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Re-Live: Analyse des WM-Debakels Löw enttäuscht von Özil, Hoeneß rief an

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Bundestrainer Joachim Löw.

(Foto: dpa)

Lange schweigt Fußball-Bundestrainer Joachim Löw zum historischen WM-Debakel seines DFB-Teams in Russland. Nun stellt er gemeinsam mit DFB-Teammanager Oliver Bierhoff die WM-Analyse und den Plan für den Neustart vor. Die Pressekonferenz im Liveticker.

14:00 Uhr: Damit endet die laut DFB-Sprecher Jens Grittner mit 110 Minute längste Pressekonferenz der DFB-Geschichte - und dieser Liveticker.

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13:57 Uhr: Zum Abschluss wird der Bogen über die Bierhoff-Kritik von DFB-Boss Reinhard Grindel (Tenor: alles halb so wild) zum Anruf von Bayern-Präsident Uli Hoeneß im WM-Quartier in Watutinki geschlagen, angeblich inklusive einer Warnung vorm Einsatz von Mesut Özil im dritten WM-Vorrundenspiel gegen Südkorea. Bierhoff bestätigt, dass ihn Hoeneß angerufen, mit ihm über diverse Themen gesprochen und auch Anregungen gegeben aber - und schließt mit den Worten: "Aber er ist immer noch Aufsichtsrat beim FC Bayern - und nicht Trainer der Nationalmannschaft."

13.50 Uhr: Fragen eines Kollegen: Herr Löw, wie geht es Ihnen eigentlich? Antwort des Herrn Löw: "Mir geht es gut." Damit wäre das auch erklärt.

13.48 Uhr: Thema Selbstherrlichkeit im DFB-Team, die der Bundestrainer seinem Team nach dem WM-Fiasko in Kasan für seine Verhältnisse recht unverblümt attestiert hatte - was er nun relativiert. Der Begriff "Selbstherrlichkeit" sei ihm zu viel, sagt er. Sein Job als Trainer sei, das Optimum aus seinem Team und aus jedem einzelnen Spieler herauszukitzeln. Wichtig sei aber auch: "Jeder Spieler muss es schaffen, das Beste aus sich herauszuholen." Beides sei ihm und den DFB-Kickern in Russland nicht ausreichend gelungen. Aber, hebt Löw angesichts der nächtlichen Internetsperre im DFB-Quartier wegen angeblich exzessiven Konsolen-Gedaddels hervor: "Da trinkt niemand Alkohol, jeder ist um 12 auf dem Zimmer. Was sie dann machen, werden wir auch nicht immer kontrollieren. Dass sie nachts mal im Internet sind, ist alles auch nicht völlig unnormal." Aber: "Alle waren sehr professionell." Und, wichtig für Löw: "Das waren nicht die entscheidenden Dinge, dass wir das vergeigt haben."

13.40 Uhr: Nochmal das Thema Özil und die Frage, ob Löw enttäuscht gewesen sei von der Art des Rücktritts. Klare Antwort, auch wenn Löw mehr Worte dazu benutzt: Ja. Zitat: "Ich hätte mir gewünscht, dass er mich persönlich anruft und informiert über so einen Schritt." Dann hätte er sich auch mit ihm austauschen und "einige Dinge" besprechen können: "Im ersten Moment war natürlich auch eine Enttäuschung in mir, dass ich es nicht persönlich erfahren habe." Er hoffe, dass sich in Zukunft noch die Möglichkeit zu einem Gespräch ergeben werde. Vorab hatte er den Mittelfeldspieler bereits gelobt: "Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Özil einer der besten deutschen Spieler war, die es in den letzten 20, 30 Jahren gab. Das wird immer bleiben."

13.36 Uhr: Eine Frage zur DFB-Zukunft von Mario Götze, der nach der WM auch beim Nach-WM-Neustart fehlt. Antwort Löw: Der Mittelfeldspieler ist "bei uns nicht abgeschrieben". Wenn die Leistung beim Dortmunder stimme, wird er wieder nominiert. Allerdings, das merkt Löw selbst an: Beim Bundesligastart des BVB saß Götze 90 Minuten auf der Bank.

13.34 Uhr: Eine "Jetzt erst recht"-Stimmung hat Löw im SMS-Austausch mit seinem Team und den Nationalspielern nach der WM-Pleite ausgemacht. Und er ist jetzt überzeugt, dass man das in München gegen Frankreich auch sehen werde.

