Wissen

Von Erkrankung bis Langeweile Wie viel Stress kann Technik machen?

imago70081531h.jpg

Technik, mit der man nicht zurechtkommt, kann Stress und Angst machen.

(Foto: imago/Westend61)

Facebook, Textnachrichten oder E-Mails: Kein Tag, an dem man nicht damit zu tun hat. Wie der Technikstress tatsächlich auf Menschen wirkt, nimmt ein Forscher genau unter die Lupe und nimmt den Probanden einfach ihr Facebook weg.

Bekannt ist, dass sogenannter Technostress zu Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, Müdigkeit und sogar Bluthochdruck führen kann. Wie sich die ständig steigenden Ansprüche durch die Techniknutzung sowohl im Arbeitsbereich als auch im privaten Umfeld tatsächlich auswirken, hat Christian Maier von der Universität Bamberg untersucht. Dafür entzog er insgesamt 130 Probanden für zwei Wochen den Facebook-Zugang.

Vor und während der Nicht-Nutzung hatten die Studienteilnehmer die Aufgabe, verschiedene Fragen zu ihrem Nutzungsverhalten und ihrer Gemütslage in einem Fragebogen zu beantworten. Darüber hinaus überprüfte der Forscher mehrere Stressindikatoren, also die körperlichen Reaktionen der Probanden. "Eine Methode ist, den Hautleitwert festzustellen. Vereinfacht gesagt wird untersucht, inwiefern Personen anfangen zu schwitzen, wenn sie bestimmte Technologien benutzen", erklärt Maier die Vorgehensweise.

Privat oder auf Arbeit

Er stellte für den privaten Bereich fest, dass der Stress nicht zwangsläufig durch die Nutzung der Technologie entsteht, sondern durch die Informationsflut, die man nicht mehr richtig verarbeiten kann. So können auch Technologien, die angeblich Spaß machen, Stress erzeugen. Aber es gab auch andere Befunde. Bei einem Teil der Probanden führte die Nichtnutzung von Facebook zu mehr Stress als die Nutzung. "Es gab tatsächlich einige Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer, die plötzlich nicht wussten, wie sie mit ihrer freien Zeit umgehen sollten. Manche begannen zum Beispiel, sich wieder mehr mit ihren Familienmitgliedern zu unterhalten", so der Forscher.

Nach einer weiteren Untersuchung konnte für den beruflichen Bereich gezeigt werden, dass es einen Anstieg von Erkrankungen gibt, wenn im Unternehmen Veränderungen im IT-Bereich vorgenommen werden. Ein Unverständnis bei der Bedienung führt bei den Beschäftigten zu Stress und im schlimmsten Falle zu krankheitsbedingten Ausfällen. Das gilt vor allem für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem IT-fernen Bildungshintergrund. Befragt wurden für diese Untersuchung insgesamt 306 Beschäftigte.

Quelle: n-tv.de, jaz

Mehr zum Thema