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Vulkan im Yellowstone-Nationalpark Forscher finden gigantisches Magmareservoir

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Bakterien und Mikroorganismen sorgen für ein magisches Farbenspiel in den heißen Quellen des Yellowstone Nationalparks.

(Foto: REUTERS)

Der US-Nationalpark Yellowstone ist für seine atemberaubende Natur bekannt. Mittendrin: einer der größten Supervulkane der Welt. Geologen haben nun eine zweite Magmakammer mit riesigen Ausmaßen entdeckt - sie könnte den Grand Canyon elf Mal füllen.

US-amerikanische Geowissenschaftler haben unter dem Yellowstone-Nationalpark in Wyoming ein riesiges Magmareservoir entdeckt. Es liegt unterhalb der bereits bekannten Magmakammer des früheren Supervulkans und ist etwa viereinhalb Mal so groß. Das Team um Hsin-Hua Huang von der University of Utah in Salt Lake City fand das Reservoir bei der Auswertung von Erdbebenwellen. Die Gefahr eines Vulkanausbruchs sei aber nach wie vor sehr gering, schreiben die Forscher in ihrer Studie, die im Fachmagazin "Science" veröffentlicht wurde.

Der Inhalt des entdeckten Magmareservoirs beträgt nach Angaben der Wissenschaftler 46.000 Kubikkilometer – damit könnte es den Grand Canyon mehr als elf Mal füllen. Allerdings bestehen die Magmakammer und das -reservoir vor allem aus heißem, aber festem Gestein. Den Anteil an geschmolzenem Gestein schätzt das Forscherteam auf weit unter zehn Prozent.

Täglich entweichen etwa 45.000 Tonnen Kohlendioxid aus heißen Quellen und Schlammtöpfen. Diese Menge konnten Forscher nicht allein mit der bekannten Magmakammer erklären - bis jetzt. Um sich ein genaueres Bild vom vulkanischen System zu verschaffen, kombinierten Huang und Kollegen regionale und nationale Erdbebenaufzeichnungen miteinander. Weil sich die Erdbebenwellen schneller durch kaltes Gestein bewegen als durch heißes und geschmolzenes, ergab sich durch die Auswertung tausender Wellen das Bild vom Magmareservoir in der unteren Erdkruste.

Letzter Ausbruch vor 640.000 Jahren

Nach Angaben der Forscher ist der Untergrund des Yellowstone-Parks so aufgebaut: Im oberen Erdmantel steigt in eine große Menge flüssiges Gestein in einer schmalen Säule, dem sogenannten "Plume", auf. In rund 60 Kilometern Tiefe, verbreitert sich der Plume wie der Hut eines Pilzes. Durch Gänge und Risse im Gestein gelangt Magma in das Reservoir, das in der unteren Erdkruste in einer Tiefe von 20 bis 50 Kilometern liegt, so die Forscher. Durch Spalten im Fels ist das Reservoir mit der Magmakammer in fünf bis 16 Kilometern Tiefe verbunden – diese sorgt an der Oberfläche für die berühmten heißen Quellen des Nationalparks.

Der Supervulkan unter dem Yellowstone-Nationalpark weist einen Krater von etwa 60 Kilometern Länge und 40 Kilometern Breite auf. Die letzten drei Ausbrüche liegen nach dem Wissensstand der Geologen 640.000 sowie 1,3 und 2,1 Millionen Jahre zurück und bedeckten jeweils große Teile Nordamerikas mit Asche. Vor rund 70.000 Jahren füllte zum letzten Mal flüssiges Magma den Vulkankrater. Die Forscher hoffen mit ihren Erkenntnissen der Vorhersage der Gefährlichkeit von Vulkanen ein Stück näher gekommen zu sein.

Quelle: n-tv.de, ath/dpa

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