13:32 Uhr: Bei der WM vermisste Löw das Feuer im Team. Jetzt brennt der Bundestrainer wieder auf den Nations-League-Start gegen Weltmeister Frankreich. Und er wünscht sich, dass es dann keine Pfiffe gegen Ilkay Gündogan geben wird: "Ich appelliere an die Fans, dass man das jetzt auch mal beiseite legt. (...) Ilkay hat sich nochmals bekannt zu den deutschen Werten, zur Mannschaft." Eine etwaige Nichtberücksichtigung von Gündogan wegen der Erdogan-Affäre sei für ihn überhaupt kein Thema gewesen: "Sportlich war es für mich keine Frage, ihn einzuladen."

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13:30 Uhr: Zusammengefasst lautet Löws Maxime für die Zukunft: adaptieren, variieren, reagieren - um wieder zu dominieren. Wichtig dabei neben jungen, hochtalentierten Spieler wie Rückkehrer Leroy Sané (den Löw konsequent "Sahne" nennt): die etablierten 2014er Weltmeister - "wenn sie ihre Leistung zeigen". Das seien "schon klasse Spieler (...), die das auf internationalem Niveau bewiesen haben". Und die Löw insbesondere für die anstehenden Nations-League-Kracher gegen Frankreich oder die Niederlande in die Pflicht nimmt.

13:24 Uhr: "Die Vision von unserem Spiel dürfen wir auf keinen Fall aufgeben und verlieren", sagt Löw nach taktischen Änderungen in der Zukunft gefragt und betont: "Eine Mannschaft, die ich trainiere, wird auf keinen Fall nur defensiv spielen." Vorher wiederholt der Bundestrainer, was er zuvor schon ausgeführt hatte: Dass er bei der WM den Ballbesitzfußball mit seinem Team auf die Spitze treiben wollte - und es dabei übertrieben hat. Es sei zwar der richtige Weg, aber gerade in K.-o.-Spielen seien situative Anpassungen möglich. Sein Beleg: Das deftige Champions-League-Aus von Manchester City gegen den FC Liverpool, der in der Premier League weit abgeschlagen hinter City gelandet war.

13:14 Uhr: Ein weiterer Aufreger nach der WM: Die viel kritisierte Kritik von Philipp Lahm am zu laschen Führungsstil des Bundestrainers. Löw zeigt sich gelassen und erklärt, dass ihn sein WM-Kapitän kurz nach seinem offenen Brief angerufen habe und mit ihm gesprochen habe. Löw gibt sich überzeugt von seinem Führungsstil. Er wisse sehr gut, wie er eine Mannschaft zu führen, anzusprechen habe "und wie man junge Spieler erreicht. Das ist in erster Linie Kommunikation, Gespräch, Dialog. Das war immer mein Weg und den werde ich beibehalten". Natürlich müsse man sich immer anpassen. Aber, betont Löw, er werde sich "nicht völlig (...) ändern".

13:10 Uhr: Die Vorträge von Löw und Bierhoff sind beendet, jetzt dürfen - anders als noch bei der WM-Kadernominierung - Fragen gestellt werden. Eine Frage an den Bundestrainer: Gab es eine Spaltung im DFB-Team? Antwort: Es mangelte im Vergleich mit vorherigen Turnieren an Team- und echtem Mannschaftsgeist. Aber, betont Löw: Eine Spaltung, unüberbrückbare Differenzen oder gar Rassismus habe es im Team nicht gegeben.

13:04 Uhr: Von Khedira abgesehen setzt Löw weiter auf seine Weltmeister von 2014. Er sei überzeugt, dass diese ihre Leistung anders als in Russland künftig wieder abrufen werden. Der neue DFB-Kader sei "ein Mix aus Erfahrung und Jungen". (Wieder) nicht dabei: WM-Siegtorschütze Mario Götze, der als Ersatz auf der Özil-Position gehandelt worden war. Zur Frage, wer künftig die Özil-Rolle im DFB-Team übernehmen könnte, sagt Löw vieldeutig: "Einige können auf dieser Position spielen." Man müsse abwarten, wie sich die jungen Spieler präsentieren und wie sie sich entwickeln.

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13:02 Uhr: Löw übernimmt wieder und präsentiert seinen Kader für den Neustart des DFB-Teams gegen Weltmeister Frankreich und Peru. Mit dabei: die drei Neulinge Thilo Kehrer, Nico Schulz und Kai Havertz. Nicht mehr dabei: 2014er Weltmeister Sami Khedira.

