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Nach Erfolg der mRNA-Technologie Biontech arbeitet bereits an HIV-Impfstoff

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Ein komplizierter Gegner: Bisher existiert kein ausreichend wirksamer Impfstoff gegen das HI-Virus.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Einen erfolgreichen Impfstoff gegen Covid-19 kann Biontech bereits für sich verbuchen. Die neuartige mRNA-Technologie soll nun auch den Durchbruch beim Kampf gegen andere Erreger bringen. Das Unternehmen arbeite bereits an einem HIV-Impfstoff, so Firmenchef Sahin.

Mit seinem Impfstoff Comirnaty gegen Covid-19 hat das deutsche Unternehmen Biontech einen Welterfolg gelandet. Laut Our World in Data wurden davon weltweit bereits mehr als 700 Millionen Dosen verabreicht. Der Impfstoff basiert auf der mRNA-Technologie. Dabei wird eine sogenannte Boten-RNA (mRNA) injiziert, welche den Bauplan für den Teil eines Erregers beinhaltet. Dieser wird vom Körper dann nachgebaut, womit das Immunsystem aktiviert wird. Es lernt auf diese Weise, den Erreger zu erkennen und zu bekämpfen.

Der Covid-19-Impfstoff ist der erste kommerzielle Erfolg von Biontech. Nun sollen weitere folgen. Das Mainzer Unternehmen arbeite bereits an mRNA-Impfstoffen gegen andere Erreger, sagte Firmenchef Ugur Sahin bei der Jahrestagung der Initiative "House of Pharma", wie die "Pharmazeutische Zeitung" berichtet. Darunter auch ein Vakzin gegen HIV, den Auslöser der Immunschwächekrankheit Aids. Auch Impfstoffe gegen Tuberkulosebakterien und Influenzaviren seien in Arbeit. Im Juli bereits hatte Biontech angekündigt, auch einen Impfstoff gegen Malaria entwickeln zu wollen.

Das US-Pharmaunternehmen Moderna hatte bereits eine Studie mit zwei Impfstoffkandidaten gegen das HI-Virus angekündigt. Auch sie basieren auf der mRNA-Technologie. Einen Rückschlag bei der Suche nach einem Impfstoff gegen HIV/Aids hatte kürzlich jedoch der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson erlitten. Ein Impfstoffkandidat erwies sich bei einer großangelegten klinischen Studie in südafrikanischen Staaten als wenig wirksam. Der Schutz vor einer Infektion mit dem HI-Virus betrug nur 25 Prozent, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Probleme bei der Impfstoff-Entwicklung

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Bis heute gibt es keinen wirksamen Impfstoff gegen HIV. Die Ursachen liegen zum einen im Erreger selbst: Das Virus mutiert sehr schnell und seine Oberfläche bietet - anders etwa als Sars-CoV-2 - weniger Angriffsfläche für Antikörper des Immunsystems. Zum anderen breitet sich die Seuche sehr langsam aus, was klinische Studien verkompliziert. Denn erst ab einer gewissen Anzahl an Infektionen unter den Probanden kann eine Wirksamkeit ermittelt werden - was sehr lange dauern kann. Johnson & Johnson hatte seine Imbokodo-Studie mit mehr als 2600 jungen Frauen bereits im Jahr 2017 gestartet.

Die Krankheit Aids hat bis heute Schätzungen zufolge etwa 36 Millionen Menschen das Leben gekostet. In den vergangenen Jahrzehnten gab es jedoch Fortschritte bei ihrer Bekämpfung. Antiretrovirale Medikamente erlauben Infizierten mittlerweile ein weitgehend normales Leben. Und regelmäßig eingenommene Prep-Medikamente bieten einen sehr guten Schutz vor einer Ansteckung.

Quelle: ntv.de, kst

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