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Vaterschaft macht feministisch Ashton Kutcher bekämpft sexistische Toilette

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Windeln findet Ashton Kutcher gut - sofern er sie denn auch wechseln darf. Auf öffentlichen Toiletten ist das schwierig.

(Foto: change.org)

Die Geburt seiner Tochter Wyatt hat für Ashton Kutcher einiges verändert. Er genießt die Vaterfreuden sehr, doch wenn es ans Windelnwechseln geht, muss er sich immer wieder ärgern. Deswegen führt er die Genderdebatte jetzt am Wickeltisch.

Wenn man nicht gerade zu den wenigen Menschen zählt, die sich keinem Geschlecht zuordnen können oder wollen, springt einem das Diskriminierungspotenzial einer öffentlichen Toilette vielleicht nicht direkt ins Auge. Dabei schließen stille Örtchen regelmäßig noch eine weitere, wesentlich größere Gruppe von Menschen aus: Väter. Wollen die ihre Neugeborenen untenrum frisch machen, finden sie hinter der Tür mit dem Mann darauf in den seltensten Fällen auch einen Wickeltisch.

Das ist auch Ashton Kutcher aufgefallen. Im Oktober kam seine Tochter Wyatt zur Welt. Und wenn nun einmal Kutcher und nicht seine Verlobte (vielleicht schon Ehefrau?) Mila Kunis außerhalb von zu Hause die Windeln wechseln soll, muss der Hollywoodstar sich regelmäßig ärgern. "Es gibt nie Wickeltische in öffentlichen Männertoiletten", beschwerte sich der 37-Jährige bei Facebook.

"An der Pflege unserer Kinder teilhaben"

Jetzt hat Kutcher eine Petition ins Leben gerufen, die Geschlechter-Stereotypen Abhilfe schaffen soll. "Väter wie ich wollen zu gleichen Teilen an der Pflege unserer Kinder teilhaben und unsere Gesellschaft sollte das unterstützen", erklärt Kutcher seine Unterschriftenaktion. Gleichheit über Gender-Grenzen hinaus fordern Feministen, Trans- und Queercommunity seit Jahrzehnten. Gehör finden sie nur selten.

Da wäre zum Beispiel die verlachte Debatte über geschlechtsneutrale Toiletten: Tatsächlich ging es in dem Zusammenhang nämlich nicht ausschließlich um eine dritte Wahloption, sondern immer wieder auch um Kutchers Kampfthema Wickeltische. Die fehlen auch in Deutschland noch auf vielen Herrentoiletten.

Es soll an dieser Stelle nicht entschieden werden, ob der Weg zur Wickel-Gerechtigkeit über das Nachrüsten alter oder das Bauen neuer stiller Örtchen führt. Wichtig ist, dass mit Ashton Kutcher ein Mann mit medialem Gewicht erkannt hat, das Gleichberechtigung nicht nur denen hilft, die sich am lautesten dafür starkmachen.

Wickeltische als kleiner Schritt

"Ich wünsche mir, dass meine Tochter eine Welt erfährt, in der Gender keine Verantwortlichkeiten diktiert oder Möglichkeiten beschneidet", sagte Kutcher dem Onlineportal "A+". Aber er wünscht sich vor allem, selbst teilhaben zu dürfen an einer Welt, die zu weiten Teilen noch Frauen vorbehalten ist.

Für Männer bedeutet Geschlechtergerechtigkeit zunächst sicherlich den Verlust historisch bedingter Privilegien. Auf lange Sicht hin werden sich ihnen ohne ausgediente Stereotypen jedoch neue Perspektiven eröffnen - und damit ist nicht nur das Entsorgen kindlicher Exkremente gemeint. "Wickeltische in Männertoiletten sind nur ein kleiner Schritt, um das Erbe der Gender-Diskriminierung zu korrigieren", dessen ist sich Kutcher bewusst. Deren Anschaffung aber könnte ein wichtiger Schritt sein, die andere Hälfte der Gesellschaft endlich auch für vermeintliche Frauenbelange zu sensibilisieren.

Quelle: ntv.de

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