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Treibhausgase hoch konzentriert 2017 war drittwärmstes je gemessenes Jahr

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Das vergangene Jahr war rekordverdächtig warm.

picture alliance / Patrick Pleul

Obwohl das Klimaphänomen El Niño nicht auftritt und der Sommer in Deutschland 2017 gefühlt ins Wasser fällt, ist das vergangene Jahr eines der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Folgen sind weltweit spürbar.

Die vergangenen vier Jahre waren die wärmsten seit Beginn meteorologischer Aufzeichnungen im späten 19. Jahrhundert. Das bestätigt der Jahresbericht der US-Klimabehörde NOAA, an dem mehr als 500 Forscher aus 65 Ländern mitgearbeitet hatten. Der über 300 Seiten starke Report fasst die wichtigsten Klimatrends 2017 zusammen, von denen einzelne schon bekannt waren.

2017 ist demnach das drittwärmste je gemessene Jahr. Es sei jedoch das wärmste Jahr gewesen, das nicht vom Klimaphänomen El Niño beeinflusst wurde, sagte NOAA-Klimaforscher Deke Arndt. Durch El Niño erwärmt sich in bestimmten Jahren der Pazifik. Der Bericht verdeutlicht drastisch die sich teilweise verstärkenden Klimatrends eines sich aufwärmenden Planeten: Die Konzentrationen an Treibhausgasen wie CO2 und Methan stiegen 2017 auf neue Höchstwerte.

Der Meeresspiegel stieg im vergangenen Jahr ebenfalls zu einem neuen Höchststand und lag durchschnittlich 7,7 Zentimeter über dem von 1993, als die Höhenmessung per Satellit eingeführt wurde. In 22 der vergangenen 24 Jahre stieg der Meeresspiegel, schreiben die Autoren - seit 1993 im Durchschnitt etwa drei Zentimeter pro Jahrzehnt.

Auch in der Arktis stießen die beteiligten Wissenschaftler auf neue Anzeichen der zunehmenden Erderwärmung. Die Fläche des dort im September 2017 gemessenen Eises auf dem Meer war ein Viertel kleiner als im langfristigen Durchschnitt um diese Zeit. "Meereis in der Arktis ist in den letzten Jahren neu, dünn und anfällig dafür, zu brechen und zu schmelzen", heißt es. "Die von altem, dickerem Eis bedeckte Fläche nimmt weiter ab." Zehn der niedrigsten Eis-Werte seien in den Septembermonaten der vergangenen elf Jahre gemessen worden.

Höchster Gipfel Schwedens schrumpft

Durch den Klimawandel ist auch in Schweden ein beunruhigendes Phänomen zu beobachten: Der höchste Gipfel des Landes wird allmählich immer kleiner. Dieser liegt nämlich an einem Gletscher auf dem Kebnekaise-Berg, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchschnittlich um einen Meter pro Jahr schrumpfte, wie die Universität von Stockholm mitteilte. Besonders schlimm sei die Schmelze in diesem Jahr gewesen, teilte die Geografieprofessorin Gunhild Ninis Rosqvist mit, die die Forschungsstation in der Nähe des Berges leitet.

Allein zwischen dem 2. und dem 31. Juli sei der südliche Gipfel um vier Meter geschrumpft, erklärte Rosqvist. Bei ihrer letzten Messung sei der vergletscherte südliche Gipfel noch 2097 Meter hoch gewesen - nur noch 20 Zentimeter höher als der eisfreie nördliche Gipfel mit 2096,8 Metern. Im vergangenen Jahr hatte der Unterschied zwischen den beiden Gipfeln noch zwei Meter betragen.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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