12.57 Uhr: Der DFB-Teammanager räumt ein, in den ersten Wochen nach WM-Fiasko und Özil-Debakel mit einem "Kloß im Hals" aufgewacht zu sein. Und mit der Frage im Kopf, wie das alles passieren konnte. Er wolle nicht alles vom Tisch rücken. Nun sei es aber wichtig, den Blick nach vorn zu richten. Ein zentraler Bestandteil bei den Zukunftsplanungen des DFB: die neue Akademie. Und, stellt Bierhoff klar: Es mangele dem DFB, anders als von manchen Experten bemängelt, keineswegs an Fußball-Expertise.

12.55 Uhr: Bierhoff kündigt an: Auch der Slogan "Die Mannschaft" steht auf dem Prüfstand. Den Vorwurf übertriebener Kommerzialisierung des DFB-Teams teilt der DFB-Teammanager aber nicht. Im Vergleich zum WM-Titel-Jahr 2014 habe sich die Zahl der Werbe-Events mit den Nationalspielern nicht erhöht.

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12.48 Uhr: Viel diskutiert, schon vor dem WM-Fiasko: die Entfremdung zwischen DFB-Team und Fans durch fehlende Nähe, die sich unter anderem in nicht ausverkauften Länderspielen mit schlechter Stimmung äußert. Bierhoff kann die Kritik zwar nicht nachvollziehen und zählt öffentliche Trainings und Fan-Länderspiele in der WM-Vorbereitung auf. Aber er räumt auch ein: "Irgendwie sind wir da den Bedürfnissen der Fans nicht nähergekommen." In Zukunft wolle man bei der Außendarstellung stärker an "Nahbarkeit und Bodenständigkeit" arbeiten, um den falschen Eindruck einer "gewissen Selbstgefälligkeit" zu zerstreuen. Das Ziel: "Wir wollen die Türen öffnen, dass Kinder und Jugendliche ihre Stars wieder von näher sehen." Ein Mittel dazu: mehr öffentliche DFB-Trainings.

12.44 Uhr: Bierhoff kündigt Verschlankungen im DFB-Betreuerstab an, der möglichst klein gehalten werden soll. Heißt konkret: Es fallen Posten weg. Im Vergleich zur WM werden dem DFB-Betreuerstab künftig elf Personen weniger angehören.

12.40 Uhr: Wie schon Löw und Grindel weist auch Bierhoff die Rassismusvorwürfe von Özil strikt zurück, sagt aber selbstkritisch: "Wir haben die Situation unterschätzt oder falsch eingeschätzt, dass auch politische Reaktionen stattfinden." Bierhoff stellt aber heraus: "Eins ist klar: Ein Nationalspieler kann keine Zielscheibe für rassistische Angriffe sein. Dagegen müssen wir angehen." Warum es eine derartige klare Aussage von Bierhoff und/oder Löw/Grindel nicht schon während der WM gegeben hat, sagt er nicht.

12.39 Uhr: DFB-Teammanager Bierhoff übernimmt - und äußert sich natürlich ebenfalls zu Özil. Er "habe mit Mesut neun wunderbare Jahre in der Nationalmannschaft verbracht", sagt Bierhoff: "Er ist einfach ein toller Fußballer und hat uns mit seinem Fußball sicher bereichert." Es tue ihm "unglaublich leid, dass die Situation so entstanden ist". Dass "dieser Rücktritt so vollzogen wurde, schmerzt uns alle, auch Mesut".

12.30 Uhr: Den von Özil geäußerten Rassismus-Vorwurf Richtung DFB-Präsident Grindel nennt Löw "überzogen" und weist ihn zurück: "Niemals gab es in unserer Mannschaft auch nur einen Ansatz von Rassismus." Für Löw sei die Debatte um das Erdogan-Foto von Özil und Ilkay Gündogan nach dem Besuch bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erledigt gewesen - was eine Fehleinschätzung gewesen sei. Auch wenn das Thema während der WM "Kraft gekostet" und "nervenaufreibend" gewesen sei, war es laut Löw nicht entscheidend für den frühen Turnier-K.-o.

12.29 Uhr: Löw schwenkt zum Thema Özil-Rücktritt um - und überrascht. Denn er erklärt, dass er bis heute keinen Kontakt zum Mittelfeldspieler hatte. Normalerweise sei es üblich gewesen, dass ihn langjährige Nationalspieler vor ihren Rücktritten persönlich informiert hätten. Das sei bei Özil nicht der Fall gewesen. "Sein Berater hat mich angerufen", um zu sagen, dass der Mesut zurücktritt. "Der Spieler selbst hat mich nicht angerufen, das muss man akzeptieren." Laut Löw herrscht bis heute absolute Funkstille zwischen dem Bundestrainer und seinem einstigen Lieblingsprofi. Er habe in den letzten Wochen mehrfach versucht, den Profi vom FC Arsenal zu erreichen - aber ohne Erfolg.

