Fundsache

Fundsache, Nr. 1379 Älteste Bibliothek Deutschlands in Köln

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Die frühere römische Bibliothek ist 20 mal 9 Meter groß und hatte vermutlich zwei Stockwerke.

dpa

Lange ist nicht klar, welche Sensation in der Kölner Innenstadt in der Erde schlummert. Jetzt haben die Forscher Gewissheit: Sie haben die Fundamente der ältesten nachweisbaren Bibliothek Deutschlands ausgegraben.

Bei Ausgrabungen in Köln haben Archäologen die Fundamente der ältesten nachweisbaren Bibliothek Deutschlands entdeckt. Der Bau sei im 2. Jahrhundert im römischen Köln errichtet worden, sagte der Leiter der Kölner Bodendenkmalpflege, Marcus Trier. Archäologen seien bereits vor einem Jahr bei Bauarbeiten für das neue Citykirchenzentrum der Evangelischen Kirchengemeinde in der Innenstadt überraschend auf die massiven Mauerreste gestoßen.

"Zuerst dachten wir, es handele sich um die Überreste eines öffentlichen Versammlungsraumes", sagte Trier. Doch die Mauern hätten "eigentümliche, nischenartige Gliederungen" aufgewiesen. Erst nach intensiven Nachforschungen und Vergleichen mit anderen antiken Gebäuden etwa in Ephesus sei klar geworden, dass an dieser Stelle einst eine Bibliothek gestanden habe.

Das Gebäude mit einem Ausmaß von 20 mal 9 Metern plus einem Anbau sei vermutlich zweigeschossig gewesen. "Da lagen bestimmt mehrere Tausend Schriftrollen zum Ausleihen drin", sagte Trier, der auch Direktor des Römisch-Germanischen Museums ist. Die Fundamente würden nun in den Neubau des Kirchenzentrums integriert.

Unter Bodendenkmalpflegern gelte der Fund als Sensation, berichtet der WDR. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" schreibt, die Fundamente sollten später teilweise öffentlich zugänglich sein - in der Tiefgarage des Neubaus. Sein Fundament sei höher gelegt worden, um weitere Überreste der Fundamente im Erdreich zu sichern. Die Teile würden so umbaut, dass sie späteren Forschergenerationen für Untersuchungen erhalten blieben.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa

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