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Praxis-Test im All Aufblasen von ISS-Wohnmodul geht schief

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Das Wohmodul "Beam" wurde an die Internationale Raumstation ISS angedockt.

(Foto: REUTERS)

Eines Tages sollen Menschen auf Mond und Mars wohnen. Dafür sollen ISS-Raumfahrer schon einmal das Wohnmodul "Beam" testen. Doch der Versuch schlägt fehl. Das 16 Millionen Euro teure Konstrukt funktioniert nicht wie gedacht.

Ein Experiment mit einem aufblasbaren Wohnraum-Modul an der Internationalen Raumstation ISS ist fehlgeschlagen. Das neuartige Modul mit dem Namen "Beam", das an die Raumstation angekoppelt ist, blies sich nicht zur vollen Größe auf, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Der Versuch wurde nach mehreren Stunden abgebrochen.

"Beam" wurde vom Privatunternehmen Bigelow Aerospace im Auftrag der Nasa zu einem Preis von 18 Millionen Dollar (rund 16 Millionen Euro) entwickelt und wird nun erstmals im All getestet. Nach dem ursprünglichen Zeitplan, der nun infrage gestellt ist, sollten erstmals am kommenden Donnerstag Astronauten in das 1,4 Tonnen schwere rechteckige Modul hineinschweben.

Während des nun erfolgten zweistündigen Tests, den der US-Astronaut Jeff Williams in Zusammenarbeit mit dem Kontrollzentrum in Houston im US-Bundesstaat Texas vornahm, blies sich das Modul nach Angaben der Nasa jedoch gerade einmal ein paar Zentimeter in Länge wie Breite auf. Bei voller Größe ist "Beam" vier Meter lang und 3,23 Meter breit.

Zweiter Versuch wurde abgeblasen

Ein zunächst für Freitag in Aussicht gestellter zweiter Versuch wurde abgeblasen. Stattdessen will die Nasa bei einer Pressekonferenz die Probleme erläutern, die bei einer Untersuchung des aus der extrem belastbaren Kunstfaser Kevlar bestehenden Moduls genauer festgestellt werden sollen.

Aufblasbare Module sollen nach den Plänen von Nasa und Bigelow Aerospace in künftigen Jahrzehnten als Wohnräume für Astronauten auf dem Mond oder Mars dienen. Ihr großer Vorteil besteht darin, dass sie beim Transport nur wenig Raum brauchen.

Allerdings ist noch ungeklärt, ob ein Modul wie "Beam" die Astronauten ausreichend gegen die hochintensive Sonnenstrahlung und die extremen Temperaturschwankungen im All sowie gegen herumfliegenden Weltraumschrott schützen könnte. Im Inneren von "Beam" sind Sensoren installiert, die die Strahlung messen. Diese Messdaten sollen regelmäßig von den ISS-Astronauten eingesammelt werden.

Quelle: ntv.de, kpi/AFP