Wissen

Massenaussterben schreitet voran Über 500 Landtier-Spezies akut gefährdet

125013313.jpg

Sumatra-Nashörner in freier Wildbahn könnte es schon bald nicht mehr geben.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ressourcen-Raubbau, Umweltverschmutzung, Wilderei: Der menschliche Einfluss auf das Ökosystem hat enorme Tragweite. Mehr als 500 Arten von Landwirbeltieren drohen zu verschwinden. Dieses Massenaussterben auf der Erde hat auch immense Folgen für die Menschheit.

Mehr als 500 Arten von Landwirbeltieren stehen nach einer Analyse derzeit am Rande des Aussterbens. Dies sei wahrscheinlich größtenteils auf menschliches Handeln zurückzuführen, berichten Forscher um Gerardo Ceballos von der Nationalen Autonomen Universität Mexikos in den "Proceedings" der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA.

Ceballos und seine zwei US-amerikanischen Co-Autoren erfassten für 515 Arten, dass es bei ihnen jeweils nur noch weniger als 1000 Individuen gibt. Dies seien rund 1,7 Prozent der 29.400 untersuchten Landwirbeltier-Arten. Unter den akut gefährdeten Spezies sind demnach etwa das Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis), der Stummelfußfrosch Atelopus varius, der Clariónzaunkönig (Troglodytes tanneri) und der Buntbock (Damaliscus pygargus). 335 der stark bedrohten Arten sind Vogelspezies.

Südamerika besonders betroffen

Die 515 Arten leben laut der Studie, deren Ergebnisse auch in einem Video zusammengefasst wurden, hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebieten, die stark von menschlichen Aktivitäten betroffen sind - die meisten mit 30 Prozent in Südamerika, ein Prozent in Europa. In denselben Gegenden lebe auch die überwiegende Mehrheit der 388 Arten von Landwirbeltieren, von denen es weniger als 5000, aber mindestens 1000 Individuen gebe.

Nach Ansicht der Forscher erlebt die Erde derzeit ein sechstes Massenaussterben. Dieses beschleunige sich. Zu den menschlichen Aktivitäten, die dabei eine Rolle spielten, gehörten unter anderem die Übernutzung von Ressourcen, die Umweltverschmutzung und der illegale Wildtierhandel.

Seit 1900 seien geschätzt mehr als 540 Landwirbelspezies ausgestorben, so die Forscher. Allein in den kommenden zwei Jahrzehnten könne eine ebenso hohe Zahl folgen. Schätzungen, wonach ein Fünftel aller Arten bis 2050 vom Aussterben bedroht sein könnten, ergäben allmählich Sinn. Dies sei auch für die menschliche Zivilisation eine existenzielle Bedrohung, da Ökosysteme, von denen die Menschheit abhänge, stark verändert würden.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa