Fußball

So läuft der fünfte Spieltag Neuer bleibt unbeschädigt, Hummels brilliert

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Voll funktionsfähig präsentierte sich Manuel Neuer beim Champions-League-Erfolg des FC Bayern gegen Roter Stern Belgrad.

(Foto: imago images/MIS)

Während Uli Hoeneß sich durch die Fußball-Republik pöbelt, empfängt der FC Bayern einen Aufsteiger. Wechselhafte Dortmunder holen sicher keinen Heimsieg, während Hertha erneut ein Kellerduell bevorsteht. Freiburgs Christian Streich wehrt sich derweil gegen verfrühte Bewertungen.

Was macht Uli Hoeneß der FC Bayern?

Der Käfer läuft und läuft und läuft, und Uli Hoeneß pöbelt und pöbelt und pöbelt. Marc-André ter Stegen möchte nach Jahren als Nummer eins beim FC Barcelona auch in der Nationalelf endlich spielen, das passt dem Macher des modernen FC Bayern so gar nicht. Seit Mittwochabend beleidigt er sich durch den deutschen Fußball. Erst ter Stegen, dann den DFB, Joachim Löw, die west- und süddeutsche Presse im Besonderen und die Medien im Allgemeinen, am Freitagmorgen dann auch noch Oliver Bierhoff. Falls wir jemanden vergessen haben sollten oder die Hoeneß-Tiraden ein neues Opfer gefunden haben, bitte hier eintragen: _____________________

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Hoffentlich hat sich der Noch-FCB-Präsident zumindest soweit beruhigt, dass er das Spiel des Rekordmeisters gegen den 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) genießen kann. Das kann auch Manuel Neuer, der zumindest körperlich beim 3:0 gegen Roter Stern Belgrad nicht so beschädigt schien, wie Hoeneß behauptet. Die Kölner - bislang (noch) nicht von Hoeneß ins Visier genommen - sind sich übrigens sicher: "So oder so wird es schwierig" in München, konstatierte Trainer Achim Beierlorzer. Ob er sich dabei auch auf den geplanten Oktoberfest-Besuch der Domstädter bezog, ist unklar. Tipp: 3:0

Wie läuft's beim BVB?

Verschont geblieben ist bislang auch Marco Reus, der die Ter-Stegen-Debatte beim Champions-League-Auftakt unfreiwillig befeuerte. Schließlich hielt der Barça-Keeper den Strafstoß des BVB-Angreifers, der damit die beste Chance zum Heimsieg vergab. Das kann am Sonntag nicht passieren, denn die Borussia tritt auswärts bei Eintracht Frankfurt (18 Uhr) an, ein Dortmunder Heimsieg ist da geografisch unmöglich. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre ist weiter eine Wundertüte, der desolate Auftritt beim 1. FC Union Berlin (1:3) wirkt nach, der schwarz-gelbe Anhang wünscht sich mehr konzentrierte Auftritte wie den unter Woche im Europapokal. Da brillierte übrigens Mats Hummels, der auch Ansprüche auf einen Platz in der Nationalma... lassen wir das, bevor Uli Hoeneß sich auch noch darüber aufregen muss. Tipp: 1:3

Was geht im Tabellenkeller?

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Es ist der erst fünfte Spieltag, doch schon zum zweiten Mal empfängt der Letzte den Vorletzten. Und wieder ist Hertha BSC dabei, der SC Paderborn gastiert am Samstag um 15.30 Uhr im Olympiastadion. Am vergangenen Samstag verloren die Hauptstädter als damals noch Vorletzter mit 1:2 beim FSV Mainz 05, der dadurch die Rote Laterne abgab. Vielleicht ja ein gutes Omen, vielleicht kann Hertha ja auch vor heimischer Kulisse den 18. Tabellenplatz verlassen. Wobei: Auf das 2:2 beim FC Bayern zum Auftakt folgten drei Pleiten mit 1:8 Toren. Um diesen Trend umzukehren, sucht der Hertha-Coach nicht den oft bemühten Dosenöffner, sondern "den Korkenzieher", wie er auf der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte. Billige Wortspiele mit Wein unterlassen wir an dieser Stelle. Sein Paderborner Gegenüber Steffen Baumgart blieb dagegen der klassischen Fußball-Sprache treu und sagte im Interview mit n-tv.de, "wir werden auch in Berlin versuchen, offensiv zu spielen und müssen die Dinge, die nicht gut geklappt haben, einfach verbessern". Tipp: 0:1

Was ist sonst noch so los?

