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Esa-Roskosmos-Mission ExoMars Mars-Satellit befindet sich im korrekten Orbit

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Der Satellit TGO sollte in eine Mars-Umlaufbahn einschwenken.

(Foto: REUTERS)

Ein erster wichtiger Schritt der Mars-Mission von Esa und Roskosmos ist geschafft: Der Satellit befindet sich im Orbit des Roten Planeten und sendet ein Signal. Über das Modul "Schiaparelli" auf der Oberfläche gibt es noch keine Gewissheit.

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Die Europäische Raumfahrtbehörde Esa hat ein Signal vom Mars-Satelliten TGO (Trace Gas Orbiter) erhalten. Das Signal sei "laut & klar", meldete die Esa bei Twitter. Wenig später wurde bestätigt, dass sich der Satellit im korrekten Orbit des Roten Planeten befindet. "Eine gute Raumsonde am richtigen Ort", sagte Missionschef Michel Denis. "Wir haben eine Mission um den Mars."

Unklar ist weiterhin, ob das Testlandemodul "Schiaparelli", das zusammen mit dem Satelliten zum Mars geflogen war, erfolgreich auf der Oberfläche gelandet ist. Dazu werten Experten weitere Daten aus. Die Esa wollte am Donnerstagvormittag in einer Pressekonferenz über den neuesten Stand der Mission informieren.

Esa-Generaldirektor Jan Wörner sprach im Gespräch mit n-tv.de von einem Test. "Wenn also tatsächlich etwas schiefgeht, dann werden wir davon lernen für die Mission 2020", sagte er über die Mission. "Es ist in jedem Fall ein Lernerfolg."

Freier Fall auf die Oberfläche

Der Funkkontakt zu Satelliten und Landemodul sollte darüber Auskunft geben, ob die Partneragenturen Esa und Roskomos erstmals eine gemeinsame Sonde auf dem Roten Planeten landen konnten. Die Flugleitzentrale hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass eine präzise Vorhersage der Uhrzeiten für eine Lande-Bestätigung aus technischen Gründen nicht möglich sei.

Das Testlandemodul "Schiaparelli" sollte bereits gegen 16.45 Uhr deutscher Zeit mit einem Tempo von sechs Kilometer pro Sekunde in die Marsatmosphäre eintreten. Dies entspricht etwa der achtfachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel. Mit einem Fallschirm sollte die Sonde dann auf 250 Meter pro Sekunde abgebremst werden. Nach einem kurzen Einsatz ihrer Triebwerke sollte die 600 Kilogramm schwere Raumsonde dann im freien Fall die Oberfläche erreichen. Eine "verformbare Struktur, die der Knautschzone eines Autos ähnelt" sollte dabei die Wucht des Aufpralls auffangen.

"Schiaparelli" und der Satellit TGO waren vor sieben Monaten vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Sie gehören zum ExoMars-Programm, mit dem Europa und Russland gemeinsam nach Hinweisen auf Leben auf dem Wüstenplaneten suchen. Esa und Roskosmos sehen das Projekt auch als Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Westen und Ost in politisch heikler Zeit.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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