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Bewegung senkt Erkrankungsrisiko Übergewichtige haben häufiger Hirntumoren

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Für Menschen mit Übergewicht ist der Gang auf die Waage eine Qual.

(Foto: imago/blickwinkel)

Diabetes, Depressionen, Arteriosklerose: Menschen, die zu viel Körpergewicht mit sich herumtragen, können eine Reihe von Folgeerkrankungen bekommen. Das ist bekannt. Dass Übergewicht auch die Bildung eines Hirntumors begünstigt, ist dagegen neu.

Die Diagnose Hirntumor wiegt schwer, denn Behandlungsmethoden sind riskant und Erfolgsaussichten oftmals begrenzt. Forscher der Universität Regensburg haben herausgefunden, dass das Risiko, einen bestimmten Hirntumor zu entwickeln, nicht nur mit den Lebensjahren steigt, sondern auch mit dem Körpergewicht.  

Die Meta-Untersuchung der Wissenschaftler umfasste die Auswertung von Daten aus zwölf Studien zum Body-Mass-Index (BMI), zur körperlichen Aktivität und zum Auftreten von zwei Hirntumor-Typen, dem Meningeom und dem Gliom. Diese sind nämlich die häufigsten Formen der Hirntumoren bei Erwachsenen. Insgesamt wurden 2882 Fälle mit Meningeom- und 3057 mit Gliom-Tumoren berücksichtigt.

Meningeom

Meningeome sind Tumoren der Hirnhaut. Sie zählen zu den häufigsten Hirntumoren. Die meisten Meningeome sind gutartig.

Fünf bis acht von 100.000 Menschen erkranken jährlich an einem Meningeom. Obwohl die meisten Tumoren gutartig sind, liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate nur bei rund 63 Prozent.

Die Analysen ergaben, dass für Personen mit Übergewicht (BMI von 25 bis 29,9) die Wahrscheinlichkeit, an einem Meningeom zu erkranken, um 21 Prozent steigt, für fettleibige Menschen (BMI ab 30) sogar auf 54 Prozent. Für die Erkrankung an einem Gliom - ein Tumor, der ähnlich oft auftritt wie Meningeome, aber eine noch schlechtere Prognose hat - konnte dagegen kein Zusammenhang mit einem erhöhten Körpergewicht festgestellt werden.

Bewegung senkt das Risiko

Darüber hinaus weisen die Forscher auf einen positiven Einfluss körperlicher Bewegung hin. Die Gruppe der Probanden mit dem höchsten Grad an körperlicher Aktivität zeigten ein um 27 Prozent geringeres Meningeom-Risiko im Vergleich zur Gruppe der "nichtaktiven" Probanden.

"Das ist eine bedeutende Entdeckung, da wir erst wenige Risikofaktoren für die Erkrankung an Meningeomen identifiziert haben. Und die Risikofaktoren, die wir bislang kennen, lassen sich nicht beeinflussen", fasst Dr. Gundula Behrens vom Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin an der Universität Regensburg die Ergebnisse zusammen. Sie betont gleichzeitig, dass die Studienergebnisse kein Nachweis dafür seien, dass Übergewicht oder fehlende körperliche Aktivität die Ursachen für eine Erkrankung mit Hirntumoren darstellten. Vielmehr spielten verschiedene biologische Prozesse dabei eine Rolle.

So führt Übergewicht beispielsweise zu einer Überproduktion von Östrogenen, die wiederum die Entwicklung von Meningeomen fördern. Zudem ist Übergewicht mit einem hohen Insulinspiegel im Körper verbunden und auch Insulin kann das Wachstum von Meingeomen begünstigen.

Quelle: n-tv.de, jaz

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