12:26 Uhr: Wie erwartet kündigt Löw Umstrukturierungen in seinem Trainerstab an. Thomas Schneider wird künftig nicht mehr als Co-Trainer agieren. Im Amt bleiben Torwarttrainer Andreas Köpke und der zweite Co-Trainer Marcus Sorg. Etwas überraschend ist dann doch, dass Schneider quasi befördert wird und künftig die Scouting-Abteilung der Nationalmannschaft leiten soll. Der langjährige Scout Urs Siegenthaler, an dem sich während der WM Kritik auch innerhalb der Mannschaft entzündet haben soll, arbeitet laut Löw weiter für die Nationalmannschaft. Auch das überrascht.

12:23 Uhr: Löw jongliert weiter mit den Statistiken, die öffentlich schon direkt nach dem WM-Aus diskutiert worden waren. Und hält als weiteres Manko im DFB-Spiel fest: Es habe an der Chancenverwertung gehapert. Dem ist angesichts von 72 Torschüssen in den drei WM-Vorrundenspielen (laut Löw DFB-Bestwert) und nur zwei Toren nichts hinzuzufügen.

12:21 Uhr: Der Bundestrainer geht taktisch ins Detail und stellt fest: seine Mannschaft hatte viel Ballbesitz bei der WM (stimmt - über 60 Prozent im Schnitt), ist viel gelaufen (zweitbeste WM-Laufleistung in der Vorrunde), aber hat es an Intensität und Sprints in die Tiefe vermissen lassen. Dadurch sei auch das deutsche Passspiel im Vergleich zu den vorherigen Turnieren entschleunigt worden - was den Gegnern das Verteidigen erheblich erleichtert habe.

12:18 Uhr: Zweite große Erkenntnis laut Löw: Im deutschen Spiel haben Feuer und Leidenschaft gefehlt - und er habe es versäumt, die konsequent einzufordern. Löw: "Es gab eine kleine Flamme, meine Spieler haben normalerweise Feuer. Das wäre natürlich auch meine Aufgabe gewesen, das in der Mannschaft zu forcieren."

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12:16 Uhr: Löw wird richtig selbstkritisch und räumt ein: "Meine allergrößte Fehleinschätzung, mein allergrößter Fehler war, dass wir mit dem Ballbesitzfußball zumindest durch die Vorrunde kommen. Das war fast schon arrogant." Seine wichtigste Erkenntnis als Trainer: Man müsse die Spielweise adaptieren und flexibler agieren, auch innerhalb von Partien. Weniger Risiko, mehr Sicherheit. Sein größtes Versäumnis: "Ich hätte die Mannschaft auf eine sichere Spielweise ausrichten müssen."

12:15 Uhr: In die Analyse seien auch die vergangenen Turniere eingeflossen, in der sich die DFB-Elf von 2010 bis 2018 von einer Konter- zu einer Ballbesitzmannschaft entwickelt habe. 2014 habe sich das Team diesbezüglich in der "goldenen Mitte" befunden. Löws Erkenntnisse aus der WM: Defensive stand mehr im Vordergrund, das Konterspiel wurde betont, Standards wurden wichtiger und die Topteams hätten mit wenigen offensiven Spielern agiert.

12:10 Uhr: Löw räumt ein, dass die Analyse lange gedauert habe, "für manchen vielleicht zu lange". Aber, betont der Bundestrainer: Man habe sich die Zeit nehmen wollen und die Zeit gebraucht, um auch das WM-Ende abzuwarten und internationale Trends in die Analyse einfließen lassen zu können.

12:09 Uhr: Aber, führt Löw in seinem Eröffnungs-Monolog weiter aus: Gemeinsam mit Oliver Bierhoff habe er bei einem Treffen nach der WM gemerkt, dass man auch nach 14 Jahren noch die Kraft und die Motivation dafür habe, gemeinsam gutzumachen, "was man verbockt" habe.

12:08 Uhr: "Das WM-Aus war für mich und für uns alle ein absoluter Tiefschlag, da gibt es nichts zu beschönigen", sagt Löw. Beim Turnier in Russland seien alle "weit unter ihren Möglichkeiten geblieben" und hätten zu Recht die Quittung dafür bekommen. Löws Gefühl nach dem Aus: unter anderem eine "gehörige Portion Wut".

