurück zum Fußball. Alles begann am fünften Spieltag der Bundesliga mit dem 1:1 des FC Bayern gegen den FC Augsburg, es folgte am Freitag vergangener Woche die Niederlage bei der Berliner Hertha und eben das Remis gegen Ajax. Am Samstag ist (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) die Mönchengladbacher Borussia zu Gast in Fröttmaning, bevor die Liga wegen diverser Länderspiele bis zum 19. Oktober pausiert. Und es verdichten sich vor diesem siebten Spieltag die Anzeichen, dass Kovac mit seinem Starensemble mal wieder ein Spiel gewinnen sollte. Die Tabellenführung haben sich die Dortmunder ja schon geschnappt. Nicht, dass am Ende noch irgendjemand in München auf die Idee kommt, Jupp Heynckes anzurufen. Kovac jedenfalls erlebt gerade, wie es ist, als Trainer der des FC Bayer dreimal hintereinander nicht zu gewinnen. Dabei hatte nach sieben Siegen in den ersten sieben Saisonspielen alles noch so gut ausgesehen.

Nun aber hat Uli Hoeneß einen Satz gesagt, von dem sich erst noch herausstellen muss, wie gefährlich er für Kovac wird. Der Klubpräsident befand am Tag nach dem Spiel gegen Ajax, es sei "ein wenig der Wurm drin", weil der Trainer das Personal auf dem Rasen so oft wechsele. Nein, er fände das "nicht dramatisch". Ob Kovac es mit der Rotation übertrieben habe? "Nein, ich stelle das nur fest", sagte Hoeneß: "Das ist Sache des Trainers, der muss das entscheiden. Am Ende muss er auch den Kopf dafür hinhalten." Das klingt so, als sei es für Kovac' berufliche Zukunft in München tatsächlich besser, wenn seine Mannschaft die Partie am Samstag gewönne. Das eigentliche Problem aber hatte schon der französische Philosoph Jean-Paul Sartre erkannt: "Beim Fußball verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft." Max Eberl, der Manager der Mönchengladbacher, kündigte an: "Wir fahren nach München, um drei Punkte zu holen." Unser Tipp: 2:0. PS: Der deutsche Nationalspieler Joshua Kimmich und Kovac sind zusammen auch so alt wie Seehofer.

Bleibt der BVB an der Tabellenspitze?

Die Dortmunder Borussia und ihre Trainer Lucien Favre hingegen schwimmen auf einer Welle des Glücks. Jetzt gewinnen sie sogar Spiele in der Königsklasse. Das 3:0 gegen die Association Sportive de Monaco am Dienstag war vor allem nach der Pause eine feine Fußballshow. Der BVB-Express rollt jetzt auch in Europa, und wenn die Gegner in der Liga, wie die Leverkusener am vergangenen Samstag, mal zwei Tore macht, dann schießt die Borussia, angeführt vom überragenden Kapitän Marco Reus, halt vier. Favre mahnt dennoch: "Sie dürfen nicht vergessen, dass diese jungen Spieler noch Zeit brauchen, um zu reifen. Es gibt noch viele Details zu verbessern." Aber die Mischung und die Balance stimmen.

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Junger Däne: Jacob Bruun Larsen.

(Foto: imago/VI Images)

Gestandene Spieler wie Reus, Axel Witsel und Thomas Delaney bilden mit Talenten wie dem 18 Jahre alte Jadon Sancho, der erstmals für das englische Nationalteam nominiert wurde, dem 20 Jahre alten Dänen Jacob Bruun Larsen und dem 19 Jahre alten Franzosen Dan-Axel Zagadou eine Einheit, die begeistert und verblüfft. In neun Partien in dieser Saison haben die Dortmunder bereits 25 Tore erzielt, 19 davon in der Liga. Das sind 7 mehr als der FC Bayern. Bemerkenswert ist auch, dass 18 dieser 25 Tore nach der Pause fielen, 10 davon in den letzten zehn Minuten. Als Trainer Favre gefragt wurde, warum das so ist, sagte er: "Warum die zweite Halbzeit? Ah, ja, ich weiß es nicht." Augsburgs Manuel Baum, Trainer des Gegners am Samstagnachmittag im Westfalenstadion, ist jedenfalls auch ohne eine hinreichende Erklärung schwer beeindruckt: "Dortmund ist gerade die Mannschaft mit der größten Leichtigkeit in der Bundesliga." Tipp: 3:0, der BVB bleibt Spitzenreiter.

Wie schlägt sich die Berliner Hertha?

Apropos Welle und Glück: In Berlin haben sie sich am vergangenen Freitag gefreut wie Bolle, dass es ihnen gelungen ist, nach mehr als neun Jahren wieder den FC Bayern zu besiegen. Der "Tagesspiegel" titelte gar übermütig: "Hertha verpasst Tabellenführung!" In der Tat fehlte nur ein Tor und die Berliner wären zumindest für eine Nacht ganz oben gewesen. Aber Platz drei nach sieben Spieltagen, punktgleich mit den Münchnern und einen Zähler hinter dem BVB, ist ja auch nicht schlecht. Diese ungewohnt gute Positionierung und die Tatsache, dass der Sieg gegen die Bayern auch einer spielerisch guten Leistung entsprang, lässt die Herthaner selbstbewusst zum 1. FSV Mainz 05 fahren, wo sie am Samstag spielen. Trainer Pal Dardai sagt: "So wie sich die Mannschaft gesteigert hat und wie es momentan ist, sind wir der Favorit. Wir müssen diese Rolle annehmen und uns entsprechend präsentieren." Die Kunst sei nicht der Sieg gegen den Branchenprimus gewesen. "Die Kunst ist es, jetzt drei Punkte nachzulegen." Tipp: 1:1.

Was steht sonst noch an?

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Glückwunsch: Florian Kohfeldt.

(Foto: imago/Nordphoto)

SV Werder Bremen - VfL Wolfsburg (Freitag, 20.30 Uhr): Spieltag ist Geburtstag, das gilt in diesem Fall für Bremens Trainer Florian Kohfeldt. Während Angreifer Claudio Pizarro seit Mittwoch 40 Lenze zählt, wird der Trainer 36 Jahre jung. Nun werden die Wolfsburger und ihr Übungsleiter Bruno Labbadia mutmaßlich keine Geschenke mitbringen. Die Frage ist aber, ob sie der spielerischen Macht der Bremer standhalten. Und: Mit Kohfeldt auf der Bank ist Werder seit 15 Partien im Weserstadion unbesiegt. So einen Lauf gab es zuletzt in den 90er-Jahren unter Otto Rehhagel. Gewinnen die Bremer, würden sie zumindest bis Samstagnachmittag auf Rang zwei klettern, punktgleich mit dem Tabellenführer aus Dortmund. Kohfeldts Geburtstagswunsch: "Nur drei Punkte. Egal wie." Tipp: 3:2.

Hannover 96 - VfB Stuttgart: Der Tabellenletzte hat den Drittletzten zu Gast. Während die Stuttgarter vor einer Woche gegen Bremen mehr Punkte holten, nämlich drei, als aus den vorhergegangenen fünf Spieltagen zusammen, derer zwei, hat Hannover nur am ersten und zweiten Spieltag einen Zähler ergattert. Nach einem fußballerischen Feuerwerk klingt das nicht. Manager Horst Heldt hat seinem Trainer André Breitenreiter vorsorglich das Vertrauen ausgesprochen. Und in Stuttgart ist Tayfun Korkut gefühlt immer angezählt. Der könnte ja glatt zu seinem Ex-Klub zurückkehren - schließlich trainierte er Hannover von Dezember 2013 bis April 2015. Sollte er seinen Assistenten mitnehmen? Steven Cherundolo ist mit 302 Bundesliga-Einsätzen noch immer Hannovers Rekordspieler. Aber so weit ist es ja noch nicht. Tipp: 1:2.

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Sieg in Moskau: Domenico Tedesco.

(Foto: dpa)

Fortuna Düsseldorf - FC Schalke 04 (beide Samstag, 15.30 Uhr): Die Gelsenkirchener gewinnen wieder. Erst am vergangenen Spieltag gegen Mainz, dann am Mittwoch in der Champions League bei Lokomotive Moskau. Das Ende der Krise ist das noch nicht, die Schalker sind mit den ersten drei Punkten Tabellenvorletzte. Aber Trainer Domenico Tedesco dürfte ganz froh sein, dass er nun nicht mehr so arg in der Kritik steht. Sein Düsseldorfer Kollege Friedhelm Funkel hat dazu eine interessante Theorie, nämlich: "Er hat es bei den Niederlagen zu Saisonbeginn leicht gehabt, damit umzugehen." Bitte was? Ja: "Er hat die 100-prozentige Rückendeckung von allen, die auf Schalke etwas zu sagen haben. Das hat er gespürt, das ist das Entscheidende. Und dann war es nur eine Frage der Zeit, bis Schalke wieder in die Spur kommt. Das haben alle gemeinsam - nicht nur er - sehr gut gemacht." Klingt ja fast so, als wolle Funkel die Punkte verschenken. Tipp: 1:2.

SC Freiburg - Bayer 04 Leverkusen (Sonntag, 13.30 Uhr): Achtung, Achtung: Dieses Spiel findet am Sonntagmittag statt! Hatten wir in dieser Saison ja noch nicht. Die Statistik spricht für Freiburg, das keins der letzten fünf Heimspiele gegen Bayer verlor. Zwar unterlag Leverkusen in der Liga zuletzt dem BVB, aber Siege gegen Mainz, Düsseldorf und nun in der Europaliga gegen Larnaka bringen ein wenig Ruhe, auch wenn Trainer Heiko Herrlich immer noch in der Kritik steht. Ruhe, die herrscht bei Freiburg dagegen irgendwie immer - was durchaus sympathisch ist. In der Tabelle trennen die Klubs nur ein Punkt, 7:6. Wer siegt, zieht also ein bisschen davon. Tipp: Es gibt keinen Sieger, 2:2.

TSG Hoffenheim - SG Eintracht Frankfurt (Sonntag, 15.30 Uhr): Sechs Spieltage sind rum und die beiden Klubs schaffen Seltenes: Sie liegen punkt-, tor- und Sieg-Unentschieden-Niederlagen-gleich auf dem damit geteilten elften Platz in der Tabelle. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies nach dem Spieltag noch immer so ist, ist gering. Denn die TSG hat gegen die Eintracht einen Lauf - in den jüngsten sechs Bundesliga-Partien sind sie ungeschlagen. Gegen keinen anderen Klub hält eine längere Serie. Und die Frankfurter? Dürften immer noch berauscht sein von ihrer 4:1-Europaligaparty gegen Lazio. Tipp: 2:1.

RB Leipzig - 1. FC Nürnberg (Sonntag, 18 Uhr): "Die Jungs können alle kicken", sagt Leipzigs Sportdirektor und Trainer in Personalunion. Wie gut für Ralf Rangnick, sollte man in der Bundesliga aber irgendwie auch erwarten können. Allerdings hat er diese Erkenntnis nicht exklusiv, dass die Leipziger Fußball spielen können, ist auch dem Aufsteiger aus Nürnberg schon aufgefallen. Gibt es also nach dem 0:7-Klops vom fünften Spieltag in Dortmund bereits die nächste Klatsche? Tipp: Ganz so schlimm wird es nicht, 4:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich muss erstmal darüber nachdenken, wie viele Millionen ich für meine Fouls hätte zahlen müssen. Ich hätte kein Geld verdient bei meiner blinden Spielweise." Mönchengladbachs Manager Max Eberl auf die Frage nach hohen Geldstrafen für Fouls. In der NHL war Eishockeyspieler Tom Wilson zu einer Geldstrafe von 1,26 Million Dollar verurteilt worden.

Quelle: n-tv.de

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