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Himmelsschauspiele im November Der Leonidenstrom kommt

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Sternschnuppen aus dem Meteorstrom der Leoniden.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Es ist wieder so weit: Die Sternschnuppen des Leonidenstromes kommen. Dabei handelt es sich um abgesprengte Stücke des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. Aber es ist nicht das einzige Himmelsschauspiel, das der November mit sich bringt.

Saturn kann im November noch am frühen Abendhimmel tief im Südwesten gesehen werden. Um die Monatsmitte wird der Ringplanet allerdings für das Auge unsichtbar. Geht er zu Monatsbeginn noch eine Viertelstunde nach 19 Uhr unter, so sinkt er Ende November bereits um halb sechs Uhr abends unter die südwestliche Horizontlinie. Mit dem Abtreten von Saturn bleibt der Sternenhimmel in der ersten Nachthälfte ohne helle Planeten.

Am Morgenhimmel gibt Venus ihre Abschiedsvorstellung. Sie strebt immer südlicheren Gefilden des Tierkreises zu. Gleich zu Monatsbeginn zieht sie an Spica, dem Jungfrauhauptstern, vorbei. Am 13. kommt es zu einer engen Begegnung mit Jupiter. Venus zieht knapp nördlich am Riesenplaneten vorbei, der allmählich am Morgenhimmel auftaucht. Auch Mars kann am Morgenhimmel gesehen werden. Er erscheint gegen 4 Uhr am Osthorizont, während Venus und Jupiter erst zwischen 6 und 7 Uhr morgens gut zu beobachten sind.

Schmale Mondsichel vor Planetenparade

Am 16. ergibt sich gegen 6.30 Uhr ein netter Himmelsanblick, wenn sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zur morgendlichen Planetenparade von Mars, Jupiter und Venus gesellt. Bereits einen Tag vorher zieht die Mondsichel am rötlich-gelben Mars vorbei.

Merkur erreicht am 24. mit 22 Grad seinen größten östlichen Winkelabstand von der Sonne. Wegen seiner extrem südlichen Position ist er in unseren Breiten allerdings nicht abends zu sehen: Noch bevor es richtig dunkel geworden ist, geht er bereits unter.

Vollmond wird am 4. November um 6.23 Uhr erreicht, wobei der Erdtrabant im Sternbild Widder steht. In der Nacht vom 5. auf 6. zieht der Mond vor dem Sternhaufen der Hyaden vorbei, wobei er einige Sterne des Regengestirns bedeckt. Bereits am Abend des 5. verschwindet Primus Hyadum, auch Gamma Tauri genannt, hinter dem Mond. Je nach Beobachtungsstandort in Deutschland taucht Primus Hyadum zwischen 20.41 und 20.51 Uhr am Westrand des Mondes wieder auf. Wegen des blendenden Mondlichtes kann man den Stern aber kaum mit bloßem Auge sehen. Ein Fernglas ist erforderlich.

Asteroiden, Kometen und Meteoroiden

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung; ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht. ASTEROIDEN sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern. KOMETEN sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif. Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung METEOROIDEN eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie METEORITEN genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde, allerdings zum größten Teil als Staub.

Gut zu sehen ist hingegen die Bedeckung des orangefarbenen Aldebaran, Hauptstern des Stieres, in den Morgenstunden des 6. November. Je nach Position des Beobachters beginnt die Bedeckung zwischen 3.48 und 4.10 Uhr. Zwischen 4.29 und 4.37 endet die Verfinsterung von Aldebaran. Er erscheint wieder am Westrand des Mondes. In der gleichen Nacht kommt der Mond mit 361.440 Kilometer Distanz in Erdnähe, während ihn am 21. abends in Erdferne 406.130 Kilometer von uns trennen. Neumond tritt am 18. November um 12.42 Uhr ein.

Sternschnuppen des Leonidenstromes

Die Sternschnuppen des Leonidenstromes leuchten vom 12. bis 29. November auf. Wie ihr Name sagt, scheinen die Meteore aus dem Sternbild Löwe zu kommen. Das Maximum der Leonidentätigkeit ist in diesem Jahr in der Nacht vom 17. auf 18. zu erwarten. Allerdings ist diesmal pro Stunde lediglich mit zwanzig Leoniden zu rechnen.

