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Gab es Leben auf dem Mars? "Curiosity" stößt auf Wassersystem

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Auf dem Mars konnten Seen- und Flusssysteme nachgewiesen werden - ein Anhaltspunkt für Leben auf dem Roten Planeten.

(Foto: Twitter/Nasa)

Die Indizien für Leben auf dem Mars mehren sich. Der Marsrover "Curiosity" entdeckt ein groß angelegtes System an Flüssen und Seen. Diese sind zwar mittlerweile vertrocknet, aus ihren Hinterlassenschaften ergibt sich allerdings eine heiße Spur.

Der Marsrover "Curiosity" hat ein System ausgetrockneter Seen und Flüsse auf dem Roten Planeten aufgespürt. Die einzelnen Gewässer müssen auf dem urzeitlichen Mars jeweils für mindestens 100 bis 10.000 Jahre stabil gewesen sein, schreibt ein Forscherteam um John Grotzinger vom California Institute of Technology (Caltech) im Fachjournal "Science". Die Entdeckung reiht sich in eine lange Kette von Indizien für eine deutlich nassere Vergangenheit des Wüstenplaneten.

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"Curiositys" Beobachtungen stärken zudem die Hoffnung, einmal Spuren von vergangenem extraterrestrischem Leben auf dem Mars zu finden, wie es in einem Begleitkommentar in "Science" heißt. Der Marsrover erkundet seit 2012 den Gale-Krater in der Äquatorregion des Roten Planeten. Dort stieß der Roboter der US-Weltraumbehörde Nasa auf Bodenformen und Sedimente, die auf frühere Gewässer hindeuten. Den Beobachtungen zufolge ist Sand von Kies von der Nordwand des Gale-Kraters von flachen Flüssen südwärts transportiert und dabei feiner gemahlen worden. Das Material lagerte sich demnach schließlich in Seen ab.

Das Gewässersystem, das "Curiosity" bislang erkundet hat, muss sich über 10.000 bis 10 Millionen Jahre entwickelt haben und wurde möglicherweise von einem gemeinsamen Grundwasserspiegel dauerhaft gespeist, berichten die Wissenschaftler. Die individuellen Gewässer hätten lang genug existiert, um Leben zu ermöglichen. Spuren solchen vermuteten Marslebens haben die Forscher aber bisher nicht gefunden.

Rätsel im Verschwinden des Wassers

Der Mars ist heute eine extrem trockene, kalte Staubwüste. Zahlreiche Beobachtungen deuten jedoch darauf hin, dass der Rote Planet einmal ein erheblich milderes Klima mit einer dichteren Atmosphäre und deutlich mehr Wasser besessen haben könnte. So waren auch früher schon Sedimente entdeckt worden, die auf ausgetrocknete Gewässer schließen lassen, und Landformen, die möglicherweise von fließendem Wasser geformt wurden. Eiskappen und unterirdische Gletscher lassen es möglich erscheinen, dass Mars sogar einmal größere Meere besessen hat.

Weitgehend rätselhaft ist bislang allerdings, wohin der Großteil des Marswassers verschwunden ist. In der heute dünnen Atmosphäre des Roten Planeten verkocht flüssiges Wasser durch den geringen Druck im Normalfall sofort. Zwar hatten andere Forscher kürzlich Indizien dafür präsentiert, dass mancherorts auch heute noch Wasser über den Roten Planeten fließt, dieses ist aber nur in Form einer Salzlauge stabil, die weniger leicht einfriert und weniger schnell verdunstet als reines Wasser.

Aktuelle Beobachtungen ließen den jungen Mars geologisch immer erdähnlicher erscheinen, betont Majorie Chan von der University of Utah in einem "Science"-Begleitkommentar. Und obwohl es noch keinen Beleg für die Existenz von extraterrestrischem Leben auf dem Mars gebe, seien die wichtigsten Zutaten dafür vorhanden gewesen. Auf der Erde sei seit 3,5 Milliarden Jahren vermutlich jedes Oberflächengewässer mit Mikroben besiedelt.

"Würde der Mars reine, abiotische Gewässer besessen haben?", fragt Chan und antwortet selbst: "Je mehr die Geologie der Erde ähnelt, umso wahrscheinlicher scheint es, dass sich irgendwelche Lebensformen im Marswasser entwickelt haben könnten."

Quelle: n-tv.de, lsc/dpa

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