Fundsache

40 Millionen Jahre alte Knochen Erstmals Froschfossilien am Südpol entdeckt

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Paläontologen bei der Fundstelle der Frosch-Fossilien auf der Insel Seymour.

(Foto: Federico Degrange, Centro de Investigaciones en Ciencias de la Tierra and Jonas Hagström, Swedish Museum of Natural History/dpa)

Erst vor Kurzem entdeckten Forscher unter dem Meeresboden der Antarktis Spuren eines uralten Regenwaldes. Nun zeigt der Fund von Fossilien einer Froschart: Vor 40 Millionen Jahren herrschte am Südpol ein Klima etwa wie heute in Südamerika.

In der Antarktis herrschte vor etwa 40 Millionen Jahren vermutlich ein ähnliches Klima wie heute in Südamerika. Wissenschaftler fanden auf der antarktischen Halbinsel Fossilien einer Froschart, deren moderne Verwandte im heutigen Chile leben. Das internationale Forscherteam geht davon aus, dass die Froschart dort lebte, bevor sich der Kontinent Antarktika vom Superkontinent Gondwana trennte. Sie stellen ihre Untersuchungsergebnisse im Fachmagazin "Scientific Reports" vor.

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Rekonstruktion eines Helmfrosches aus dem Eozän auf der antarktischen Halbinsel.

(Foto: Artwork by Pollyanna von Knorring, Swedish Museum of Natural History/dpa)

Die Fossilien, die das Team um Thomas Mörs vom Swedish Museum of Natural History in Stockholm entdeckte, gehören zu einer seltenen Familie von Fröschen (Calyptocephalellidae). Sie kommen heute lediglich in den Tälern der chilenischen Anden vor. Bisher war Antarktika der einzige Kontinent, auf dem niemals Hinweise auf Amphibien oder Reptilien gefunden wurden.

Die Wissenschaftler entdeckten die beiden fossilen Knochenreste bei Expeditionen zwischen 2011 und 2013 auf der meist schneefreien Seymour-Insel an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel: ein knapp vier Millimeter langes Teil eines Hüftknochens und ein Stück eines Schädelknochens.

Fund aus Zeitalter des Eozäns

Die Untersuchungen ergaben, dass die Fossilien etwa 40 Millionen Jahre alt sind. Die Funde stammen damit aus dem erdgeschichtlichen Zeitalter des Eozäns, als ein Teil der Antarktis laut der Wissenschaftler bereits von Eis bedeckt gewesen war. Das Klima und die Landschaft von tiefer gelegenen Regionen könnte hingegen mit den Lebensbedingungen in chilenischen Scheinbuchenwäldern vergleichbar sein, wo ähnliche Froscharten heute leben. Dort werden solche Tiere bis zu dreißig Zentimeter lang und sind hellgrün bis bräunlich.

Die neue Studie reiht sich in andere Forschungen ein, die ebenfalls die klimatischen Veränderungen in der Antarktis über die Zeitalter hinweg untersuchten. So hatte erst vor Kurzem ein internationales Forscherteam unter anderem vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven über 90 Millionen Jahre alte Überreste von Nadelhölzern und Farnen unter dem Meeresboden der Westantarktis entdeckt. Demnach könnte die Region damals mit Regenwäldern vergleichbar gewesen sein.

Der Kontinent Antarktika gehörte ursprünglich zum Superkontinent Gondwana, der auch Südamerika, Afrika, Australien, Arabien und Indien umfasste. Am Ende der Jura-Zeit begann der Zerfall von Gondwana, der antarktische Teil driftete schließlich zum Südpol und ist heute fast vollständig vom Antarktischen Eisschild bedeckt.

Quelle: ntv.de, Nadja Wolf, dpa