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So kann man sich einen Quasar vorstellen: ein Schwarzes Loch, das von einer stark leuchtenden Scheibe umgeben ist.
So kann man sich einen Quasar vorstellen: ein Schwarzes Loch, das von einer stark leuchtenden Scheibe umgeben ist.(Foto: NASA/Wikipedia/gemeinfrei)
Mittwoch, 06. Dezember 2017

Zeuge des jungen Universums: Forscher entdecken fernstes Schwarzes Loch

Das Schwarze Loch ist Teil eines Quasars, und der strahlt einmal quer durchs Weltall: 13,1 Milliarden Jahre war sein Licht zu uns unterwegs. Die Astronomen sehen das Schwarze Loch also in einer Zeit kurz nach dem Urknall. Wie hat es sich so schnell entwickeln können?

Astronomen haben das bislang fernste Schwarze Loch im Weltall erspäht: Das Massemonster sitzt im Kern einer rund 13 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie. Das berichten die Wissenschaftler um Eduardo Bañados von der US-amerikanischen Carnegie Institution im Fachblatt "Nature". Das Licht dieser Galaxie leuchtet damit aus dem ganz jungen Universum zu uns.

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Der Kern der fernen Galaxie ist ein Quasar – eines der hellsten Objekte im Kosmos. In seinem Zentrum verschlingt ein gigantisches Schwarzes Loch große Mengen an Materie. Die Materie sammelt sich dabei zunächst auf einer Scheibe rund um das Schwarze Loch, heizt sich auf einige Hunderttausend Grad Celsius auf und strahlt hell, bevor sie schließlich in das Loch hineinfällt.

Licht war 13,01 Milliarden Jahre unterwegs

Das Schwarze Loch im Zentrum des jetzt entdeckten Quasars hat eine Masse von 800 Millionen Sonnen, wie die Astronomen berechnet haben. Die umgebende Scheibe strahlt so hell wie 40 Billionen Sterne und damit hundertmal heller als alle Sterne der Milchstraße zusammen. 13,01 Milliarden Lichtjahre ist der Quasar von uns entfernt - 50 Millionen Lichtjahre mehr als beim bisherigen Rekordhalter.

Da ein Lichtjahr die Strecke ist, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, bedeutet das, dass uns der Quasar von der Frühzeit des Universums erzählt: Sein Licht war 13,01 Milliarden Jahre zu uns unterwegs, das Weltall ist 13,7 Milliarden Jahre alt. Die Astronomen sehen die aktive Galaxie also zu einer Zeit von 690 Millionen Jahren nach dem Urknall. Das ist lediglich ein Zwanzigstel des heutigen Weltalters.

Erklärungsmodelle auf dem Prüfstand

Derartige Beobachtungen bieten den Astronomen einzigartige Einblicke in die Entwicklungsgeschichte des jungen Universums und die Möglichkeit, zugehörige Modelle zu überprüfen. "Wie das Schwarze Loch innerhalb von weniger als 690 Millionen Jahren eine so große Masse ansammeln konnte, stellt für die Theorien zum Wachstum supermassereicher Schwarzer Löcher eine enorme Herausforderung dar", erläutert Bañados.

Doch nicht nur das Schwarze Loch scheint sich erstaunlich schnell entwickelt zu haben. Mit Infrarot-Teleskopen konnten die Astronomen jede Menge Staub und schwere chemische Elemente in der Galaxie entdecken.

Schwere Elemente sind jedoch erst von den ersten Generationen von Sternen erzeugt worden; nach dem Urknall gab es zunächst nur die beiden leichtesten Elemente: Wasserstoff und Helium. Wie die Galaxie in so kurzer Zeit so viele Sterne bilden konnte, das müssen Modelle der Galaxien-Entwicklung jetzt erklären.

Quelle: n-tv.de

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