Wissen
Die Spinne ist 2,5 Millimeter lang, der Schwanz nochmal 3 Millimeter.
Die Spinne ist 2,5 Millimeter lang, der Schwanz nochmal 3 Millimeter.(Foto: University of Kansas | KU News Service/dpa)
Montag, 05. Februar 2018

Fundsache, Nr. 1368: 100 Millionen Jahre alte Spinne mit Schwanz

In einem Bernstein entdecken Forscher eine rund 100 Millionen Jahre alte Spinne. Das Besondere: Sie hat einen Schwanz und unterscheidet sich damit von allen bekannten Artgenossen. Möglich, dass heute noch unentdeckte Verwandte von ihr leben.

Forscher haben in einem Bernstein eine rund 100 Millionen Jahre alte Spinne mit Schwanz entdeckt. Damit unterscheide sich das Tier von allen bekannten lebenden Spinnenarten, heißt es in einer Mitteilung der Universität Kansas (USA). Die neue Spezies ist mit 2,5 Millimetern Körperlänge - ohne den drei Millimeter langen Schwanz - recht klein. Sie wurde Chimerarachne yingi getauft, wie die Forscher im Fachblatt "Nature Ecology & Evolution" schreiben. 

Die Spinne hat einen Schwanz und unterscheidet sich so von allen bekannten lebenden Spinnenarten.
Die Spinne hat einen Schwanz und unterscheidet sich so von allen bekannten lebenden Spinnenarten.(Foto: University of Kansas | KU News Service/dpa)

Der Bernstein, in dem die Spinne von einem internationalen Forscherteam entdeckt wurde, stammt aus Myanmar. Aufgrund der abgeschiedenen Region des Fundortes könnte es den Forschern zufolge möglich sein, dass heute noch Verwandte - ebenfalls mit Schwanz - der Spinne leben. "Wir haben sie noch nicht gefunden, aber einige dieser Wälder sind nicht sehr gut untersucht, und es ist eine winzige Kreatur", sagte Paul Selden von der Universität Kansas.

Über Lebensweise wenig bekannt

Über die Lebensweise der Spinne ist wenig bekannt. "Wir können nur spekulieren, dass sie auf Bäumen oder darum herum lebte", sagte Selden. Schließlich sei das Tier im Bernstein gefangen, der aus Baumharz entsteht. Möglicherweise lebte die Spinne unter Baumrinden oder im Moos. Obwohl das Tier Seidenfäden herstellen konnte, sei unklar, ob es auch Netze gebaut habe, sagte Selden.

Spinnen heißen korrekt Webspinnen und gehören zu den Spinnentieren, so wie auch Skorpione, Milben, Zecken und Weberknechte. Die meisten von ihnen sind Jäger und töten ihre Beute mit Gift; manche bauen die bekannten kunstvollen Netze, um ihre Opfer zu fangen. Seit mehreren hundert Millionen Jahren bevölkern Spinnen die Erde. Sie haben fast jeden Lebensraum erobert - ob Wasser, Wüste, Felsen, Erdhöhlen, Bäume oder Wiesen. Von Wissenschaftlern wurden bisher mehr als 46.000 Arten entdeckt - und es kommen ständig neue hinzu. In Deutschland gibt es etwa 1000 Spinnenarten.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de