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Sorge vor Trumps Leugner-Team US-Forscher sichern hektisch Klimadaten

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Nasa-Daten zum Klimawandel: Sind sie in Gefahr?

Wissenschaftler in Nordamerika befürchten, unter dem künftigen US-Präsidenten könnten massenhaft Klimadaten gelöscht werden. Denn Trump hat Zweifel an der Erderwärmung. Die Forscher starten daher eine Daten-Rettungsaktion.

Unter Klimaforschern in den USA bricht derzeit Panik aus. Denn der designierte US-Präsident Donald Trump kritisiert die These des vom Menschen verursachten Klimawandels. Wissenschaftler treibt die Sorge um, unter Trump könnten über Jahrzehnte gesammelte wichtige Messdaten zum Klima einfach verschwinden. Fieberhaft versuchen einige von ihnen nun, zu retten, was zu retten ist.

*Datenschutz

Sie haben damit begonnen, große Mengen an Klimadaten der Regierung auf unabhängige Server zu kopieren, berichtet die "Washington Post". Zudem soll im kanadischen Toronto eine Veranstaltung unter dem Motto "Guerrilla-Archivierung" stattfinden, bei der Experten unersetzbare öffentliche Daten kopieren und somit sichern. Die Universitäten von Toronto und Pennsylvania bündeln in dieser Sache ihre Kräfte, um möglichst effizient vorzugehen. Am Dienstag ging eine Webseite online, die als Zufluchtsort für Klimadaten dienen soll. Ins Rollen brachte die Daten-Rettungsaktion am Wochenende ein Tweet des Meteorologen Eric Holthaus, der als einer der Ersten zum Sichern von Daten aufrief.

"Wir sind vorbereitet"

"Etwas, das mir zuvor ein bisschen paranoid vorkam, erscheint nun plötzlich potenziell realistisch oder zumindest als etwas, wogegen man sich absichern möchte", kommentierte Umweltforscher Nick Santos von der Universität von Kalifornien seine Aktivitäten des vergangenen Wochenendes - Klimadaten der Regierung auf private Server zu kopieren. "Dies zu tun kann nur gut sein. Es bleibt zu hoffen, dass sie [die Mitglieder der künftigen US-Regierung, Anm. d. Redaktion] alles so belassen, wie es ist. Wenn nicht, sind wir vorbereitet."

Trump hatte seine Zweifel am Klimawandel zuletzt erneut bekräftigt. Niemand wisse genau, ob dieser real sei, sagte er am Wochenende in einem Interview des Senders Fox News. Er prüfe, ob die USA aus dem vor einem Jahr in Paris geschlossenen Klimaabkommen aussteigen würden. Er sei "sehr offen" in der Frage, ob sich ein Klimawandel vollziehe.

Zudem hat Trump ausnahmslos Kritiker des von Menschen verursachten Klimawandels zu den Vorsitzenden der Übergangsteams jener Behörden gemacht, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen - darunter die Raumfahrtbehörde Nasa, die Umweltbehörde EPA und das Energieministerium. Der Leiter des EPA-Übergangsteams, Myron Ebell, ist sogar eine zentrale Figur in der organisierten Klimawandelleugner-Szene. Er bezeichnet den wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel als "verlogen" und behauptet, dieser "basiere nicht auf Wissenschaft".

Nasa soll sich nur noch ums All kümmern

Trump-Berater Bob Walker verkündete gegenüber dem "Guardian", die Nasa solle sich künftig nicht mehr mit der Erforschung des Klimawandels beschäftigen und sich stattdessen um die "Tiefen des Alls" kümmern. Zudem sollte das US-Energieministerium dem von Trump eingesetzten Team die Namen aller Mitarbeiter geben, die am Thema Klimawandel gearbeitet haben. Das Ministerium weigerte sich jedoch. Ihm war ein Memo mit 74 Fragen geschickt worden: Sie zielen auf die Amtszeit Barack Obamas, für den Klimaschutz ein Herzensanliegen war. Insbesondere solle die Teilnahme an UN-Klimakonferenzen beantwortet werden, aber auch die Mitarbeit an der Bewertung wirtschaftlicher Konsequenzen des Klimawandels.

Es muss jedoch festgestellt werden: Bisher haben weder der kommende Präsident noch sein Team angekündigt, dass bisher öffentlich einsehbare Daten zum Klima manipuliert oder gelöscht werden sollten. Aber die Forscher wollen es offenbar nicht darauf ankommen lassen.

Quelle: n-tv.de

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