Fundsache

Fundsache, Nr. 1332 Kanalsystem aus Maya-Zeit in Palenque

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Maya-Tempel in der Ruinenstadt Palenque.

(Foto: imago/Nature Picture Library)

"Komplexe Wassertechnik" unter einem Tempel der mexikanischen Ruinenstadt Palenque: Archäologen entdecken dort ein jahrhundertealtes Kanalsystem aus der Maya-Zeit. Der Fund widerspricht bisherigen Hypothesen zum Herrschergrab.

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Gefunden wurden neun unterirdische Kanäle von 17 Metern Länge.

(Foto: dpa)

Archäologen in Mexiko haben ein antikes Kanalsystem aus der Maya-Zeit unter dem Tempel der Inschriften in der Ruinenstadt Palenque entdeckt. "Diese Entdeckung zeigt eine komplexe Wassertechnik", sagte Projektleiter Arnaldo González Cruz bei einer Pressekonferenz am Montag (Ortszeit). Es handle sich um neun unterirdische Kanäle von 17 Metern Länge, durch die Wasser fließt.

Laut González wird der Hauptkanal von einer Quelle gespeist und ist älter als der Tempel, der 675 als Grabmal für den König K'inich Janaahb' Pakal errichtet wurde. Das Kanalsystem setzt den Herrscher in Beziehung zu dem Regengott Chaac.

"Wir haben die Hieroglyphen des Tempels der Inschriften analysiert und glauben, dass sie sich auf die Quelle beziehen und auf den symbolischen Weg, auf dem Pakal die Gewässer der Unterwelt erreicht hat, die durch die Kanäle repräsentiert werden", fügte González hinzu.

Zentrum durch die Existenz einer Quelle festgelegt?

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Bei den Ausgrabungen in Palenque.

(Foto: National Institute of Anthropology and History (INAH)/dpa)

Die Entdeckung des Kanalsystems könne die gängige Hypothese widerlegen, wonach das Herrschergrab die Grundlage für die Tempelpyramide bilde. "Die Indizien weisen darauf hin, dass sein Zentrum durch die Existenz einer Quelle festgelegt wurde", sagt er.

Der Tempel der Inschriften erzählt die Herrschaftsgeschichte der Stadt Palenque im südöstlichen Staat Chiapas. Nach der Entdeckung des Grabes von Pakal 1952 sind die Inschriften noch immer nicht vollständig entziffert. Das Kanalsystem wurde mit Hilfe verschiedener Georadar-Studien entdeckt.

Die Maya sind eine Gruppe indigener Völker in Mittelamerika. Sie sind besonders wegen der von ihnen im präkolumbianischen Mesoamerika (Gebiet der heutigen Staaten Mexiko, Belize, Guatemala, El Salvador, Honduras, Nikaragua und Costa Rica) gegründeten Reiche und ihrer hoch entwickelten Kultur bekannt. In ihrer Blütezeit waren die Maya eine mächtige Hochkultur. Erste ihnen zugerechnete archäologische Funde aus Belize werden auf etwa 2000 vor Christus datiert.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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