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Weniger DNA-Stränge brechen Kaffee hält Erbgut in Schuss

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Ob mit oder ohne Milchschaum: Kaffee verhindert DNA-Strangbrüche.

(Foto: imago/Westend61)

Er soll wach machen, dem Körper Wasser entziehen und vor Alzheimer schützen: Es gibt kaum ein Genussmittel, dem so viele Wirkungen nachgesagt werden wie dem Kaffee. Nun soll er auch noch helfen, das Erbgut fit zu halten.

Ständig sterben im Körper Zellen ab und neue werden gebildet. Doch bei der Neubildung von Zellen können aus verschiedenen Gründen Fehler entstehen. Regelmäßiger Kaffeegenuss soll vor diesen Schäden, die vor allem im Erbgut auftreten, schützen. Das haben Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern herausgefunden.

Für die Untersuchung beobachtete das Forscherteam um die Lebensmittelchemikerin Prof. Elke Richling insgesamt 84 Männer, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Die erste Gruppe sollte vier Wochen lang täglich 750 Milliliter Kaffee - also knapp vier normalgroße Tassen - trinken, die andere bekam stattdessen Wasser. Alle Probanden behielten ansonsten während dieser Zeit ihre Ernährungsgewohnheiten bei. Die Forscher untersuchten das Blut der Probanden vor und nach der Testphase. Sie legten besonderes Augenmerk auf das Erbgut der weißen Blutkörperchen und analysierten die sogenannten Strangbrüche in der DNA, weil der Körper solche Brüche in dem strickleiterartigen Molekül nur schwer reparieren kann. Sie führen zur Zellalterung und im schlimmsten Fall sogar zu bösartigen Tumoren.

Deutlich weniger Strangbrüche

Zu Beginn der Untersuchung zeigten beide Probandengruppen eine ähnliche Anzahl an DNA-Strangbrüchen. Nach vier Wochen war die Anzahl bei den Kaffeetrinkern um 27 Prozent gesunken. Bei den wassertrinkenden Probanden dagegen stieg die Zahl dieser DNA-Schädigungen am Ende der Testphase sogar gering an. Aufgrund ihrer Ergebnisse können die Forscher zusammenfassen: Regelmäßiger Kaffeegenuss trägt zur Instandhaltung der DNA bei.

Damit wäre auch ein erster Erklärungsansatz für die positiven und vorbeugenden Effekte von Kaffee gefunden, der vor allem bei degenerativen Krankheiten wie Krebs, Alterdiabetes, Parkinson und Herz-Kreislauferkrankungen auftreten soll. Wie lange Kaffee das Erbgut fit halten kann, ob andere koffeinhaltige Getränke ähnliche Wirkungen zeigen und ob die Untersuchungsergebnisse auch für Frauen gelten, muss in zukünftigen Untersuchungen geklärt werden.

Quelle: n-tv.de, jaz

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