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Viel länger geht kaum Erstaunliche Fakten zur Mondfinsternis

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Nicht schwarz, sondern rot erscheint hier der verdunkelte Mond am Himmel. Das hat seine Gründe.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wenn der Mond sich verdunkelt, bringt er Beobachter zum Staunen. Doch neben dem spektakulären Anblick gibt es noch einige weitere verblüffende Aspekte rund um die Mondfinsternis. Lesen Sie hier erstaunliche Fakten über die MoFi.

Mondfinsternisse sind selten - aber nicht so selten

Eine Mondfinsternis ist ein seltenes Ereignis, das an einem beliebigen Ort im Schnitt nur 14 Mal in einem Jahrzehnt beobachtet werden kann. Eine totale Mondfinsternis ist sogar noch seltener. Sie kann von ein und demselben Ort im Schnitt sogar nur vier Mal in einem Jahrzehnt bestaunt werden. Allerdings ist sie damit wesentlich häufiger als eine totale Sonnenfinsternis - diese kommt an ein und demselben Ort nur alle 375 Jahre vor. Der Grund für den Unterschied: Eine totale Mondfinsternis ist stets auf drei Vierteln der Erdoberfläche sichtbar. Eine totale Sonnenfinsternis ist stets auf ein kleines Gebiet beschränkt.

Mondfinsternis am 27. Juli 2018

19.13 Uhr: Eintritt in Halbschatten der Erde

20.24 Uhr: Eintritt in Kernschatten der Erde

20.48 Uhr: Mondaufgang München

20.57 Uhr: Mondaufgang Berlin

21.07 Uhr: Mondaufgang Frankfurt a. M.

21.30 Uhr: Beginn der Totalität     

22.22 Uhr: Maximale Verfinsterung

23.13 Uhr: Ende der Totalität

00.19 Uhr: Mond hat Kernschatten verlassen

01.30 Uhr: Mond hat Halbschatten verlassen

Wie lange eine MoFi dauern kann

Die längstmögliche Dauer einer Mondfinsternis beträgt fast 107 Minuten - etwa drei Minuten mehr als am 27. Juli 2018, der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Zuletzt gab es am 16. Juli 2000 mit 106 Minuten und 25 Sekunden einer der längsten je gemessene Mondfinsternisse. Nochmal drei Sekunden länger war die Mondfinsternis am 13. August 1859. Diese wird erst am 19. August 4753 übertroffen, wenn die Totalität 106 Minuten und 35 Sekunden anhält.

Für derartige Rekordfinsternisse muss einiges zusammenkommen. Zum einen muss der Mond  durch die Mitte des Erdschattens wandern und sich an seinem erdfernsten Punkt - oder in dessen Nähe - befinden. Zudem kommen die längsten Mondfinsternisse meist dann vor, wenn auf der nördlichen Hemisphäre Sommer herrscht. Denn dann befindet sich die Erde ihrerseits auf dem zur Sonne entferntesten Punkt ihrer Umlaufbahn. Der Erdschatten ist dann am größten.

Eine Mondfinsternis gibt es nur bei Vollmond

Der Erdschatten kann den Mond nur verdunkeln, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Und dies ist nur bei Vollmond der Fall. In der Regel läuft der Mond ober- oder unterhalb des Erdschattens vorbei, weshalb der Vollmond meist unverdunkelt zu sehen ist.

Das Geheimnis des roten Mondes

Bei einer Mondfinsternis wandert der Mond durch den Kernschatten der Erde - aber anstatt deshalb komplett schwarz zu werden, leuchtet der Erdtrabant plötzlich in einem schwachen Dunkelrot. Dieses Phänomen hat ihm im Volksmund auch die Bezeichnung "Blutmond" eingebracht. Woher die rötliche Färbung kommt? Ein Teil des auf die Erde strahlenden Sonnenlichts wird in der Erdatmosphäre gebrochen und in den Erdschatten gelenkt. Allerdings nur das langwellige rote Licht des Spektrums - alle anderen Lichtanteile werden ins All abgelenkt. Der Mond trägt daher bei einer Mondfinsternis Rot.

Unmöglich? Dunkler Mond und Sonne am Himmel

Spontan würde man sagen: Das geht doch gar nicht. Bei einer totalen Mondfinsternis können nicht Mond und Sonne gleichzeitig am Himmel stehen. Doch tatsächlich kann das Undenkbare geschehen: ein Sonnenaufgang während einer totalen Mondfinsternis. Dieses seltene Ereignis ist unter besonderen Bedingungen und meist nur von erhöhten Positionen mit Blick auf einen ebenen Horizont sichtbar. Möglich macht es die Erdatmosphäre, welche das Licht der beiden Himmelskörper wie eine Linse beugt. Durch diesen optischen Effekt erscheinen Sonne und verfinsterter Mond jeweils ein Stück weit höher am Himmel, als sie tatsächlich sind.

Temperatursturz auf dem Mond

Während wir von der Erde die Mondfinsternis beobachten, gibt es andernorts eine Sonnenfinsternis: auf dem Mond. Ein Astronaut, der auf dem Erdtrabanten stünde, würde einen rötlichen Ring um die Nachtseite der Erde sehen - das in der Erdatmosphäre gebrochene Sonnenlicht. Die Verdunkelung der Sonne auf dem Mond hat dort auch einen Temperatursturz zur Folge. Bei der Mondfinsternis am 31. Januar 2018 fiel die Temperatur auf der Mondoberfläche innerhalb von einer Stunde um fast 40 Grad Celsius.

Sonnen- und Mondfinsternis nur im Doppelpack

Die Regel gilt: Es gibt keine Mondfinsternis ohne eine Sonnenfinsternis. Letztere ereignet sich immer zwei Wochen nach oder vor einer Mondfinsternis. Diesmal ist sogar beides der Fall: Sowohl am 13. Juli als auch am 11. August ist in manchen Teilen der Erde eine Sonnenfinsternis zu sehen - in beiden Fällen bedeckt der Mond die Sonne allerdings nur zum Teil, man spricht daher von einer partiellen Sonnenfinsternis. Allerdings wird von der Sonnenfinsternis im August hierzulande nichts zu sehen sein. Nur wer im Fernen Osten Russlands oder im Norden Skandinaviens weilt, hat die Chance, davon etwas mitzubekommen.

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Quelle: n-tv.de

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