Fundsache

Schädelfund in Mexiko Forscher entdecken neuen Trompeten-Dino

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Mexikanische Paläontologen beschreiben Tlatolophus galorum als "gesprächige" Dinosaurierart.

(Foto: Marco A. Pineda)

Besonders günstige Klimabedingungen sollen vor Millionen von Jahren eine neue Dinosaurierart konserviert haben, deren Schädelknochen nun in Mexiko gefunden werden. Das Besondere: Durch Hohlräume in seinem Schädelkamm konnte der Pflanzenfresser trompetenartig mit seinen Artgenossen kommunizieren.

In Mexiko haben Forscher nach eigenen Angaben eine bisher unbekannte Dinosauriergattung und -art entdeckt. Die Pflanzenfresserart Tlatolophus galorum habe identifiziert werden können, weil ein zu fast 80 Prozent erhaltener Schädel bei Ausgrabungen im mexikanischen Bundesstaat Coahuila gefunden worden sei, teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte (INAH) mit. Dazu gehörte demnach auch ein 1,32 Meter langer Kamm.

Der Name der Gattung Tlatolophus setze sich aus dem Wort Tlahtolli (Sprache, Wort) in der Aztekensprache Nahuatl und dem griechischen Wort Lophus (Kamm) zusammen. Der Kamm ähnele in seiner Form einem Symbol, das von mesoamerikanischen Völkern verwendet worden sei, um Kommunikation und Wissen darzustellen, hieß es. Der Kamm habe außerdem eine Kommunikationsfunktion gehabt: Durch innere Gänge, die Nase und Luftröhre verbänden, habe er wie eine integrierte Trompete funktioniert.

"Wir wissen, dass der Dinosaurier Ohren hatte, mit denen er Töne auf einer niedrigen Frequenz hören konnte", erklärten die Paläontologen. Die Tiere waren demnach friedlich - und sehr gesprächig. Die Wissenschaftler glauben, dass sie "laute Töne ausstießen, um Raubtiere zu verscheuchen - oder zu Fortpflanzungszwecken".

"Ausnahmefall in der mexikanischen Paläontologie"

Der Entdeckung war bereits 2005 der Fund des Schwanzes des Tieres vorausgegangen, wie die Wissenschaftler vom INAH und der Universität UNAM in Mexiko-Stadt auch in der Fachpublikation "Cretaceous Research" erklärten. Im Jahr 2013 wurde dieser demnach geborgen. Der Dinosaurier müsse vor 72 oder 73 Millionen Jahren in einem Gewässer gestorben sein, das reich an Sedimenten gewesen sei, hieß es weiter vom INAH. Dadurch müsse sein Körper schnell von Erde bedeckt worden sein, wodurch er konserviert worden sei.

"Dieses Fossil, das noch untersucht wird, ist ein Ausnahmefall in der mexikanischen Paläontologie, denn es mussten äußerst günstige Ereignisse vor Millionen von Jahren stattfinden, als Coahuila eine tropische Region war - wie eine große Küstenebene - damit es unter den Bedingungen erhalten blieb, unter denen wir es gefunden haben", sagte die Paläontologin Felisa Aguilar der Mitteilung zufolge.

Quelle: ntv.de, mba/dpa

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