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Fünfte Etappe der Weltumrundung "Solar Impulse 2" bricht nach China auf

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Bertrand Piccard fliegt in seinem solarbetriebenen Einsitzer nach China.

(Foto: REUTERS)

Nach einigen Schwierigkeiten an einem Solarmodul geht die Reise für den Solarflieger weiter. Von Myanmar fliegt der Schweizer Piccard weiter nach China. Doch die fünfte Etappe gilt als eine der härtesten mit Temperaturen bis minus 20 Grad.

Der Schweizer Sonnenflieger "Solar Impulse 2" ist zu seinem fünften Flugabschnitt von Mandalay in Myanmar nach China gestartet. Vor dieser fünften Etappe seiner Weltumrundung hatte "Solar Impulse 2" einen zehntägigen Zwischenstopp einlegen müssen, um auf besseres Wetter in China zu warten. Das Flugzeug, das nur mit Sonnenenergie betrieben wird, hat einen schätzungsweise 19-stündigen Flug nach Chongqing in Südwestchina vor sich. Die Flugstrecke beträgt 1375 Kilometer. Im Cockpit sitzt diesmal der Schweizer Bertrand Piccard.

Wegen eines Schadens an einer Solarzelle fehlen dem Flugzeug zwei Prozent der sonst zur Verfügung stehenden Energie. Das Problem habe aus Zeitgründen in Mandalay nicht repariert werden können, berichtete die Si2-Flugkontrolle. Eine einzelne Zelle könne nicht einfach ausgewechselt werden, sodass acht Zellen abgeschaltet werden mussten. Auch müsse jetzt die Energie auf alle Batterien gleichmäßig neu verteilt werden. Angetrieben wird der nur 2,5 Tonnen schwere Flieger von 17.000 Solarzellen. Am Steuerknüppel wechseln sich Piccard und Borschberg ab.

Mit der ersten Erdumrundung wollen Piccard und sein Abenteurer-Kollege André Boschberg für einen stärkeren Einsatz von Sonnenenergie werben. "Das Wetter ist gut", sagte Piccard vor dem Start in den frühen Morgenstunden. Allerdings werde mit viel Wind und hohen Wolken gerechnet, so dass der Flieger diesmal in sehr großer Höhe fliegen müsse, um über den Wolken zu bleiben. "Wir müssen ziemlich hoch über den Wolken und über den Bergen fliegen", sagte der 57-jährige Pilot.

Temperaturen fallen bis minus 20 Grad

Der Flug nach China ist eine der härtesten Etappen. Im Cockpit wird ein Temperaturabfall auf bis zu minus 20 Grad Celsius erwartet. Außerdem benötigt Piccard zusätzlichen Sauerstoff. Nicht zuletzt ist die Grenzregion zwischen Myanmar und China nicht ungefährlich - dort waren zuletzt Kämpfe zwischen Rebellen und den Streitkräften Myanmars ausgebrochen.

Er dankte den chinesischen Behörden für die spezielle Flugerlaubnis und die gute Zusammenarbeit. Die Landung auf dem viel genutzten Flughafen von Chongqing wird am Montag nach Mitternacht Ortszeit (18.00 Uhr MESZ) erwartet. Dafür wird der gesamte Flugverkehr gestoppt. Von der Metropole Chongqing soll es in der nächsten Etappe weiter nach Nanjing in Ostchina gehen, bevor der Pazifik in Richtung USA überquert wird. In insgesamt zwölf Etappen wollen die Schweizer die Erde ganz ohne Treibstoff umrunden. Die Reise des sonnenbetriebenen Einsitzers begann am 9. März im Golfemirat Abu Dhabi. Über Oman ging es weiter nach Indien und Myanmar.

Quelle: ntv.de, lsc/dpa/AFP