Die günstigste Zeit für die Beobachtung der Leoniden sind die Stunden der zweiten Nachthälfte. Die Meteoroide laufen auf Gegenkurs zum Erdumlauf, weshalb es zu Frontalzusammenstößen kommt. Die Relativgeschwindigkeit ergibt sich somit zu 70 Kilometer pro Sekunde, das sind 252 000 Kilometer pro Stunde - eine Strecke, die zwei Dritteln der Entfernung von der Erde zum Mond entspricht.

Die Leoniden sind abgesprengte Stücke des Kometen 55P/Tempel-Tuttle. In manchen Jahren waren die Leoniden besonders auffällig mit mehreren hundert Sternschnuppen pro Stunde. Dies ist im Mittel alle 33 Jahre der Fall, wenn die Erde mit dem Zentrum der Leonidentrümmerwolke kollidiert.

Am frühen Abend kurz nach Einbruch der Dunkelheit kann man am Westhimmel noch das Sommerdreieck sehen. Es setzt sich aus den Sternen Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler zusammen. Der helle Arktur im Bootes allerdings ist bereits untergegangen.

Erste Wintersternbilder zu sehen

Gegen zehn Uhr abends sind im Osten und Südosten bereits die ersten Wintersternbilder zu sehen: Orion, Stier und Zwillinge. Hoch im Osten strahlt die gelbe Kapella, Hauptstern im Sternbild Fuhrmann. Direkt über unseren Köpfen - im Zenit - sieht man die auffällige Figur des Himmels-W, die Königin Kassiopeia. Die mittlere Spitze des Himmels-W deutet ungefähr auf den Polarstern, der uns die Nordrichtung weist. Der Große Wagen hingegen hält sich tief am Nordosthimmel auf.

Hoch im Süden erblickt man ein großes Sternenquadrat. Es bildet den zentralen Teil des Pegasus, Leitsternbild des Herbsthimmels. Man nennt es daher auch Herbstviereck. An das Herbstviereck schließt sich in nordöstlicher Richtung die Sternenkette der Andromeda an. Knapp darunter ist der Perseus zu finden, Retter der Prinzessin Andromeda. Südlich der Andromeda stößt man auf das kleine, aber markante Sternbild des Widders. Zwischen Andromeda und Widder ist das winzige Sternbild Dreieck beheimatet.

Andromedanebel - Sternsystem weit außerhalb unserer Milchstraße

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Andromedanebel in einer Aufnahme der Europäischen Raumfahrtagentur ESA.

(Foto: dpa)

Unter extrem guten Sichtbedingungen kann man im Sternbild Andromeda ein längliches, schwach leuchtendes Lichtfleckchen erkennen. Noch vor 100 Jahren glaubte man, der Andromedanebel sei eine Gaswolke in unserer Milchstraße. Doch mit dem Zweieinhalb-Meter-Spiegelteleskop des Mt. Wilson-Observatoriums nahe Los Angeles, das genau vor 100 Jahren im Herbst 1917 in Betrieb ging, konnten Edwin Powell Hubble und sein Mitstreiter Milton Humason nachweisen, dass der Andromedanebel ein Sternsystem weit außerhalb unserer Milchstraße ist.

Trotz einer Entfernung von knapp drei Millionen Lichtjahren Entfernung ist die Andromedagalaxie noch unser Nachbarmilchstraßensystem. Die anderen Galaxien, wie die Milchstraßensysteme auch genannt werden, sind noch viel weiter entfernt.

Die Sonne sinkt im Tierkreis immer tiefer. Sie wandert durch das Sternbild Waage und wechselt am 23. November in das Sternbild Skorpion, in dem sie nur eine Woche verbleibt. Einen Tag vorher, am 22. tritt sie in das Tierkreiszeichen Schütze. Schon am 29. verlässt sie wieder das Sternbild Skorpion und überschreitet die Grenze zum Schlangenträger. Die Tageslänge verkürzt sich in 50 Grad Nord um eine Stunde und zwanzig Minuten, die Mittagshöhe nimmt um sieben Grad ab.

Quelle: n-tv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa

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