FC Schalke 04 - 1. FSV Mainz 05 (Freitag, 20.30 Uhr): Zwei Spiele torlos und mit nur einem Punktgewinn, dann zwei Siege und 8:1 Tore - wenn die Schalke diesen wechselhaften Trend vorsetzen, blüht den S04-Fans eine traumatische Saison. Der deutliche 5:1-Erfolg in Paderborn freute David Wagner zwar, trotzdem merkte der Coach an: "Das war weit weg von optimal." Zu passiv am eigenen Strafraum, zu wenig konsequent im gegnerischen, bemängelte der 47-Jährige. Für die Gäste aus Mainz war der Sieg gegen Hertha der erste der Saison nach blamablem Pokal-Aus bei Drittligist Kaiserslautern und drei Pleiten in drei Bundesliga-Spielen. Siegtorschütze Jeremiah St. Juste droht allerdings auszufallen und FSV-Übungsleiter Sandro Schwarz hat Respekt vor Schalkes "großer Wucht". Tipp: 2:1

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Bayer Leverkusen - 1. FC Union Berlin: "Das tut mir leid für die Mannschaft und die Fans. Ich möchte mich entschuldigen." Das sagte Bayer-Keeper Lukas Hradecky, nachdem er in der Champions League den Siegtreffer vorbereitet hatte. Leider nicht den für die eigene Mannschaft, sondern den für Dynamo Moskau. Die Wiedergutmachung gegen den Aufsteiger aus Köpenick klingt nach Pflichtaufgabe - schließlich kämpft Leverkusen um die internationalen Plätze, Union dagegen um den Klassenerhalt. Dafür muss mehr kommen als der "unterirdische" Auftritt gegen Moskau, den Geschäftsführer Rudi Völler gewohnt meinungsstark konstatierte. Tipp: 2:0

SC Freiburg - FC Augsburg (beide Samstag, 15.30 Uhr): Leipzig, Dortmund, Freiburg, Bayern. Die großen Vier der Bundesliga, zumindest nach vier Spieltagen. Das freut auch Trainer Christian Streich: "Wir hatten vier Spiele und haben überraschenderweise drei gewonnen", sagte er am Donnerstag über die erfreulichen Ergebnisse und stellte fest: "Ich bewerte nichts nach vier Spieltagen." Dabei gewann der Sport-Club bislang nicht glücklich, sondern souverän, alle drei Siege gelangen mit mindestens zwei Toren Unterschied. Das Sturm-Trio Lucas Höler, Nils Petersen und Luca Waldschmidt hat schon fünf Treffer erzielt. "Freiburg ist sicherlich das Team der Stunde", lobte FCA-Übungsleiter Martin Schmidt. Tipp: 2:0

Werder Bremen - RB Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr): Die spannendste Frage ist: Schafft es Werder-Trainer Florian Kohfeldt, elf (halbwegs) gesunde Fußballer aufs Feld zu schicken? Yuya Osako verletzte sich unter der Woche, Nuri Sahin fehlt nach seinem Platzverweis bei Union. Macht aktuell neun Ausfälle. Trotzdem antwortet Kohfeldt mit "Nein, nein" darauf, ob ein Sieg gegen den Tabellenführer eine Sensation wäre. Die ebenso simple wie logische Erklärung: "Ich mag das nicht, wenn Werder-Heimsiege eine Sensation wären." Gegen Leipzig wird's trotzdem eng, die Nagelsmann-Elf brachte vor Wochenfrist erst den FC Bayern in Bedrängnis und siegte dann am Dienstagabend souverän bei Benfica Lissabon. In Bremen hat RB allerdings in drei Anläufen bisher nicht gewinnen können. Tipp, trotzdem: 1:2

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Borussia Mönchengladbach - Fortuna Düsseldorf (Sonntag, 15.30 Uhr): Das Duell der Krisenklubs, deren Krisen kaum unterschiedlicher sein könnten. Mönchengladbachs Krise fing am Donnerstag um 21 Uhr an und war gegen kurz vor 23 Uhr vollendet, als die 0:4-Demütigung durch den Wolfsberger AC ihr Ende fand, zumindest auf dem Feld. Wesentlich komplizierter ist die Krise bei Fortuna Düsseldorf. Dort verschwieg offenbar Vereinsboss Thomas Röttgermann bei seinem Amtsantritt im April, dass er noch ein geschäftliches App-Projekt vorantreibe. Das berichten "Handelsblatt" und "Spiegel". Röttgermann habe dies auch danach bestritten und somit den Aufsichtsrat des Vereins belogen. Tipp: 1:0

VfL Wolfsburg - TSG Hoffenheim (Montag, 20.30 Uhr): Deutlich besser lief's in der Europa League für die Wolfsburger, auch wenn nur knapp 10.000 Fans ins Stadion strömten. Das dürften zum ersten Montagsspiel der Saison mehr werden, obwohl es das erste Spiel der Saison am ungeliebten Montag ist. Darauf hofft auch Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder, denn: "Generell spielen wir Fußball für die Fans." Was irgendwie trauriger klingt, als es vermutlich gemeint war. Schließlich sollte man seine Arbeit ja nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst machen.  Tipp: 2:2

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich brauche meine Zeit für meinen Job hier." Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder auf die Frage, warum er keine Konten bei Facebook oder Instagram pflege.

Quelle: n-tv.de

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