12:05 Uhr: Löw und Bierhoff haben das Podium betreten, es kann losgehen. Offenbar tatsächlich schon verschwunden: Der Slogan "Die Mannschaft".  Löw hat das Wort.

12:02 Uhr: Vor dem PK-Start in München sickern weitere Infos durch. Anders als Khedira sollen die Weltmeister Jerome Boateng und Mats Hummels weiter zum DFB-Aufgebot gehören. Wieder dabei: Der vor der WM überraschend gestrichene Leroy Sané von Manchester City.

11:56 Uhr: Das DFB-Präsidium und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) haben Löw und Bierhoff mit ihren Neustart-Plänen schon überzeugt. Gelingt Ihnen das auch bei Fußball-Deutschland? Es gibt viele offene Fragen zu beantworten - und Vertrauen zurückzugewinnen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey für t-online.de gaben vor der WM-Analyse 57,5 Prozent der befragten Sportinteressierten an, dass Löw mit dem DFB-Team ihrer Meinung nach nicht mehr an alte Erfolge anknüpfen kann. An eine erfolgreiche Zukunft unter Löw glauben nur 26,7 Prozent der Fans.

11:48 Uhr: Neben der WM-Analyse wird Löw auch den DFB-Kader für die nächsten Länderspiele benennen. Angeblich nicht mehr dabei: 2014er Weltmeister Sami Khedira. Laut Sport1 wird der 31-jährige Mittelfeldspieler von Juventus Turin nicht für den Nations-League-Auftakt gegen Weltmeister Frankreich (6. September in München) und das Testspiel gegen Peru (9. September in Hoffenheim) berufen. Khedira hatte zuletzt seine Bereitschaft zum Weitermachen erklärt, aber auch gesagt: "Wenn es aktuell Bessere gibt, dann werde ich das akzeptieren."

11:44 Uhr: Die Pressekonferenz findet nicht wie üblich in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main statt, sondern im Stadion des FC Bayern. Mit Löw auf dem Podium: Teammanager Bierhoff, der seit nach seinem Özil-Pranger-Interview ebenfalls öffentlich abgetaucht war – und den der DFB-Boss zuletzt öffentlich zu Kursänderungen bei der Vermarktung der DFB-Elf aufgefordert hatte. Unter anderem forderte Grindel mehr Nähe zu den Fans und den künftigen Verzicht auf den Begriff "Die Mannschaft" fürs DFB-Team.

11:39 Uhr: Das DFB-Präsidium und die Deutsche Fußball-Liga (DFL) haben Löw und Bierhoff dem Vernehmen nach überzeugt. Nun gilt es für die Nationalmannschafts-Spitze, auch Fußball-Deutschland zu überzeugen. Es gibt viele offene Fragen zu beantworten - und Vertrauen zurückzugewinnen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Civey für t-online.de gaben vor der WM-Analyse 57,5 Prozent der befragten Sportinteressierten an, dass Löw mit dem DFB-Team nicht mehr an alte Erfolge wird anknüpfen können. An eine erfolgreiche Zukunft unter Löw glauben nur 26,7 Prozent der Fans.

11:30 Uhr: Es ist soweit: Ab 12 Uhr präsentiert Bundestrainer Joachim Löw in München der Öffentlichkeit die Ergebnisse seiner WM-Analyse, die ja die Aufarbeitung eines historischen deutschen Fußball-Debakels ist - und die DFB-Präsident Reinhard Grindel als "tiefgreifend und umfassend" angekündigt hatte. n-tv überträgt die Pressekonferenz live.

Zur Erinnerung, weil es schon zwei Monate her ist: Am 27. Juni 2018 hatte sich das deutsche Nationalteam nach einem desaströsen 0:2 gegen Südkorea in Kasan erstmals in der DFB-Geschichte bereits in der Vorrunde von einer Weltmeisterschaft verabschiedet. Als Titelverteidiger. Als Tabellenletzter in einer Gruppe mit Schweden, Mexiko und eben Südkorea. Mit drei Punkten und zwei Toren. #zsmmnbrch.

Es folgten, unter anderem:

Und der Bundestrainer? Ließ nach kurzer Bedenkzeit mitteilen, dass er trotz WM-Debakels in Russland wie vom DFB voreilig gewünscht weitermachen möchte - und schwieg ansonsten öffentlich, von einem kurzen Statement im Juli und zwei Wortmeldungen auf der Verbands-Homepage abgesehen. Nun spricht er endlich - und es gibt viel zu bereden.

Quelle: n-tv.de, cwo