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Vielfalt in Tiefen der Karibik Unbekannte Arten in Korallenriffen entdeckt

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Haptoclinus dropi, eine der neuen Fischarten, die entdeckt wurden.

(Foto: Carole Baldwin, Smithsonian/dpa)

Faszinierende Fische in allen Farben - und viele davon noch unbekannt: In der Karibik haben Forscher in einem kleinen Areal dutzende neue Arten entdeckt. Der Grund: Tiefere Zonen von Korallenriffen sind kaum erforscht.

Bei Tauchgängen an Korallenriffen haben Forscher in einer bislang kaum erforschten Tiefenzone eine überraschende Artenvielfalt dokumentiert. Vor der Karibikinsel Curaçao fanden sie in einer Tiefe von 40 bis 310 Metern rund 4500 Fische insgesamt 71 verschiedener Arten.

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Meeresbiologin Carole Baldwin mit dem Besitzer des Mini-U-Boots, Adriaan 'Dutch' Schrier.

(Foto: Barry Baldwin/dpa)

In einem kleinen Areal ab etwa 130 Metern Tiefe entdeckten sie rund 30 bislang unbekannte Arten und sechs neue Gattungen, wie sie im Fachblatt "Scientific Reports" schreiben. Eine Gattung ist eine Gruppe eng verwandter Arten - Wölfe und Kojoten etwa gehören zur Gattung Canis.

"Etwa jeder fünfte Fisch ist eine neue Art"

"Etwa jeder fünfte Fisch, den wir in dieser Tiefenzone der Karibik finden, ist eine neue Art", sagte der Meeresbiologe Ross Robertson vom Smithsonian Tropical Research Institute in Panama. An Korallenriffen sei die Zone bis 130 Meter unter der Oberfläche sehr gut erforscht, schreibt das Team um Carole Baldwin vom National Museum of Natural History in Washington. Tiefere Gebiete seien dagegen noch weitgehend unbekannt - vor allem, weil Taucher hier nicht mehr hingelangen.

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Prachtvoll: ein männlicher Baldwinela vivauns.

(Foto: D. Ross Robertson/dpa)

"Die auf wenigen Studien basierende konventionelle Sicht ging davon aus, dass die Ökosysteme ab 150 Metern Tiefe direkt in die Tiefsee übergehen", wird Baldwin in einer Smithsonian-Mitteilung zitiert. "Unsere Studie zeigt eine bislang unerkannte Zone, die die Ökosysteme von Riffen und der Tiefsee miteinander verbindet." Die Tiefsee, in die nahezu kein Licht mehr gelangt, beginnt stellenweise schon ab einer Tiefe von etwa 200 Metern.

An der zu den Niederlanden zählenden Insel Curaçao, die der Küste von Venezuela vorgelagert ist, erkundete das Team nun die tiefere Zone bis 310 Meter bei etwa 80 Tauchgängen mit einem Mini-U-Boot. Dabei fingen sie etwa 200 Meeresbewohner ein. Sie fanden nicht nur neue Spezies, sondern stellten auch fest, dass viele dieser Arten eher mit den weiter oben am Riff lebenden Fischen verwandt sind als mit jenen aus der Tiefsee.

Quelle: n-tv.de, Walter Willems, dpa

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