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Heikle Landung steht bevor "Philae" löst sich von Raumsonde "Rosetta"

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Richtig kniffelig wird es dann bei der Landung auf dem Kometen.

(Foto: dpa)

Der erste Schritt ist geschafft: Das Landegerät "Philae" koppelt erfolgreich von der Raumsonde "Rosetta" ab. Nach sieben Stunden wird das All-Labor auf dem Kometen "Tschuri" ankommen. Doch das Landemanöver birgt einige Risiken.

Das Mini-Labor "Philae" hat sich auf den Weg zu Komet "Tschuri" gemacht: Die Abkopplung von Raumsonde "Rosetta" sei geglückt, meldet die Europäische Weltraumagentur Esa bei Twitter.

Noch ist "Philae" 22,5 Kilometer von seinem Landeplatz entfernt. Rund sieben Stunden später soll der Lander dann sein Ziel erreichen – so jedenfalls der Plan. Gegen 17 Uhr wird im Kontrollzentrum das Signal des Aufsetzens erwartet.

Mit Harpunen soll sich "Philae" dann auf "Tschuri" festzurren. Gleich nach seiner Ankunft beginnen die wissenschaftlichen Untersuchungen am Boden. "Philae" ist dafür mit zehn Instrumenten ausgerüstet.

Erste Bilder gibt es am Abend

Es ist das erste Mal, dass Daten direkt auf der Oberfläche eines Kometen gesammelt werden. Die Schweifsterne bergen für Astronomen wertvolle Informationen: Kometen sind die wahrscheinlich ältesten, weitgehend unveränderten Reste der riesigen Staubscheibe, aus der vor 4,6 Milliarden Jahren unser Sonnensystem entstand. Von den Daten, die "Philae" sendet, erhoffen sich die Forscher daher neue Erkenntnisse zur Frühzeit des Sonnensystems und zur Entstehung des Lebens - etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen wie Aminosäuren.

Schon um 19 Uhr sollen die ersten "Philae"-Bilder von der Kometenoberfläche auf einer Pressekonferenz präsentiert werden. Manche Experten vergleichen die Mission mit der Mondlandung von 1969.

Beim Aufsetzen halten die Forscher den Atem an

Ob die Landung wirklich gelingt, ist noch nicht klar. "Das Aufsetzen wird eine große Herausforderung sein", sagt "Philae"-Projektleiter Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Esa-Direktor Thomas Reiter bezifferte die Chance eines Erfolgs auf 50 Prozent.

Innerhalb des Landegebietes mit einem Durchmesser von rund einem Kilometer erwartet den Lander nicht nur flaches Gelände, sondern auch einige Brocken und Hänge. Die könnten eine sichere Landung gefährden. Mit etwas Pech kippt der Lander um. Ist der Hang deutlich über 30 Grad geneigt, "ist es sogar wahrscheinlich, dass 'Philae' purzelt", sagt Ulamec. "Es ist schwer, vorherzusehen, was dann passiert. Landet er mit den Beinen nach oben und den Antennen nach unten, können wir nicht mit ihm kommunizieren. Das wäre dann das Ende der Lander-Mission."

Sorge bereitet zudem eine Düse, die die Landung von "Philae" abfedern soll. Kurz vor dem Abkoppeln stellte sich heraus, dass sie sich nicht aktivieren lässt.

Quelle: ntv.de, asc/jog