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Höheres Krebsrisiko? Studie untersucht Folgen von Depressionen

Psychische Erkrankung

Die Menschen, die sich selbst als depressiv oder ängstlich beschreiben, deutlich häufiger an bestimmten Krebsarten starben.

(Foto: Marijan Murat/dpa)

Führen Depression zu einem höheren Krebsrisiko? Dieser Frage gehen Forscher in einer großangelegten Studie nach und kommen zu der Erkenntnis: Es gibt zumindest einen statistischen Zusammenhang.

Depressionen und Ängste erhöhen laut einer Studie womöglich die Gefahr, an bestimmten Krebsarten zu sterben. Untersuchungen in England und Wales hätten gezeigt, dass eine Erkrankung an Blut-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen- oder Prostatakrebs bei Menschen mit psychologischen Problemen häufiger tödlich verläuft, heißt es in dem im "British Medical Journal" veröffentlichten Forschungsbericht. Für ihre Studie werteten die Mediziner des University College London 160.000 Krankenakten aus.

Die Wissenschaftler betonten aber, diese statistische Beobachtung bedeute nicht automatisch, dass ein Kausalzusammenhang zwischen Gemütslage und Krebstod bestehe. Das Ergebnis der Untersuchung passe aber zu Erkenntnissen, wonach sich die psychische und körperliche Gesundheit gegenseitig beeinflussen. Frühere Studien zeigten etwa, dass chronische Depressionen und Angststörungen das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle erhöhen.

Die Studie stützt sich auf die Auswertung von 16 Langzeitstudien, für die gut 163.000 Menschen im Schnitt fast ein Jahrzehnt lang beobachtet wurden. Mehr als 4300 Studienteilnehmer starben in diesem Zeitraum an Krebs.

Die Londoner Forscher fanden heraus, dass Menschen, die sich selbst als depressiv oder ängstlich beschrieben, deutlich häufiger an bestimmten Krebsarten starben. Beim Blutkrebs lag das Risiko für diese Personengruppe fast viermal höher als bei anderen Studienteilnehmern, beim Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs war es doppelt so hoch.

Es sei aber nicht auszuschließen, dass das Verhältnis von Ursache und Wirkung genau umgekehrt sei, schrieben die Forscher. Depressive Verstimmungen könnten demnach auch eine Folge einer noch nicht diagnostizierten Krebserkrankung sein. Daher seien weitere Untersuchungen nötig, um die These der Studie zu bestätigen.

Quelle: n-tv.de, npa/AFP

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