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Mehr mineralstoffreiches Essen Ernährung beeinflusst Hormone bei Kindern

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Ob beispielsweise Äpfel tatsächlich den Säurepegel senken können, muss erst noch erforscht werden.

(Foto: imago/Manfred Ruckszio)

Die meisten Kinder greifen lieber zum Keks als zum Apfel. Wie sich die Ernährung auf das Hormonsystem bei Kindern auswirkt, finden Forscher nun heraus und stoßen auf hohe Werte eines Stresshormons.

Eine mineralstoffarme Ernährung kann bereits im Kindesalter dazu führen, dass sich der Spiegel von sogenannten Stresshormonen erhöht. Das haben Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Universität Bonn herausgefunden. Bereits bekannt war, dass eine erhöhte Säurebelastung durch die Ernährung bei Kindern die Knochenstabilität verringert und den Blutdruck erhöht.

Für die Studie wurden die Urinproben von 200 gesunden Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren über einen Zeitraum von 24 Stunden gesammelt und untersucht. Es gab vorher keinerlei Vorgaben zur Ernährung. Die Wissenschaftler hatten bei 100 der Proben eine niedrige Säureausscheidung, die sogenannte Net Acid Excretion (NAE)  über die Nieren gemessen. In den anderen 100 Urinproben dagegen wiesen sie hohe NAE-Werte nach. Der NAE-Wert ist ein verlässlicher Biomarker zur Beurteilung der Nettosäurebelastung des Gesamtorganismus.

Pegel von Cortisol steigt

In den Proben der Kinder mit hohen NAE-Werten wurde nach Ausschluss aller Störfaktoren eine höhere Sekretion des Stresshormons Cortisol und anderer spezieller Cortisol-Umbauprodukte festgestellt. "Diese Ergebnisse legen nahe, dass Cortisol auch bereits unter einer weniger stark ausgeprägten, lediglich durch die Ernährung beeinflussten Säurebelastung in Zielgeweben wie der Niere oder den Knochenzellen wirkt", sagt Professor Thomas Remer von der Universität Bonn.

"Wir gehen davon aus, dass den Glucocorticoid-Hormonen, also dem Cortisol und Cortison, eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von langfristigen ungünstigen Ernährungseinflüssen auf das Skelettsystem und auf andere relevante Gesundheits-Parameter zukommt. Auffällig bei unseren Untersuchungen war, dass sich die signifikanten Zusammenhänge in keiner Weise abschwächten, als wir die sogenannte potenzielle renale Säurelast (PRAL) im Urin bestimmten und mit den Hormonmesswerten verglichen." Die PRAL stellt einen noch spezifischeren Säure-Biomarker der nahrungsabhängigen Mineralstoffzufuhr und des Eiweißabbaus dar als die NAE.

Mit den neuen Ergebnissen können die Forscher den hormonellen Mechanismus zeigen, über den die Qualität der Ernährung langfristig auf die Gesundheit von Kindesbeinen an wirkt. In weiteren Untersuchungen werden die Wissenschaftler gezielt das Hormonsystem von gesunden Kindern untersuchen, die speziell nach ihrem Essverhalten - viel Obst und Gemüse oder wenig - ausgewählt worden sind. Nach Auffassung der an der Untersuchung beteiligten Forscher sind Obst und Gemüse diejenigen Lebensmittel, die vor allem aufgrund ihres Kalium- und Magnesiumgehaltes in besonders günstiger Weise die täglich im Stoffwechsel entstehende Säurebelastung neutralisieren.

Quelle: n-tv.de, jaz

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